Aufsatz 
Sancti Hrabani Mauri de sacramentis ecclesiae doctrina per universos libros collecta / von F. J. Schell
Entstehung
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§. 8. Schriftliche Pruͤfung.

Die Pruͤfung iſt theils ſchriftlich, theils muͤnd⸗ lich. Als Gegenſtaͤnde der ſchriftlichen Pruͤfung werden folgende, dem Director vorher zur Ge⸗ nehmigung vorzulegende, im Conclave ohne Huͤlfs⸗ mittel, mit Ausnahme der mathematiſchen Ta⸗ feln, ſo wie unter genauer Aufſicht des Directors oder eines, von dieſem beauftragten, Lehrers aus⸗ zufuͤhrende Arbeiten bezeichnet:

1) ein deutſcher,

2) ein lateiniſcher Aufſatz, entweder in der Ueberſetzung eines deutſchen(griechiſchen) proſaiſchen Aufſatzes in das Lateiniſche, oder in der freien Bearbeitung eines, dem Examinanden aus dem Gymnaſial⸗Unter⸗ richte hinreichend bekannten, Gegenſtan⸗ des beſtehend;

3) eine Ueberſetzung aus dem Deutſchen oder Lateiniſchen in das Griechiſche;

4) eine mathematiſche Arbeit, welche in der Loͤſung von drei Aufgaben, oder in einer nach beſtimmten, vorher anzugebenden, Ruͤckſichten geordneten Überſicht und Ver⸗ gleichung zuſammengehoͤriger mathemati⸗ ſcher Saͤtze beſtehen ſoll;.

5) die Beantwortung einiger geſchichtlichen Fragen.

Zur Anfertigung der deutſchen und der latei⸗ niſchen Arbeit ſind den Abiturienten je fuͤnf Stun⸗ den, fur die griechiſche Arbeit zwei, fuͤr die Loͤſung der mathematiſchen Aufgabe drei, der geſchichtli⸗

chen zwei Stunden Zeit zu verſtatten. Hierbei haben die Directoren darauf zu ſehen, daß na⸗ mentlich durch die ſprachlichen Arbeiten die for⸗ melle Befaͤhigung der Abiturienten erhaͤrtet werde.

Ueber den Verlauf der ſchriftlichen Pruͤfung iſt von dem Director, beziehungsweiſe von den mit der Aufſicht beauftragten Lehrern ein Pro⸗ tocoll aufzunehmen.

Der betreffende Lehrer hat die ſchriftlichen Arbeiten der Gepruͤften genau durchzuſehen und deren Fehler anzumerken.

§. 9. Muͤndliche Pruͤfung.

Die muͤndliche Pruͤfung, deren Termin von dem Director feſtgeſetzt wird, umfaßt, unter Be⸗ ruͤckſichtigung der ſchon durch die Conclave⸗Ar⸗ beiten gewonnenen Reſultate, die§. 11. naͤher bezeichneten Sprachen und Wiſſenſchaften, ſo daß das Verhaͤltniß der intenſiven und extenſiven Fort⸗ ſchritte des Examinanden zu dem Ziele des Gym⸗ naſiums und der Grad ſeiner formellen ſowohl als materiellen Bildung beſtimmt hervortrete.

So wie ſaͤmmtliche ſchriftliche Aufgaben nicht ſchon vorher in der Schule bearbeitet ſein duͤr⸗ fen, ſo ſollen auch die muͤndlichen Aufgaben und Fragen nicht in derſelben Form und Folge vor Kurzem in der Schule behandelt worden ſein. Dagegen bleibt es dem Ermeſſen des Lehrer⸗Col⸗ legiums uͤberlaſſen, außer den in der Schule nicht geleſenen Stuͤcken griechiſcher und lateiniſcher Claſ⸗ ſiker, dergleichen niemals fehlen duͤrfen, auch ſolche Stellen zur Interpretation vorzulegen, welche fruͤher in der Schule erklaͤrt worden ſind.