Aufsatz 
Die Königsstühle bei Mainz und die Wahl Konrads II / von Bernhard Schädel
Entstehung
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alle deutſchen Stämme von ihren Herzögen geführt erſchienen waren, ſo werden doch wohl deren Bevollmächtigte für ſie geſtimmt haben. Und wenn man bedenkt mit welch zahlreicher Begleitung bei ähnlichen Gelegenheiten Fürſten und Herren zu erſcheinen pflegten kam doch z. B. zu dem Reichsfeſte von 1184 der Herzog von Böhmen mit 2000 Mann, der Erzbiſchof von Köln mit 1700, andere Herren mit 500 1000 Reiſigen wird man der Verſicherung Wipos gern Glauben ſchenken. Und eine ſolche oder ähnliche Menſchenmaſſe ſoll zuſammengekommen ſein auf einem Boden, den Riehl folgendermaßen ſchildert:rechts ein halbfertiges, flaches Land, Dämme, Altwaſſer, Torfmoore, Buſchwald, ſtatt der Dörfer nur vereinzelte Höfe, links hingegenDorf an Dorf, Rebenhügel, wimmelnder Verkehr, ein hoch⸗ kultuvierter Boden. Wahrlich, es müßten ſehr zwingende Gründe geweſen ſein, welche die Veranſtalter der Königswahl beſtimmt hätten, gerade die unmittelbare Nachbarſchaft der Fieberſümpfe Oppenheims als Sammelplatz für eine ſolche Menſchenmenge zu beſtimmen, deren Verpflegung daſelbſt mit den größten Schwierigkeiten hätte verknüpft ſein müſſen!

Aber auch noch aus weit triftigeren Gründen können wir den⸗ jenigen nicht zuſtimmen, welche die Wahl auf das rechte Ufer verlegen. Es erlaubt nämlich ferner die Zeit, in der ſich der ganze Hergang abgeſpielt haben muß, durchaus nicht anzunehmen, daß die Wählenden ſich nicht auf demſelben Ufer befanden, auf dem ſich Mainz befindet. Wipo berichtet ausdrücklich:Als die Wahl beendigt war, eilten alle mit größter Freudigkeit den König nach Mainz zu geleiten, damit er dort die hochheilige Salbung empfange. Sie gingen frohen Sinnes, die Geiſtlichen ſangen Hymnen, die Laien ſtimmten Lieder an, beide auf ihre Art.

War nun die Wahlſtelle auf dem rechten Ufer, ſo ſollte man annehmen, da kein Ueberſetzen der Volksmenge über den Rhein von Wipo erwähnt wird, was doch in hohem Grade verwunderlich iſt, da er ſonſt viel geringfügigere Hergänge erzählt, ein ſolches Ueber⸗ fahren auch bei der Zahl der Anweſenden gar nicht thunlich war oder wenigſtens viele Stunden Zeit in Anſpruch genommen haben würde denn wo ſollten die Fahrzeuge dafür hergekommen ſein? ſie ſeien ſofort auf demſelben Ufer nach Mainz gezogen. Nun iſt das aber geradezu unmöglich.Am Rhein ſelbſt, ſagt Riehl, konnten