Aufsatz 
Beiträge zur Entwickelungsgeschichte der phanerogamen Blüthe / Karl Schenck
Entstehung
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ausgeprägt iſt. Auf der Mitte beider Seiten aber haben die Scheidewände noch zwei ſtarke

Leiſten oder Vorſprünge, welche flügelartig in die Fächer hineinragen, ſo daß für die Umbil⸗

dung des umgebenden Zellgewebes zum Pollen eine überall faſt gleich dicke Zone Kürig bleibt. Breite einer Scheidewand mit den Leiſten 0,00601.

Das Zellgewebe in den Fächern beſteht in dieſer Periode aus großen, ſehr zart⸗ wandigen, dicht zuſammengedrängten, dodekandriſchen Zellen mit dickem, graulichem, granu⸗ löſem Inhalte. Es ſind dies diejenigen Zellen, in welchen wir ſehr bald die Pollenzellen ge⸗ bildet finden werden. Die Länge des Griffels iſt verhältnißmäßig noch ſehr unbedeutend; denn, während derſelbe ſpäter die Geſtalt eines langen dünnen Fadens hat, kommt jetzt die Länge noch nicht einmal der Ausdehnung in die Breite gleich.

Länge des Griffels 0,00625, Dicke deſſelben 0,00798, Länge des vorderen Gabelaſtes 0,00763,

hinteren 1. 0,00647.

Die Papillen an den Enden der Griffeläſte, denen ſpäter als Narben bei der Pollen⸗ ausſtreuung die wichtige Rolle zufällt, durch die von ihnen ausgeſchiedene Feuchtigkeit die ſo⸗ genannte Keimung der auf ſie gelangten Pollenkörner zu veranlaſſen, ſind jetzt ſchon, wenn auch noch ſehr entfernt, angedeutet, indem ſie ſich als etwas mehr rundliche Zellen von den geſtreckteren der benachbarten Oberhaut unterſcheiden. Trotz des jetzt noch ſo geringen Längen⸗ wachsthums des Griffels erſcheinen ſeine Oberhautzellen doch ſchon in deutliche Längsreihen geordnet. Von Spiralgefäßen iſt im Griffel noch keine Spur vorhanden. Die vier Frucht⸗ blatthälften haben ſich ſchon merklich über ihre zurückbleibenden Umfänge emporgewölbt. Auf einem Querſchnitte zeigen ſich auch ſeine Wandungen ſchon ſehr deutlich, wie bei der ent⸗ falteten Blüthe, aus fünf Schichten gebildet, die aber von einander noch wenig oder gar nicht verſchieden ſind und am äußeren Rande, wo die Fruchtblätter der Gynobaſis aufſitzen, in das nicht in Reihen geordnete, aber ſonſt ganz ähnliche Parenchymzellengewebe der letzteren über⸗

gehen. Dicke der Fruchtknotenwandung 0,00138.

Wir ſahen früher die vier Samenknoſpen in Geſtalt ſchwacher Convexitäten an bei⸗ den Seiten jedes Samenträgers auftreten. Dieſe haben während deſſen an Ausdehnung be⸗ deutend zugenommen und den eiförmigen Knoſpenkern oder Nucleus gebildet. Letzterer iſt aber jetzt ſchon nicht mehr nackt, ſondern vom Knoſpengrunde aus hat ſich ſchon eine Hülle, die einzige, die ſich bei unſerer Pflanze überhaupt bildet, um einen großen Theil des Knoſpen⸗ kernes herumgelegt, ſo daß nur noch etwa das vorderſte Drittel frei aus derſelben hervorragt.

Länge einer ganzen Samenknoſpe 0,00346, Dicke derſelben 0,00243, Länge des freien Theiles des Knoſpenkernes 0,00 105, Dicke deſſelben 0,00115. Länge einer etwas größeren Samenknoſpe 0,00416, Dicke derſelben 90,00416, Länge des freien Theiles des Knoſpenkernes 0,00056. Dicke deſſelben 0,00138, Dicke der Knoſpenhülle 0,00138.

Der Knoſpenkern hat wenige, aber ziemlich große Zellen, deren Durchmeſſer etwa 0,00023 beträgt. Auch hat die Samenknoſpe ſchon eine bedeutende Krümmung erlitten, in Folge deren der Knoſpengrund faſt die höchſte Stelle einnimmt, waͤhrend die Samenknoſpen ſelbſt ſchräg