fächerzunreife, in mehreren anderen ausgezeich⸗ nete Befaͤhiguug vorhanden iſt.
Diejenigen Abiturienten, welche nach§. 11., III. für reif haben erklaͤrt werden koͤnnen, er⸗ halten im Maturitaͤts⸗Zeugniß das Praͤdicat befaͤhigt.
§. 13. Abfaſſung der Zeugniſſe.
In den Maturitaͤts⸗Zeugniſſen ſoll nicht nur das Alter, die Faͤhigkeit und das Studium des Gepruͤften nebſt den von ihm erworbenen Kenntniſſen angegeben werden, ſondern auch ein Sittenzeugniß enthalten ſein, welches in einem allgemeinen Urtheile das Ergebniß der uͤber den Fleiß und das Betragen der Betheiligten waͤh⸗ rend der Schulzeit deſſelben gemachten Beob⸗ achtungen ausſpricht.
Dieſe Zeugniſſe werden von den Lehrern, welche die Pruͤfung vorgenommen haben, nach dem Urtheile der Mehrheit derſelben abgefaßt und unterzeichnet. Sind die Stimmen fuͤr reif und unreif gleich, ſo gibt die Stimme des Di⸗ rectors den Ausſchlag. Sollte ein, durch die Mehrheit gefaßter, Beſchluß der Ueberzeugung des Directors widerſprechen, ſo iſt derſelbe be⸗
Kaſſel, am 7. Auguſt 1844.
fugt, dieſem Beſchluſſe ſo lange die Beſtaͤtigung zu verweigern, bis die Entſcheidung des Mini⸗ ſteriums des Innern eingeholt iſt.
§. 14. Zeugniſſe der Nichtreife.
Wer auch nicht den geringſten der im§. 12. beſtimmten Grade entſprechende Befaͤhigung ge⸗ zeigt hat, und mithin ein Maturitaͤts⸗Zeugniß nicht erhaͤlt, kann auf Verlangen ein Zeugniß uͤber ſeine dermaligen Leiſtungen mit ausdruͤck⸗ licher Anfuͤhrung des ungenuͤgenden Reſultates der Pruͤfung erhalten.
Erſt nach einem halben Jahre darf er zu einer weitern Pruͤfung zugelaſſen werden.
§. 15. Einſendung der Pruͤfungs⸗Verhand⸗ lungen.
Die Directoren der Gymnaſien haben halb⸗ jaͤhrlich und unfehlbar vier Wochen nach been⸗ digter Pruͤfung die eine Ausfertigung der im §. 13. bemerkten Zeugniſſe an das Miniſterium des Innern einzuſenden, oder, daß keine Pruͤ⸗ fung Statt gefunden, anzuzeigen.
Kurfuͤrſtliches Miniſterium des Innern.
Kraft höchſten Auftrags, der Miniſterialrath gez. Volmar.
vt. F. W. Ende.


