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Es sollen nun aus den Tragikern einige Beispiele folgen, und zwar vornehmlich solche, in denen für uns das Particip des Aoristes auffallend ist, wo es aber nach dem Geist der griechischen Sprache an seinem Platze steht.
Prom. 750 bricht Jo, nachdem sie von Prometheus vernommen, welche Plagen und Mühen ihr noch bevorstehen, in die Worte aus: 7i ν εέιμ⁴οι ενηη Qαο⁶ος diνν οmχ&ν ταeν εενιοιmoειυναμιννν 1⁷ενπ σσνο τπιωοσας dτ τπ‿εέ⁶ές σeηνάα υν mQἀμνιιυν—πάννι εμmνν warum habe ich mich nicht jäh von diesem zackigen Felsen gestürzt, dass ich mit Gewalt auf die Erde aufge- schlagen von allem Leid befreit würde; 1041 dε ⁴ο σε πννmηιιιααν ιεεένν εκ̈ενναν τπνων 0⁹¶ vενςοliv: der Chor bittet den Prometheus, die Worte des Hermes zu beherzigen, weisen Rat anzunehmen: 1⁷έ ν α ⁴σαααι ⁵μιαιεε̈νια. Der Grieche denkt an die Vollendung der Handlung, des Ablegens des TTrotaes, uns entspricht mehr der Ausdruck der sich entwickelnden Handlung, wir sagen: deinen Trotz ablegend, der Grieche: den Trotz abgelegt. Ganz genau so liegt es in Aesch. Pers. 700 dν σννιοιμον ε̈νυν siο d πέοασιναναπἀνεα 11ν ε ννναἀάεν Qπισεε deposita in me reverentia.
Bei diesen Beispielen möchte ich die Bemerkung machen, dasz durch die Wahl des part. aor. die Darstellung ungemein gewinnt; es kommt ein belebendes Moment hinzu dadurch, dasz die Handlung hingestellt wird als eine schon geschehene, bei der nicht weiter verweilt wird. Es prägt sich in solcher Darstellung so recht eigentlich der Geist eines lebhaft empfindenden südländischen Volkes aus: jede Handlung in ihrer langsamen Entwicklung zu betrachten und sie demgemäs⸗ sprachlich zum Ausdruck zu bringen, dazu konnte sich der Grieche nicht bequemen, das entspricht vielmehr einem in seinem Fühlen langsameren, mehr zusehenden und abwartenden Volke. Dem Particip des Präsens hängt etwas Schwerfälliges an, und wenn wir uns bei sehr vielen Beispielen aus den Tragikern an Stelle von aoristischen Participien präsentische gesetzt denken, was grammatisch häufig möglich ist, empfinden wir deutlich, wie sehr der griechische Ausdruck verliert. Ich meine, dieses ästhetische Moment ist bei der Betrachtung des part. aor. noch zu wenig gewürdigt worden, und doch giebt es uns einen so klaren Einblick in den Geist der griechischen Sprache und damit des griechischen Volkes. Und wenn wir nun sehen, in welch' groszer Zahl Participien des Aoristes in der Bedeutung der Vollendung der Handlung gerade bei den Tragikern vorkommen, so ist diese Erscheinung, zumal bei den Dichtern, nicht mehr wunderbar.
Ganz dieselbe Beobachtung, zu der uns das Particip ενεis hier führte, können wir bei vielen anderen machen, wie aus folgendem zu ersehen.
Aesch. Ag. 946 heiszt es: 0u*' eρηοππιαας νκαα ϑυεναν ⁶eꝛ*ειεαειν Ʒἀςσσοα ενιννες T—e Toεds qilor 9νον, warum hält nicht mutige Zuversicht, das Schreckbild(deiια) nach Art wirrer Träume abweisend, den Thron meines Herzens? 989 h⁴ςσςα 2αρς⁵αν ννόιασασα e 1ι⁴⁶˙ν es—νεν dann würde das Herz, der Zunge zuvorkommend, alles ausplaudern;; Ag. 815 sagt Agamemnon bei seiner Rückkehr von Troia: ν /ϑ αα ϑει αeοιςμν Tr.ιυυε, τπ1ποπ⁷ –³mVντες 7 16 6 νε 6,ο— „οσι τσεεέινασινέ να πυιμαης τοιναι ονQ⁹ wo wir übersetzen: durch Brennen oder Schneiden werden wir versuchen, das Unheil abzuwenden. In beiden Participien liegt das Mittel, womit Agamemnon Heilung schaffen will. Rieckher, in dem Heilbronner Programm 1852, Seite 6, erklärt den Aorist hier daher, dasz die Handlung des Schneidens und des Brennens im Verhältnis zum Heilen ein zeitliches Prius in sich schliesze. Aber so ist meines Erachtens die Sache nicht. Ein zeitliches


