Aufsatz 
Die Königsstühle bei Mainz und die Wahl Konrads II / von Bernhard Schädel
Entstehung
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ſie dort gar nicht gehen, ſie hätten vielmehr ins Land hinein nach Trebur gemußt und von da im Winkel hinüber zur Weiſenauer Rheinfähre, das wäre aber ein großer Umweg geweſen, und flutende Volksmaſſen ſuchen den kürzeſten Weg. Ich denke mir, ſetzt er hinzu, weil die Leute doch ſchon ſo viel hin⸗ und hergerudert waren zwiſchen den Inſeln bei Oppenheim, ſo ſind ſie nach der Wahl gleich ganz hinübergefahren aufs linke Ufer, da hatten ſie die geradeſte und ſchönſte Straße durch lachende Fluren, faſt immer den herrlichen Strom entlang.

Gegen die Benutzung der Rheinfähre, eines Reichslehens, das ſich zur Zeit der fränkiſchen Könige oberhalb Mainz, ſüdlich der Mainmündung befand, ſpricht, außer dem von Riehl erwähnten un⸗ wahrſcheinlichen Umweg, auch vor allem die völlige Unzulänglichkeit dieſes Transportmittels, ſelbſt wenn man ſonſt noch alle verfügbaren Fahrzeuge zu Hülfe genommen hätte. Man denke nur an das Üüberſetzen der Pferde! Alle dieſe unlösbaren Schwierigkeiten fallen weg, wenn man die Wahlſtelle da ſucht, wo ſie ſich in Wirklichkeit befunden haben muß, auf dem linken Ufer.

Diejenigen Hiſtoriker, die der durchaus nicht anzuzweifelnden Darſtellung des Augenzeugen Wipo ſonſt überall folgen, nur ſeine beſtimmte und, wie wir ſehen werden, ſehr wohl begründete Angabe von der Grenze des Mainzer und des Wormſer Gebietes für nicht glaubwürdig halten, ſehen ſich genötigt, mit weiterer Außerachtlaſſung ſeiner Darſtellung, die Wahl und die Feierlichkeiten in Mainz auf zwei Tage zu verteilen. Es iſt ganz unmöglich, Kamba als Wahl⸗ ort anzunehmen und die Annahme, die das Ueberſetzen über den Fluß und einen überaus weiten Weg fordert, mit den weiteren Feſt⸗ lichkeiten, die in Mainz ſtattfanden, an einem und demſelben Tage zu vereinigen. Um deswillen iſt es auch nötig zu glauben, daß die Wahl auf dem Königsſtuhle zu Lörzweiler früh am Morgen,bei klimmender Sonne vollzogen wurde. Wären die Feſtlichkeiten auf zwei Tage verteilt geweſen, ſo hätte gar kein Anlaß dazu vorgelegen, die Wahl ſo früh am Tage vorzunehmen, wie ſie thatſächlich ſtatt⸗ fand. Nach Wipo's Bericht fand nämlich nach Beendigung der Wahl und Ueberreichung der Inſignien noch der Feſtzug nach Mainz, feierlicher Empfang daſelbſt, Einſegnung, Gottesdienſt und königliche Tafel ſtatt.Als der Gottesdienſt und die königliche Weihe aufs