Aufsatz 
Die Familien, Genera, Subgenera und Sektionen der zweimuskeligen, kopflosen Mollusken, (Acephala lamellibranchiata dimyaria) mit innerem Ligament / von Eduard Römer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

gefaltet ist und über welche sich die Epidermis fortsetzt; Lippentaster schmal, spitz; äussere Kiemenblätter klein.

Gehäuse: Eiförmig oder rhomboidisch, mässig solid, gewöhnlich nur an den Wirbeln und der Bauchrandmitte geschlossen, sonst überall klaffend, von einer dünnen, in rohen Streifen aufgelegten Epidermis bedeckt, mit unregelmässigen Anwachslinien; Wirbel spitz, klein, etwas ausserhalb der Mitte nach der Vorderseite hin; weder Area noch Lunula; Schloss zahnlos; senkrecht unter den Wirbeln in der linken Schale ein gerade vordringender, bis unter eine Höhle der andern Schale reichender Fortsatz, auf diesem und in jener Höhle das dicke Liga- ment; vorderer Muskelfleck nahe am Rande, schmal, sehr verlängert, hiüterer fast kreisrund, oben in einen kleinen, spitzen Lappen auslaufend; Manteleindruck mit grosser, weit geöffne- ter Bucht.

Das Thier liegt auf einer Seite im Sand der Meeresküsten, oft an Orten, die bei der Ebbe blosgelegt werden; doch wird M. truncata L. an unseren nördlichen Küsten bis zur Tiefe von 80 100 Faden gefunden,(Greville and Miles Dredging Report 1856. p. 102, Dredging Report of the Belfast Commitee 1859. p. 118). Ausser jener trifft man M. arena- ria L., die regelmässig seichtes Wasser vorzieht. Beide finden sich nach v. Middendorff, Malac. Ross. p. 69, auch bei Kamtschatka, Ochotzk und letztere sogar bei Novaja Semlija. Es sind noch zwei Arten beschrieben: M. Uddevalensis Forbes und M. praecisa Gould, Oregonküste.

Subgenus: Platyodon Conrad, Journ. Acad. Philad. 1837. p. 236.

Thier: Am Ende der Siphonen vier kalkige Schalen, durch welche die Oefhnng ver- schlossen werden kann.

Gehäuse: Ligamentalzahn weniger vorspringend, breiter; die kurze Hinterseite mit Längslinien bedeckt; Mantelbucht schmal geöffnet, hinten erweitert.

Am angeführten Orte ist Pl. cancellata von St. Barbara beschrieben.

2. Genus: Tugonia ¹) Gray. Synops. Brit. Mus. 1842. p. 78. 91. 1 Thier: Unbekannt. Gehäuse: Gleichschalig, sehr ungleichseitig, kugelig oder etwas eiförmig, hinten weit klaffend; Wirbel klein, nach hinten umgebogen; in jeder Schale ein runder, kleiner,

¹) Der Name ist dem Tugon Adansons nachgebildet. Was die Production von Bezeichnungen betrifft, so unterscheidet sich Gray dadurch von Adanson, dass dieser seine barbarischen Namen mit einer Wortma- schine machte, jener aber auf viel einfachere Weise seinen Inspirationen folgt; er liebt dabei classische An- klänge und wegen dieser liess sich Philippi in seinemHandbuch der Malakozoologie und Conchyliologie 1853 verleiten, die Gray'schen Namen etymologisch zu behandeln, wobei merkwürdige Dinge zum Vorschein kamen. Gray's Lehrer Leach ist ihm mit diesor Unsitte vorangegangen und die Gebrüder Adams folgen ihm getreulich nach.