Aufsatz 
Die Königsstühle bei Mainz und die Wahl Konrads II / von Bernhard Schädel
Entstehung
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hinzu, dieſe ganze Combination freilich nicht. Unſeres Erachtens iſt dieſelbe nicht nur nicht ſicher, ſondern ganz gewiß irrig. Soll denn die Wahlhandlung, die ſich weſentlich in Frage und Antwort bewegt hat, ſo lange unterbrochen geweſen ſein, bis Konrad hin und her über den Rhein gefahren war? Das iſt geradezu undenkbar. Eine kurze Beratung mit ſeinem Beiſtand, einins Geſpräch gehen, wie man es nannte, mag wohl unter Umſtänden herkömmlich und erlaubt geweſen ſein, ein Verlaſſen des Rings auf längere Zeit wäre jedoch unerhört geweſen.

Ein directes Zeugnis für die Wahl Konrads II. auf dem Königsſtuhle bei Mainz enthält die bis 1028 reichende Ge⸗ ſchichte der Franken des Ademar von Chabannais, der als Prieſter in Angouléme lebte. Er(oder ſein Interpolator) ſchreibt:Cononem ordinaverunt consecrationis oleo in regali gradu apud Mogonciam et tradiderunt ei sceptrum et coronam et lanceam sancti Maurici.

Wäre uns allein dieſe Nachricht von dem Wahlorte Konrads über⸗ liefert und wüßten wir ſonſt nichts mehr von dem Lörzweiler Königs⸗ ſtuhl, ſo würden wir in der That noch eher mit Jakob Grimm den Königsſtuhl in der Königshundert als den angegebenen gradus regalis apud Mogonciam annehmen, als die Ebene von Kamba. Er würde ſonſt in jeder Art abgeſehen von der geforderten Lage auf der Grenze des Mainzer und des Wormſer Gebietes, die ja aber zur Not als auf einer Ungenauigkeit des ortsunkundigen Wipo beruhend erklärt werden könnte eher zu ſeiner Schilderung der Ortlichkeit und zu den thatſächlichen Verhältniſſen paſſen, als die Ebene Oppen⸗ heim gegenüber. Wenn Wipo auch den Königsſtuhl ſelbſt bei ſeiner Schilderung des Wahlvorgangs nicht ausdrücklich erwähnt, ſo geht doch aus einer bisher überſehenen Stelle ſeines Werks hervor, daß ihm das Beſtehen der Königsſtühle in deutſchen Landen nicht unbekannt war. Er erzählt nämlich wie Konrad an den Ort kam, der die Pfalz Aachen genannt wird, wo von den alten Königen und von Karl vorzüglich ein Königsſtuhl erbaut iſt, der für den Erzſtuhl des ganzen Reiches gilt. Wenn Wipo dieſen Stuhl den Erzſtuhl nennt, muß ihm das Vorhandenſein von Königsſtühlen untergeord⸗ neterer Bedeutung bekannt ſein und als etwas ſelbſtverſtändliches gelten. Falls uns alſo von dem Beſtehen der Königsſtühle bei Mainz keinerlei Kunde erhalten wäre, könnten wir allein ſchon aus