in der Phyſik mit den Geſetzen der Haupt⸗ phaͤnomene der Koͤrperwelt;
in der Geſchichte Bekanntſchaft mit der Ge⸗ ſchichte der altclaſſiſchen Voͤlker und der Ge⸗ ſchichte des deutſchen Volkes, ſo wie mit dem Zuſammenhange der wichtigeren Begebenheiten und Schickſale der Menſchheit.
Das Zeugniß der Reife ſoll alsdann ertheilt werden, wenn der Gepruͤfte den im Vorſtehen⸗ den aufgeſtellten Forderungen im ÄAllgemeinen entſprochen hat.
II. Ausnahmsweiſe darf jedocy auch ein Zeug⸗ niß der Reife ertheilt werden, wenn jenen Forde⸗ rungen in der griechiſchen, der lateiniſchen und der deutſchen Sprache, in der Mathematik und Ge⸗ ſchichte genuͤgt, in den andern Faͤchern(der fran⸗ zoͤſiſchen Sprache, der Religion und der Phyſik) das Erwartete nicht ganz erreicht worden, ohne daß es jedoch in dem einen oder andern der letzt⸗ bezeichneten Fächer an allen Kenntniſſen gebraͤche.
Auch iſt das Zeugniß der Reife in allen den Faͤllen zu ertheilen, in welchen bei nicht voͤllig ge⸗ nuͤgender Ausbildung in einem der Hauptfaͤcher ausgezeichnete Befaͤhigung in mehreren der uͤbri⸗ gen vorhanden ſein ſollte.
IIl. Eine ausnahmsweiſe Anerkennung der Reife kann endlich auch dann eintreten, wenn der Abi⸗ turient bei einem vorgeruͤckten Lebensalter in Ruͤckſicht auf die Mutterſprache, das Lateiniſche und zwei der uͤbrigen Pruͤfungsgegenſtaͤnde den unter I geſtellten Forderungen genuͤgt, und wenn ſein Fleiß ſo wie ſein Character billigende An⸗ erkennung erheiſcht. Zur Ausſprechung der Reife in dieſem Falle, unter gewiſſenhafter Beruͤckſich⸗ tigung der hier in Betracht kommenden Ver⸗
haͤltniſſe insbeſondere der Faͤhigkeiten des Abi⸗ turienten und des von demſelben gewaͤhlten Le⸗ bensberufes iſt die Uebereinſtimmung von wenig⸗ ſtens zwei Drittheilen des pruͤfenden Lehrercol⸗ legiums erforderlich.
§. 12. Beſtimmung der Praͤdicate der Reife.
Die Zeugniſſe der Reife ſind dreifach auszufer⸗ tigen; die eine Ausfertigung iſt an das Miniſterium des Innern einzuſenden, die andere der Univerſitaͤts⸗ Deputation zu Marburg, oder, was Katholiken, welche Theologie ſtudiren wollen, betrifft, an das biſchoͤfliche Dom⸗Capitel zu Fulda, zu uͤberſen⸗ den, die dritte, gleichfalls vollſtaͤndige Ausferti⸗ gung iſt dem Gepruͤften einzuhaͤndigen. In die⸗ ſen Zeugniſſen ſoll die Reife nach vier Abſtu⸗ fungen durch ſehr gut, gut, ziemlich gut, und befaͤhigt ausgedruͤckt werden.
Das Praͤdicat ſehr gut wird fuͤr diejenigen Faͤlle beſtimmt, in welchen der Abiturient in ſaͤmmtlichen Pruͤfungsgegenſtaͤnden den§. 11., I. aufgeſtellten Anforderungen vollſtaͤndig (nicht blos„im Allgemeinen“) entſprochen, d. h. in allen wenigſtens das Praͤdicat gut, ohne Einſchraͤnkung, wo nicht ein hoͤheres, erlangt hat.
Das Praͤdicat gut iſt in denjenigen Faͤllen in Anwendung zu bringen, in welchen den be⸗ zeichneten Forderungen in allen Faͤchern we⸗ nigſtens im Allgemeinen entſprochen worden iſt.
Das Praͤdicat ziemlich gut ſoll alsdann gebraucht werden, wenn nach§. 11., II. den Forderungen in den Hauptfaͤchern genuͤgt, in den uͤbrigen Gegenſtaͤnden nicht voͤllig entſpro⸗ chen worden, ſo wie, wenn in einem der Haupt⸗


