— 14—
wenn er auch urkundlich als Gerichtsſtätte erſt zu Ende des 12. Jahrhunderts vorkommt, ſicher vom höchſten Alter iſt.„Die höisten Gerichte über Halsz und Heubt zuschen der Crufftel und der Waldoffen horent zu Mechtelnhusen in den Hoeff“, ſagt 1360 Graf Gerlach von Naſſau in einer Urkunde. Erzbiſchof Conrad I. macht„universis in comecia Mechtildshusen constitutis“ bekannt, daß Kaiſer Heinrich VI.„Godefrido de Eppinstein bannum concessit super comeciam Mechtildehusen. Dasſelbe that Erzbiſchof Sifrid II. ums Jahr 1212. Die Dynaſten von Eppenſtein verkauften 1270 das Dorf Flörsheim an das Domcapitel zu Mainz und zwar unter der Bedingung„quod incolas ipsius ville non compellent de cetero venire ad aliquod iudicium suum sine Mechtildisstule.(Wenck 52).
Dieſe alte Gerichtsſtätte nun war als ſolche lange bekannt, als Bodmann in ſeinen rheingauiſchen Altertümern eine Urkunde abdruckte, die ſie als Königsſtuhl nachwies. Er ſchreibt S. 93: „Ich theile hierbey eine unvergleichliche, noch ungedruckte Urkunde mit, welche dem Freunde des Altertums und der Geſchichte um ſo angenehmer ſein dürfte, als ſie nebenher den Stoff der Erläuterung mancher teils unbekannten, teils bisher zweifelhaften antiquariſchen Gegenſtände in ſich faſſet“.— Es folgt nun eine von Wolveradus, Abt von St. Alban in Mainz, ausgeſtellte Urkunde von 1213, in welcher ein Hof und ein Ort„extra fines seu limites curtis prefate iuxta lineam regie sedis que in volgari dicitur kunegesstuol“ erwähnt werden. Hierzu bemerkt Bodmann: Glücklicherweiſe entdeckt uns unſere Urkunde den Königsſtuhl. Nur durch eine unverbürgte Üüberlieferung wußte man bisher, daß er mitten auf dem freien Feld gegen Wiesbaden und Erbenheim zu gelegen geweſen ſei. Hier war es demnach, fügte er, über das Ziel einigermaßen hinausſchießend, hinzu, wo die Erhebungen und Ad⸗ klamationen der alten deutſchen neuerwählten Reichsoberhäupter, eines K. Heinrich II., Lothar II., Philipp von Schwaben, Friedrich II., vielleicht auch Heinrich's IV. vor ſich gingen, hier war es, wo der höchſt feyerliche unter Friedrich II. 1235 gehaltene Reichstag verſammelt war. Eben dieſe Gegend zwiſchen Erbenheim und Koſtheim war es denn auch, wo Kaiſer Friedrich I. im Jahre 1184 den berühmten Reichs⸗ tag hielt, und hier war es denn auch(wenigſtens wahrſcheinlich),


