Aufsatz 
Das Particip des Aoristes bei den Tragikern / von Phillipp Schäfer
Entstehung
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ZWEITER TEII.

Kehren wir wieder zu dem Indicativ des Aoristes zurück, so haben wir gesehen, dasz die in ihm ausgedrückte Handlung in die Vergangenheit fällt. Er erzählt dem Wesen des Koristes ent- sprechend kurz das Factum, bei dem der Hörer oder der Leser nicht verweilen soll, und steht so im Gegensatz zu dem Imperfect und dem Plusquamperfect. Denn jenes, das Pfuhl, Seite 44, treffend das in die Vergangenheit zurückgetretene Präsens nennt, bezeichnet eine Handlung, die sich in der Vergangenheit entwickelt, während durch das Plusquamperfect das Resultat einer Handlung in der Vergangenheit gegeben wird, es sagt aus, dasz zu der und der Zeit der und der Zustand war. Aber nicht nur zu diesen Zeiten der Vergangenheit bildet der Indicativ des Acristes einen Gegensatz, sondern auch zu dem zweiten Tempus der Gegenwart, von dem Präsens besonders zu reden, erscheint überflüszig, dem Perfect. Denn dieses giebt uns eine Handlung, die vergangen ist, bezieht sie aber auf die Gegenwart, indem es sie in ihren Folgen und in ihren Wirkungen zeigt. Der Indicativ des Aoristes bezeichnet aber blosz die Vergangenheit, die Handlung wird nur als ge- schehen oder vergangen hingestellt.

Es entsteht nun auch hier die Frage, ob auch das Particip des Aoristes diese Bedeutung annehmen konnte? Das ungemein häufige Vorkommen desselben gerade in dieser Weise überzeugt uns davon, und auch hier ist leicht zu ersehen, wie es möglich war, dasz das aoristische Particip eine vollendete Handlung zum Ausdruck bringen konnte. Das Particip des Perfect nämlich hat eine ganz besondere Bedeutung der Vollendung angenommen. Der fertige Zustand, der aus einer voll- endeten Handlung entstanden ist, der in seinen Wirkungen erscheint, dieser Zustand tritt stark in dem Particip des Perfect hervor. Nun tritt aber auch das Bedürfnis ein, hinzuweisen auf eine von einer Person oder einer Sache vorgenommene Handlung, auf ein ihr widerfahrenes Leiden, so, das⸗ dieses Thun oder dieses Leiden einfach als vergangen, als vorüber hingestellt wird, nicht als noch in seinen Folgen fortwirkend. Das Particip des Koristes in dieser Bedeutung findet sich besonders häufig von dνσπ, und es bildet einen scharfen Gegensatz zu demjenigen des Perfect desselben Verbums. Das Particip dαrυν sagt uns einfach, dasz das Sterben geschehen, vollendet ist, und fixiert diese Thatsache, weiter aber nichts; dagegen drückt z. B. 04 ονεεες aus, dasz das Sterben allerdings auch vollendet, dasz aber diejenigen, die gestorben sind, sich auch im Zustande des Tot- seins befinden. 0? dανre würde man daher am treffendsten übersetzen mitdie Gestorbenen, 1eꝓνεματες mitdie Toten. Einige vorzügliche Beispiele, an denen dieser Unterschied kenntlich ist, bieten die Tragiker. Eur. Phoen. 1325 heiszt es: 1¹G⁴eο ⁶ϑαιυοωνσι τ ³ 1eνννιια τιιας 6106ν1α*¶⁵υ⁶ονoει σ⁴ι⁵ειν ϑε³ν. Hier haben wir beide Participien, und es ist auf den ersten Blick klar, was das perfectische besagen will! ò ο ειυννυς ist der, der sich im Zustande des Seins befindet, er ist, er lebt, während das Particip ꝛö ñHαια5οοα uns einfach sagt, dasz die Betreffenden