Aufsatz 
Die Königsstühle bei Mainz und die Wahl Konrads II / von Bernhard Schädel
Entstehung
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werden konnte, umhüllt und verſchloſſen nach Köln gebracht und durch

alle Klöſter jener Stadt und die von Mainz und von Worms und die dazwiſchen liegenden getragen, indem das ganze Volk betend folgte.

Und wie die Menſchen von der Erde verſchwinden, ſo auch ſelbſt jene Bauten, an die ſich ihre ſtolzeſten Erinnerungen knüpfen. Bis gegen Ende des 13. Ih. ſoll(nach Bodmann) der Königsſtuhl auf Lörzweiler Boden in feſtem Gemäuer geſtanden haben, lange lag er als Ruine, bis im 15. Ih. das noch übrige Mauerwerk auch abgebrochen und zur Erbauung der noch jetzt ſtehenden Nierſteiner Warte verwandt worden ſein ſoll, alſo ganz das gleiche Schickſal fand, wie der andere Mainzer Königsſtuhl in der Königshundert, und damit das alte Wort erfüllte:

...... monumenta fatiscunt Mors etiam saxis hominibusque venit.

Und doch gibt es in höherem Sinne auch für die Steine der uns geraubten hiſtoriſchen Denkmäler dann ein Fortleben, ein Auf⸗ erſtehen aus dem Schutte der Vergangenheit, ein Recht der Lebenden in der Erinnerung der Nachwelt, wenn ſpätere Geſchlechter ihre einſtige Bedeutung zu würdigen ſich bemühen, wozu für die Mainzer Königsſtühle unſere Arbeit einiges beitragen möge, damit endlich auch in dieſer Frage der alten Krönungsſtadt Mainz ihr gutes hiſtoriſches Recht wieder werde.