Aufsatz 
La farce du maistre Pathelin : grammatische Abhandlung / von Ludwig Schäffer
Entstehung
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4. sprache Geltung hatte. Beza(De francicae linguae recta pronunciatione, Genevae 1584) sagt hierüber: Hujus diphthongi pinguiorem et latiorem sonum oai nonnulli vitantes expungunt o, et solam diph- thongum ai, id est e apertum, retinuerunt, ut Normanni, qui pro foi(fides) scribunt et pronuntiant fai: et vulgus Parisiensium parlet(loquebatur), allet(ibat), venet(veniebat) pro parloit, alloit, venoit.

Einige Consonanten, welche schon die langue d'ofl aufgegeben hatte, erscheinen seit dem 14. Jahrhundert wieder in der französischen Orthographie; vor andern Consonanten treten wieder ein besonders d, b, p: advocat. doubte, sepmaine. Im Pathelin zeigt sich diese Erscheinung in viel ge- ringerer Ausdehnung als in späteren Schriften. Wie im Altfr. steht s vor andern Consonanten: prestre, maistre, paistre, couster, tost, chascun, mesler, mesnaige, mesme etc.

Neben dem französischen Laut wird auch der lat., aus dem er hervorging, bezeichet: debvoir. Ebenso wenig gerechtfertigt ist das l, welches vor andern Consonanten nach au, eu, ou, hervorge- gangen aus al, el, ol, im Gegensatze zum altfr. Gebrauche wieder erscheint: hault, haultain, anltre, aulne, faulx, faulte, eulx, mieulx, doulx, doulce.

Anstatt ch erscheint historisch gerechtfertigt sch: meschant, altfr. mescheant, Partic. von mes-cheoir übel fallen, übel ausschlagen; depescher, altfr. ebenso.

Wie im Altfr. steht im Auslaut t: marchant, grant, quant, lart, regnart; es fehlt in dem noch bis in's 16. Jahrhundert erhaltenen ante(amita), jetzt tante. Diez, Wb. II. 419.

Ursprüngliches g ist erhalten in dem eben erwähnten regnart(ahd. reginhart); g wird ferner nicht selten mit vorgesetztem n, wie auch in der langue d'oil, zur Bezeichnung des erweichten n ver- wandt: songner, besongner, gangner, congnoistre.

Noch in der altfr. Form, ohne die Versetzung des o mit r erscheint formaige, ital. formaggio, neufr. fromage; von forma, als in einer Form, einem geflochtenen Gefässe verfertigt. Dieses Wort zeigt den nämlichen Wechsel wie das noch in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gebrauchte pourmener, jetzt promener. Vertauscht ist, wie häufig in den romanischen Sprachen überhaupt, l mit r in cristere.

II. Biegung. I. Substantivum.

a) Als eine Spur der altfr. Declination lassen sich Beispiele, wie die folgenden betrachten:

Luy qui est ung homs si rebelle. 405. Dieu te gart, compains. 1072. Co dit Rollanz: Bels cumpainz Oliver. Rol. 2207 etc.

b) Auslautendes ts oder ds wird im Altfr. durch z ersetzt, das nicht selten auch bei Wörtern mit auslautendem l vorkommt. So liest man auch im P.: les piez devant 594, aucuns secrez 980, telz motz 799, efr. 238, 936, 1125, 1150, 1401 etc.; daneben jedoch: des quatre pars 9, sans plus de debas 558, cfr. 1147 etc. Wie die letzten Beispiele werden auch im Gegensatz zum altfr. Gebrauch die Wörter auf ant, ent behandelt, in deren Schreibung auch im Neufr. keine Uebereinstimmung herrscht: marchans 112, enfans 806, dens 429, parens 758; ebenso poins 711, frans 537 etc.

c) Die Wörter auf al etc. behalten im Pl. ihren Consonanten, der ebenso wenig Berechtigung hat, als t vor z: des feulx 143, efr. 642 etc. Auch das neufr. x lässt sich nicht als vollkommen or- ganisch betrachten; im Altfr. steht es für das ursprüngliche ls nur hinter reinem Vocal im Nom. Sglr. und im Acc. Plur: chevax, cheval, cfr. Ly. 459 463 etc. Geht dagegen bei der Declination al in au, el in eu über, so steht s(z). Diese Formen treten in der langue d'orl mundartlich neben einander auf; beim Schwinden der Casusunterscheidung folgte man alsdann bei der Pluralbildung der