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bindung mit Mainz, die Königshundert bleibt Bauernland. Einen deutlichen Beweis für das Erſtarken des Rheingaues bietet das Ver⸗ halten des an der Grenze beider Gebiete liegenden Walluf, das noch im 10. Ih. in der Königshundert lag, aber allmählich in den Rhein⸗ gau überging. Augenſcheinlich führte hier, wie Riehl in ſeinem Wanderbuch bemerkt, die politiſche Attractionskraft des gefreiten Gaus das Dorf an und über den Grenzbach. Gegen Ende des 11. Jhs. werden auch ſchon andere Orte in den Rheingau verſetzt. So ſchenkt (Bodmann 46) Erzbiſchof Engelbert zu Trier dem dortigen Simeons⸗ ſtift: ecelesiam quandam in territorio Moguntino, sitam in pago Rinegowe, in villa Muschebach, obgleich Mosbach ſonſt in der Königshundert lag. Eine ganze Reihe von Urkunden bewahrt uns die Nachricht davon, wie die ſpäteren Könige ihren Beſitz in der Königshundert minderten. Im 11. Ih. ſcheinen ſie bereits den größten Teil des Gaues veräußert zu haben.(Wenck, diplom. Nachrichten S. 11.)
Ludwig der Fromme ſchenkt 820 der Abtei Fulda: villam quae est in pago Kuningesuntre quae dicitur Massenheim. Otto I. ſchenkt 970 dem Kloſter Bergen bei Magdeburg: quoddam predium— in villis Wikkara et Noranstatt in pago et comitatu Kunigesundra. Otto III. ſchenkt 992 Biebrich und Mosbach dem Kloſter Seltz: „rogante carissima avia nostra Adelheida Imperatrice Augusta.“ In den Urkunden des 14. Ihs. wird die Königshundert ſchon nicht mehr genannt, die alte Grenzbezeichnung dient zur Umſchreibung des verſchwundenen Namens. In dem Weistum über die Rechte der Grafen von Naſſau von 1353 heißt es nur noch: auch teilet man, daß Nimand kein Herrſchafte noch Gerichte haben ſoll zwiſchen der Crufftel unn Waldaffe, he inhab es dan von Gnaden unſer Aldern oder Unſer. Graf Adolf von Naſſau und Graf Johann erhalten 1362 von den Schöffen Weistum ihrer Herrſchaft zwiſchen Cruftel und Waldoff„in einen fryen hofe zu Wiſebaden, den die vorgenant herrn und ir aldern von konigen und von keyſern alſo herbracht hant“.— In dieſem Hinweis auf das Herkommen von Königen und Kaiſern liegt, wenn es mehr als formelhafte Rede⸗ wendung iſt, eine ſchwache Erinnerung an die alte Herrlichkeit der Königshundert.
Die beiden Centgerichte der Königshundert befanden ſich zu Wiesbaden und am Mechtildshäuſerhof, von denen der letztere,


