Aufsatz 
Die Königsstühle bei Mainz und die Wahl Konrads II / von Bernhard Schädel
Entstehung
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21 ſtamme, aber am rechten Ufer des Fluſſes geboren bin, ſo glaube ich den Streit zwiſchen den beiden Ufern recht parteilos vermitteln zu können. Wipo, welcher vom Lagerplatz des linken Ufers ausgeht, nennt jene Grenzen, die unweit Oppenheim zuſammenſtießen, Abt Bern dagegen, vom rechten Ufer ausgehend, Kamba, Oppenheim ſchräg gegenüber. Nun kennt Riehl die Gegend Oppenheim ſchräg gegenüber viel zu gut, um ſie ohne weiteres, ſo eben ſie auch iſt, als Anſammlungsplatz für Tauſende zu empfehlen. Er kennt jene Sümpfe, die durch ihre Fieberluft bei den Umwohnern berüchtigt ſind. Wenn ſie das heute noch ſind, wie mögen ſie gar damals geweſen ſein, als der Rhein noch durch keine Correction in ein geregeltes Bette gezwungen war!Nicht als ob ich meinte, fährt darum Riehl fort, auf dem braunen Sumpfboden ſei Konrad II. in den ſonnigen Septembertagen 1024 gewählt worden dort floß in jenen Tagen wohl ein weit ins Land ablenkender Arm des Rheins aber gleich vorn rechts am alten Ufer liegt der Kammerhof und das Kammerfeld auf trockenem, uraltem Kulturboden, da ſoll das Dorf Kamba geſtanden ſein mit ſeinem karolingiſchen Königsgut. An anderer Stelle ſagt Riehl ſelbſtob es Oppenheim ſo ganz ſchräg gegenüber ſtund, das iſt nur eine ſehr wahrſcheinliche Hypotheſe, denn Kamba iſtwie im Erdboden verſunken. Ob der erſt ſehr viel ſpäter nachgewieſene Kammerhof überhaupt irgendwie mit Kamba zuſammenhängt, iſt gleichfalls ſehr fraglich. Wenck(heſſ. Landes⸗ geſchichte 1, 51) verſetzt Kamba in das Ried, unweit Erfelden, wo es ſchon vor vielen Jahrhunderten von dem Rheine verſchlungen worden ſei.

Soviel ſcheint klar: allein ſchon der damaligen Bodenbeſchaffen⸗ heit nach läßt ſich, abgeſehen von allen anderen Gründen, kaum ein ungeeigneterer Ort für die Anſammlung einer ungewöhnlich großen Menſchenmenge denken, als die Ebene des rechten Rheinufers an dieſer Stelle. Die Verſammlung war ſo groß, daß Wipo, der ſchon verſchiedenen Reichsverſammlungen beigewohnt hatte, ſich, wie er ſagt, nicht entſinnt je zuvor eine ſolche geſehen zu haben. Er nennt allein zwölf Kirchenfürſten mit Namen und eine größere Anzahl von Reichsäbten. Von den zahlreichen weltlichen Fürſten, die er an anderer Stelle namentlich anführt, iſt nicht ausgemacht, ob ſie alle anweſend waren, aber wenn auch nicht nötig iſt anzunehmen, daß