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Kronenblätter. Sie iſt noch vollſtändig glatt, ohne jede Andeutung von Haaren, noch faſt eben und ohne die ſpäter erſcheinende gegen die Ränder abgeſetzte, erhabene Leiſte auf der Mittellinie. Der Umfang der Knoſpe nach Abnahme des Kelches iſt, von oben geſehen, faſt kreisrund. Die Kronenblätter ragen erſt ſo wenig nach der Mitte hin vor, daß die kugeligen Staubblätter faſt noch ganz unter denſelben ſichtbar ſind, und ſelbſt von den hinteren nur kleine Theile durch die Oberlippe bedeckt werden.
Um dieſe Zeit fangen übrigens auch die Kronenblätter an, ſich nicht mehr getrennt, ſondern zu einer geſchloſſenen Röhre verbunden aus dem Thalamus hervorzuſchieben. Wir haben alſo ſchon jetzt nicht mehr, wie bei der erſten Anlage, eine getrenntblätterige regelmäßige Krone, ſondern eine verwachſenblätterige unregelmäßige oder ſymmetriſche(Corolla gamopetala, irregularis). Bezüglich der älteren Anſicht über die Anzahl der Kronenblätter gilt daſſelbe, wie beim Kelche, nur mit dem Unterſchiede, daß wegen der Scheidung des Kronen⸗ ſaumes in eine Ober⸗ und Unterlippe die Krone von Manchen ſogar zweiblätterig genannt wird.
Bei einer Knoſpe, deren Kelchzipfel ſich ſchon etwas mehr in die Höhe geſtreckt haben, zeigen die Haare auf der Mittellinie derſelben ſchon eine ſtärkere Längenzunahme und ſind zum Theile ſchon zweizellig.
Länge eines größeren zweizelligen Haares 2 0,00555“, unteres Glied nur„ 0,00069“.
Die Krone iſt hier ſchon ſo weit geſchloſſen, daß nur in den Winkeln zwiſchen den Zipfeln kleine Stücke der Staubgefäße noch ſichtbar ſind. Die Knoſpenlage der Krone iſt alſo jetzt die Aestivatio valvata, die übrigens nicht lange dauert. Das Aneinanderſchließen der Blattränder iſt aber hauptſächlich die Folge des überwiegenden Wachsthums der Oberlippe, während ſich die drei vorderen Zipfel noch ſehr wenig verlängert haben, ſo daß nach Abnahme der Oberlippe die Staubblätter noch faſt eben ſo gut ſichtbar ſind, wie bei der vorhergehenden Entwickelungsſtufe. Die Oberlippe iſt jetzt gewölbt und hat auch ſchon die über die Mittel⸗ linie verlaufende erhabene Leiſte, die etwa die Hälfte der Breite in Anſpruch nimmt und auf der ſich die erſten Spuren von Haaren in Form kleiner Erhabenheiten zeigen. Die drei vorderen Zipfel haben noch ganz die frühere dreieckige Form und von den Aenderungen, welche die ſpätere, ſo ſehr abweichende Geſtalt derſelben hervorbringen, iſt noch keine Spur zu bemerken. Von den Staubblättern ſind jetzt nur erſt die der Blattſpreite entſprechenden Theile, d. h. die Antheren, deutlich vorhanden. Doch haben ſich die beiden Blatthälften, die Antherenhälften, durch bedeutendere Entwickelung der Mittelrippe, des Connectives, ſchon differenzirt und convergiren ſchon merkbar nach unten, ſo daß jetzt die frühere Kugelgeſtalt verloren gegangen und die ſpätere Herzform ſchon angedeutet iſt.
Höhe eines Kölbchens 0,00902“, größte Breite 90,00972“.
Vom freien Staubfaden iſt nur erſt ein Minimum vorhanden. Für die Entſtehungs⸗ weiſe der Staubblätter iſt dieſe Periode von beſonderer Wichtigkeit. Denn bis zu dieſer Zeit bildeten dieſelben einen vollkommen ſelbſtſtändigen Blattkreis, von dem vorhergehenden, der Krone, durch ein unentwickeltes Axenglied getrennt. Von nun aber werden die ſich neu bil⸗ denden Theile derſelben nicht mehr ſelbſtſtändig, ſondern mit der Röhre der Krone verbunden aus dem Thalamus hervorgeſchoben. Bei der Beſchreibung der vollkommenen Blüthe heißt es
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