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man in dem Particip des Koristes Gleichzeitigkeit mit der durch das Verbum finitum wiedergegebenen HIandlung ausgedrückt glaubte. So hat auch Herm. Schmidt(a. a. O. Seite 22) die Behauptung auf- gestellt, dasz die Zahl der Stellen nicht gering sei, in denen das part. aor. ohne Zweifel die Handlung als eine werdende, d. h. sich entwickelnde bezeichnet. Er knüpft für seine Behauptung an das bekannte Beispiel aus Homer an: ᷣ ¶ατο. 4⁴⁶ιιέν ς ϑε 1ευνηαεκνο tom, 1ει⁶ιGVWῦ·χά ͤédεεαιτ Teil νπνπιdov. Mit Recht macht er darauf aufmerksam, dasz in dem Particip 1ει⁶ααασσ eine vollendete Handlung nicht liegen könne; dem Schlusse aber, den Schmidt aus diesem negativen Ergebnisse zieht, εόαςινααα drücke also eine HIandlung aus,„die als gleichzeitig mit der des folgenden Verbums gedacht werden musz“, diesem Schlusse kann ich nicht beistimmen. Für unsere Vorstellung sind freilich beide Handlungen gleichzeitig, aber davon musz man den sprachlichen Ausdruck scheiden: der Aorist drückt niemals eine einer anderen in dem gewöhnlichen Sinne gleichzeitige Handlung aus.
Es sind besonders die Verba der Wahrnehmung, des Sagens und der Gemütsbewegung, die gerade so gebraucht werden, wie hiéer 1εαν. Ich will zunächst einige Beispiele aus unseren Dichtern anführen: Soph. Ph. 882 ⁵l ι⁶π 1tν σ,ν⁴⁶σι⁶ςςννεντασςονoò εεπτεdαςα ανςυννον Soph. El. 1275 0iS 10 σανοσνννττιοσιπ ονιιν αμεςα!, Aesch. Sept. 185 ilον 0ονιιη ταέeηοο. 20 1 νOdzυ⁶ασσασ τ⁶ν μασιmνιυιον ⁶ιτοον; Suppl. 681 u*επκςα ³ϑε 11 τ0ευσνν õἀᷣεμοισςσ παιος 1ουmνO; Eur. Heracl. 285 à νοέόφμε dοσπ εmεέ‿s αονπνννναε ε&uυι deνν gi ουσ; Jon 1125 So59s 1εν ε◻υρνκιπ.... AESas. Greifen wir aus diesen Beispielen die Stelle aus Soph. Electra heraus: 1hm1Q—ε, 1νm,ν⁴⁵⁶ν ⁷⁴⁶έον ⁴μ⁷ν,άzjd⸗τοοmτέό˙σι⁶m mↄτω—0νυντττμοαοσσππν d⁶ονυἀν μιςι⁵εεέςεασ, so erscheint uns als das Angemessenste, die Gleichzeitigkeit beider Handlungen sprachlich hervorzuheben, und es wäre auch denkbar, dasz statt 700» an unserer Stelle ονν stände. Durch das Particip 70% will der Grieche aber eben die Handlung als nicht in dem gewöhnlichen Sinne gleichzeitig, als nicht sich entwickelnd darstellen. Es wird vielmehr einfach die Handlung des participialen Verbums in der oben auseinander gesetzten Weise hervorgehoben. Wir geben in solchen Fällen das aoristische Particip regelmäszig durch ein präsentisches wieder, worin allerdings Gleichzeitigkeit mit der durch das finite Verbum ausgedrückten Handlung und damit eine Dauer jener participialen liegt. Aber gerade das ist, wie Leo Meyer, Seite 125, mit Recht hervorhebt, das Charakteristische des aoristischen Particips, dasz es als solches nicht wie das präsentische die Bedeutung der Dauer hat. Wenn wir nun auf das Verhältnis achten, in dem die durch das Particip des Aoristes fixierte Handlung zu der des finiten Verbums steht, so scheint, was aber mit der Be- deutung des Aorists nichts zu thun hat, eine gewisse Gleichzeitigkeit ausgedrückt. Ich möchte sie eine momentane nennen, im Gegensatz zu der dauernden, der präsentischen. Der Begriff der Dauer, der dem der Gleichzeitigkeit im gewöhnlichen Gebrauche als wesentliches Moment zukommt, erscheint hier modificiert. Bei einem solchen Verhältnis tritt aber gleichfalls die Handlung, die im Particip zum Ausdrucke kommt, in den Vordergrund.
Wendet man auf das oben erwähnte Beispiel aus Homer das Gesagte an, so hat die Er- klärung des Particips 1⁴ει⁶ιααα keine Schwierigkeit: es wird blosz gesagt, dasz Here gelächelt, als sie den Becher nahm; 1α⁴ιια dagegen würde bedeuten: unter fortwährendem Lächeln; für unsere Vorstellung keine besonders schöne Art des Ausdruckes. Rieckher(Heilbronner Progr. 1852 p. 10) führt zur Erkenntnis der Bedeutung des Particips des Präsens z. B. von 6ο⁴ eine Stelle
4„ 71 TO.„ 5* 1½ 1 1⁴ιμε τ‿ασιοωνον ⁴⁵⁶ν ⁷⁶αυ‿ τμνXßGι Anoote


