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gewöhnlich, die Staubgefäße ſeien der Krone eingefügt, woraus leicht die Vorſtellung entſteht, als ſeien dieſelben an der Stelle, wo ſie ſich von der Krone ablöſen, auch entſtanden. Wie irrig eine ſolche Vorſtellung iſt, zeigt das Studium der Entwickelungsgeſchichte. Eben ſo wenig wird man nun noch glauben, die mit der Krone verbundenen Theile der Staubfäden ſeien früher einmal davon getrennt geweſen und wären erſt ſpäter damit verwachſen.
Jetzt haben ſich auch die beiden Blätter des vierten Blattkreiſes, die Fruchtblätter, vor und hinter der im Centrum des Vegetationskegels befindlichen Vertiefung in ihrer erſten Anlage gebildet. Sie ſind, was von beſonderer Wichtigkeit iſt, jetzt noch vollſtändig von einander getrennt. 4 Bei einer Knoſpe betrug ihre Höhe* 0,00208“.
Das getrennte Hervorwachſen der beiden Fruchtblätter dauert nur ſehr kurze Zeit; denn bei einer nicht viel größeren Knoſpe von ungefähr 0,5 mm Kelchlänge ſind ſchon Theile der⸗ ſelben zu einem Ganzen verbunden hervorgewachſen. Durch dieſes ungetrennte Hervorwachſen haben die Fruchtblätter die vorher frei zwiſchen ihnen in der Mitte des Vegetationskegels liegende Vertiefung überwölbt, und es führt nunmehr nur noch eine ſchmale Oeffnung zwiſchen den beiden Fruchtblättern, der Griffelkanal, zu der auf dieſe Weiſe entſtandenen Fruchtknoten⸗ höhlung. In der Mitte dieſer Höhlung ſehen wir den Vegetationskegel als ſehr ſchwache Erhebung endigen und damit für immer ſeine Thätigkeit abſchließen, nachdem er vorher noch zu beiden Seiten, links und rechts, alſo nicht in den Achſeln der beiden Fruchblätter, zwei Nebenaxen oder Aeſte, die beiden Samenträger, aus ſich hervorgeſchoben hat. Wir erkennen dieſelben ſchon jetzt als ziemlich ſtarke, den ſehr niedrigen Vegetationskegel ſchon bedeutend über⸗ ragende Convexitäten beiderſeits in der Fruchtknotenhöhlung. An ihrer Außenſeite ſind ſie in unmittelbarem Zuſammenhange mit den hier zuſammengewachſenen Rändern der beiden Frucht⸗ blätter aus der Axe hervorgewachſen. Von den ſpäter vorhandenen für die ganze Familie charakteriſtiſchen vier Fruchtknotenabtheilungen iſt jetzt noch keine Spur gebildet. Dagegen bemerken wir ſchon über der Baſis der Krone am Thalamus einen beſonders an der Vorderſeite hervortretenden Wulſt, den erſten Anfang der Entwickelung des oberſten Axen⸗ gliedes zu einem beſonderen Organe, der Gynobaſis, während alle anderen Internodien innerhalb der Blüthe, ſowie auch das die ganze Blüthe tragende, der Blüthenſtiel, bei unſerer Pflanze niemals zur Entwickelung kommen.
Die Meſſungen an der vorliegenden Kuoſpe ergaben folgende Zahlen:
Höhe des Piſtilles nit der Gynobaſis bis zur höchſten Griffelſpitze Dicke deſſelben unter der Gynobaſis von vorn nach hinten 0,00798“, Höhe der Fruchtkuotenhöhlung 0,00525“,
. 0,00879“, Breite derſelben Sa⸗„ 0,003 46“,
Höhe der Samenträger 0,00 185“, Breite derſelben(von vorn nach hinten) 0,00248“.
Bei einer Kelchlänge von etwa 1 mm beginnt am vorderſten Kronenzipfel eine merkwürdige Geſtaltveränderung ſich bemerklich zu machen. Die vorher nach der Spitze hin convergirenden Ränder laufen jetzt parallel und bilden vor der Spitze beiderſeits eine bedeutende Ausbiegung. Wir erkennen hierin den erſten Anfang zur Umwandlung der urſprünglichen Dreiecksform in die ſpätere Herzform dieſes Kronentheiles. Gerade umgekehrt zeigen ſich an den ſeitlichen Zipfeln, die bis jetzt ebenfalls ihre dreieckige Form bewahrt hatten, zu beiden Seiten der Spitze Einbiegungen des Randes, ſo daß zwiſchen denſelben die Spitze etwas ver⸗


