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Zu den wichtigsten Werken, welche die neuere Zeit geliefert hat, gehört unzweifelhaft: „Forbes and Hanley, A History of Britishn Mollusca and their Shells“ 1848— 49; dasselbe enthält nicht nur sämmtliche in und um Grossbritannien vorkommende Mollusken, sondern ist besonders durch die genaue Untersuchung der Thiere und die daraus abgeleiteten Gattungs- bestimmungen von grösstem Werthe.
Die Arbeiten des Dr. Mörch in Kopenhagen zeichnen sich stets durch grosse Gründ- lichkeit aus. In der Literatur sind wohl Wenige so wohl belesen als dieser Zoologe. Seine Bekanntschaft namentlich mit den älteren Schriften hat schon manchen Irrthum in der Syste- matik berichtigt, manche Priorität wieder hergestellt. Geht er auch in letzterer Beziehung oft zu weit, so ist doch die Entdeckung dankenswerth und die Einigung wird nicht aus- bleiben, wenn erst von mehreren Seiten gründlich geprüft und über die Grundsätze endgültig entschieden ist. Mörch's Arbeiten sind veröffentlicht in:„Catalogus Conchyliorum quae reli- quit D. Alphonso d'Aguirra et Gadea, Comes de Yoldi“, 1853;„Malakozoologische Blätter von Menke und Pfeiffer“;„Annals and Magazine of Natural History“ 1859. Die neuen Genera etc., welche Mörch namentlich im Cat. Yoldi aufgestellt hat, verrathen stets einen richtigen Blick. 1 4
Das neueste und vollständigste systematische Werk, in welchem die Verfasser alle bis dahin erworbenen Kenntnisse zusammenzustellen beabsichtigten, ist:„The genera of Recent Mollusca; arranged according to their organization.“ By Henry Adams and Arthur Adams. In three volumes; für uns ist der 2. Band von Wichtigkeit, welcher 1858 zu London er- schienen ist. Das Werk besitzt unläugbar grosse Vorzüge; es enthält die Familien, Genera, Subgenera mit Anführung der bekannten Species in annähernder Vollständigkeit und jene sind kurz characterisirt. Dass das eine Riesenarbeit ist, wird jeder gern anerkennen, der sich mit ähnlichen Dingen beschäftigt hat, wenn sie auch den englischen Autoren durch die Vollständigkeit der Londoner Museen und durch die Originalbestimmungen der Haupt-Autoren leichter gemacht worden ist. Weiter sind recht gute Abbildungen der Schalen wie der Thiere, soweit letzteres möglich war, gegeben, wodurch für Viele zum ersten Male ein Verständniss für manche räthselhafte Publicationen eröffnet worden ist. Leider überzeugt man sich bei genauerem Studium zu bald, dass der kritische Werth des Werkes nicht hoch steht, indem einestheils ohne gehörige Sichtung das Vorhandene reproducirt, zum Theil ungehörig zusam- mengestellt und namentlich in der Uebersicht der Species eine Verwirrung erzeugt worden ist, die zu ihrer Lösung so bedeutende Einzelstudien erfordert, dass einstweilen dieser Theil durchaus mit Misstrauen aufgenommen werden muss; denn Schlimmeres lässt sich doch kaum erwarten, als dass z. B. eine und dieselbe Species zuweilen mit demselben Trivialnamen, zu- weilen mit den synonymen Bezeichnungen verschiedener Autoren unter mehreren Gat- tungen angeführt wird. Es macht dieser Theil des Werkes den Eindruck, als ob die Arten nach Museumszetteln ohne Prüfung der Species selbst auf gut Glück untergetheilt worden


