Aufsatz 
Die Königsstühle bei Mainz und die Wahl Konrads II / von Bernhard Schädel
Entstehung
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Hätte man ſich nun allein genau an dieſe Angabe Wipos ge⸗ halten, ſo hätte man den Ort der Wahl dem einfachen Wortlaute nach nur in der Nähe des Rheinufers und zwar auf der Grenze des Mainzer und des Wormſer Gebietes, d. h. auf dem linken Ufer zu ſuchen gehabt. Damit wäre die Lage der Wahlſtätte ziemlich genau beſtimmt geweſen. Nun aber berichtet Bern von Reichenau (Gieſebrecht 630) an einen italieniſchen Biſchof, wahrſcheinlich Alberich von Como, im Juli oder Auguſt 1024: Sciatis enim publicum conventum omnium nostrum pridie Non. Sept. esse iuxta Rhenum in loco qui dicitur Kambe. Dieſer Ort Kambe iſt die villa quae dicitur Camben, welche Ludwig der Deutſche nach dem codex Lauresh. am 25. April 864 mit Land und Wieſen dem Kloſter Lorch ſchenkt in pago qui vocatur Rinegowe und die nicht auf der Grenze zwiſchen Worms und Mainz und daher nicht auf dem linken, ſondern auf dem rechten Rheinufer liegt. Wahrſcheinlich mit Benutzung dieſes Briefes nennt dann der für dieſe Nachricht in der Regel eben⸗ falls als Gewährsmann angeführte Herrmannus Contractus, der Schüler Berns(deſſen Briefe jedoch, wie jetzt nachgewieſen iſt (Gieſebrecht I! 639) auch ſonſt ihm als Quelle dienten) gleichfalls Kamba als Ort der Wahl. Kamba ſelbſt iſt lange vom Erdboden verſchwunden, und man kennt ſeine einſtige Lage nicht mehr. Wir wiſſen aus der Urkunde Ludwigs des Deutſchen, daß es einen Fiſch⸗ teich beſaß,quendam locum ad piscationem quem Odacher habuit in beneficium, etliche Schiffe, wir wiſſen, wie Riehl ſagt, allerlei Dinge, die wir nicht wiſſen wollen, nur, wo es gelegen, das wiſſen wir nicht.Die beiden Konrade, fährt Riehl fort, haben ſich auf dem fraglichen Platze zwar im Augenblick geeinigt über die deutſche Königskrone, allein über den fraglichen Platz konnten die deutſchen Gelehrten in 60 Jahren noch nicht einig werden. Bodmann, als Mainzer, iſt für die linke Seite, Lamey und Wenck, als Forſcher der rechten Uferlandſchaft, hielten ſich an Kamba. Nun folgten die Hiſtoriker früher bald Bodmann, bald Lamey. Heutzutage nehmen auf Berns Angabe fußend, die neueren Forſcher durchgängig das rechte Ufer bei Kamba als Ort der Wahl an, das linke Ufer iſt vollſtändig aufgegeben. Riehl, in richtiger Erkenntnis der Schwierig⸗ keiten, die ſich bei der Annahme Kambas ergeben, macht nun einen Vermittlungsvorſchlag:Da ich aus einer überrheiner Familie