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neuen, nachfolgenden, an derſelben Stelle hervortretenden Zellen weiter und weiter nach Außen entfernt. Es muß auf dieſe Weiſe ein Organ entſtehen, bei welchem die äußerſten, von der Axe am weiteſten entfernten, in der Spitze liegenden Zellen die älteſten ſind, während wir die jüngſten ſtets an der Baſis unmittelbar an der Arxe zu ſuchen haben. Schon bis dahin iſt die Bildungsweiſe dieſer Organe derjenigen der Axenorgane offenbar gerade ent⸗ gegengeſetzt. Wenn nun die Spitze der das Blattorgan aus ſich hervorſchiebenden Axe bei (ihrer ununterbrochenen Weiterentwickelung ſich ſoweit von der Baſis des Blattorgans entfernt hat, daß die letztern außerhalb des Bereiches des zellenbildenden Vegetationskegels gekommen iſt, ſo muß offenbar das Hervorſchieben neuer Zellen aus der Axe aufhören. Aber trotzdem iſt das Wachthum des ſeitlichen Organes hiermit noch nicht abgeſchloſſen, ſondern innerhalb deſſelben tritt jetzt ein Zellenvermehrungsproceß ein, der in ganz ähnlicher Weiſe verläuft. Auch er beginnt nehmlich an der Spitze und ſchreitet von da aus allmälig nach der Baſis zu fort. Er ſchließt auch zuerſt wieder an der Spitze ab, und nachdem er den von dem Bil⸗ dungstrieb der Pflanze vorgeſchriebenen Verlauf durch das ganze Organ vollendet und letzterem die durch denſelben bedingte Geſtalt und Größe ertheilt hat, ſo iſt das Wachsthum des Blatt⸗ organes für immer beendigt.
Während alſo bei den Axenorganen die Spitze immer die jüngſten Zellen enthält, finden wir bei den Blattorganen hier gerade die älteſten, und während es für das Wachs⸗ thum der erſteren keine beſtimmte Grenzen gibt, iſt dasjenige der letzteren begrenzt.
Zur Entſcheidung über die Axen⸗ oder Blattnatur eines Organes iſt alſo nach dem Vorhergehenden, falls man nicht aus Analogien einen ſicheren Schluß ziehen kann, ſtets die Entwickelungsgeſchichte des betreffenden Organes zu befragen. Dagegen darf man als Unter⸗ ſcheidungsmerkmale für die beiden Grundorgane keinenfalls gewiſſe Formverhältniſſe hinſtellen wollen, die man von der gewöhnlichen Erſcheinungsweiſe des Laubblattes und Stengels her⸗ genommen hat. Man würde auf dieſe Weiſe in ſehr vielen Fällen vollſtändig irre gehen; denn flächenförmig entwickelte Organe ſind keineswegs immer Blattorgane, und nach drei Dimenſionen entwickelte keineswegs immer Axenorgane. Noch viel weniger aber darf man nach Struktur oder gar Farbenverhältniſſen urtheilen wollen.
Zum Verſtändniß des Baues der ganzen Pflanze, beſonders aber auch der Blüthe, iſt es nöthig, noch einige Beziehungen der Grundorgane zu einander zu erwähnen.
Unmittelbar über der Baſis eines Blattorganes, in der Achſel deſſelben, und ſehr bald nach ſeiner Anlage entſtehen faſt immer neue Bildungsproceſſe innerhalb der Axe, deren Pro⸗ dukt ſelbſt wieder eine Axe iſt, eine ſogenannte Neben⸗ oder ſecundäre Axe, im Gegenſatz zur primären oder Hauptaxe, an der ſie entſtanden iſt. Für eine ſolche neue Axenanlage gilt Alles, was im Vorhergehenden über die Axenorgane geſagt worden iſt. Das noch unent⸗ wickelte, aber entwickelungsfähige Ende ſowohl einer Haupt⸗, als auch einer Nebenaxe heißt Kuoſpe und beſteht entweder aus Axen⸗ und Blattorganen oder bei der erſten Anlage bloß aus einem Axenorgane.
Jedes Stück einer Axe zwiſchen zwei aufeinanderfolgenden Blättern oder Blattpaaren oder Blattkreiſen heißt Arenglied oder Internodium. Da die Axe die aufeinanderfol⸗ genden Blattorgane ſtets ſehr raſch aus ſich hervorſchiebt, ſo ſtehen dieſelben bei ihrer Ent⸗ ſtehung immer ſehr dicht übereinander, und das von ihnen begrenzte Axenſtück iſt alſo dann noch ſehr kurz. Auf der doppelten Art nun, wie ſich die jungen Axenglieder weiter ausbilden, be⸗ ruht der für die ganze Morphologie und beſonders für die der Blüthe höchſt wichtige Unter⸗


