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drei vorderen ſchon merklich an Größe, während letztere untereinander noch gleich groß, gleich geſtaltet und vollkommen getrennt ſind. Wir haben demnach hier ſchon eine Andeutung der Differenzirung in Ober⸗ und Unterlippe, und die regelmäßige Form der Krone iſt ſchon in die unregelmäßige oder beſſer ſymmetriſche übergegangen. Die Oberlippe ragt auch in Folge ihres ſtärkeren Wachsthums ſchon in die Winkel zu beiden Seiten des hinterſten Kelch⸗ zipfels hinein vor, während die drei vorderen Blätter durch die Kelchröhre vollſtändig ver⸗ deckt ſind.:
Sehr bald nach der Krone entſteht auch der dritte Blattkreis, der Kreis der Staub⸗ blätter. Er erſcheint unmittelbar über der Krone, aber von derſelben vollkommen getrennt. Ob es bei der allererſten Anlage, wie bei anderen Labiaten, fünf Blätter ſind, iſt bei L. a. ſchwer oder gar nicht zu entſcheiden. Denn bei der Entwickelungsſtufe, bei welcher die vier ſich weiter ausbildenden Staubgefäße wirklich als Erhöhungen über der Axe zu erkennen ſind, bemerkt man von einem fünften, welches dem hinterſten Kelchzipfel opponirt ſein müßte, ent⸗ ſchieden nichts. Wäre es trotzdem in der erſten Anlage vorhanden, ſo würde es alſo jedenfalls ſchon nach Bildung weniger Zellen aufgehört haben, ſich weiter zu entwickeln. Die vier zur Ausbildung gelangenden Staubblätter ſind den vier vorderſten Kelchblättern genau opponirt, während ſie mit den Blättern der Krone alterniren. Ihre Entwickelung geſchieht im Anfange ſo raſch, daß ſie, obwohl ſpäter angelegt als die Krone, bei der zuletzt beſchriebenen Entwicke⸗ lungsſtufe derſelben, die Blätter dieſes Kreiſes ſchon an Maſſe bedeutend übertreffen. In dem zwiſchen den Kelchzipfeln frei gebliebenen fünfeckigen Sterne ragen ſie zu dieſer Zeit als ver⸗ hältnißmäßig große, grüne Halbkugeln unter den vorderen vier Kelchzipfeln hervor.
An der Mittellinie des hinterſten Kelchblattes zeigen ſich die erſten Anfänge von Haaren, durchſichtig, zweizeilig geſtellt und in Form kleiner halbkugeliger Erhabenheiten. Sehr bald nachher, ſchon ehe ſich der Kelch vollſtändig geſchloſſen hat, erſcheinen eben lolche Haare auf der Mittellinie der übrigen Kelchblätter.
Die Kelchzipfel nähern ſich bei ihrem Wachsthume mehr und mehr und ſchließen zuletzt mit ihren Rändern und im Centrum des Thalamus mit ihren Spitzen genau an einander. Sie haben dann alſo die Knoſpenlage, welche unter dem Namen Aestivatio valvata bekannt iſt. Die Höhe der Knoſpe beträgt jetzt etwa 0,3 mm. An den bis dahin beſchriebenen Organen iſt außer in der Größe keine weſentliche Veränderung eingetreten. Vom vierten Blatkkreiſe, den Fruchtblättern, iſt noch keine Spur vorhanden. Der Gipfel des Vegetationskegels aber zeigt in der Mitte eine ſchwache Vertiefung. 128 3
Bei weiterem Wachsthume ſtrecken ſich die Spitzen der Kelchzipfel vertical in die Höhe, jedoch ſo, daß ſie dabei ſtets dicht aneinander geſchloſſen bleiben.
Bei einer Knoſpe, bei welcher dieſe Aenderung ſchon, wenn auch in ſehr geringem Grade. eingetreten war, ergaben die Meſſungen folgende Größenverhältniſſe:
Breite der Kuoſpe nach Abnahme des Kelches 0 0,01387, Länge der Oberlippe 0,00833“, Breite derſelben an der Baſis 6 0,00833“, Länge der drei vorderen Kronenzipfel erſt 0,00185“, Breite derſelben an der Baſis 0,00694“, Durchmeſſer der Staubblätter in horizontaler Richtung* 0,00525“,
in verticaler Richtung etwas weniger.
Die Staubblätter ſind jetzt faſt kugelig, von der Krone noch vollſtändig getrennt. Die Oberlippe iſt, wie die Zahlen zeigen, ſchon etwa fünfmal ſo lang, als die drei vordern


