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statt der gehörten, ja sie werden zuerst oft nicht einmal merken, dass ein Unterschied zwischen den vorgesprochenen und den nachgeahmten Lauten vorhanden ist.
Dass das nachgesprochene Wort dem Vorgesprochenen nicht gleicht, hat seinen Grund darin, dass gewisse Einzellaute in beiden Sprachen verschieden sind. Um nun die dem Fran- zösischen eigentümlichen Laute den Schüler zu lehren, kann der Lehrer entweder die französischen Wörter vorsprechen, ohne sie in die einzelnen Laute zu zerlegen, indem er durch fortgesetzte mündliche Einübung Ohr und Sprachwerkzeuge mit der Zeit an die richtigen Laute zu gewöhnen sucht, oder er kann auf die kleinsten Bestandteile des Wortes, auf die Einzellaute, zurückgehen, indem er diese einübt und sie dann zu Ganzen zusammensetzt. Nach vielfachen Versuchen habe ich gefunden, dass das Ausgehen von den Einzellauten schneller und sicherer zu einer guten Aussprache führt als der erstgenannte Weg.
Nun wird es sich als nützlich, ja als ganz notwendig erweisen, dass wir gewisse Laute neben einander üben, solche Vokale z. B., die im ganzen mit derselben Mundstellung hervor- gebracht werden(so die Vokale in pas und en, in tort und on, in téte und main, in heure und un) oder solche Konsonanten, die mit ganz derselben Mundstellung erzeugt werden und sich nur durch das Mitwirken oder Nichtmitwirken des Stimmtons von einander unterscheiden(So f und v in faux und raux, s und z in champ und gens oder Jean, p und b in pot und beau u. s. w). Daher empfiehlt sich eine planmässige Einübung der französischen Laute mit beson- derer Berücksichtigung dessen, was sie von den deutschen unterscheidet.
Hierbei wird man sich vor die Frage gestellt sehen: Sollen die Laute als Einzellaute so lange geübt werden, bis alle oder fast alle Schüler sie richtig mit dem Ohre aufgefasst haben und bewusst richtig hervorbringen, oder genügt es, sich vor der Hand über die Hauptpunkte, auf die es dabei ankommt, mit den Schülern zu verständigen, durch eine Ubersicht über die französischen Laute eine Grundlage für das Verständnis zu legen, auf der man sicher weiter aufbauen kann? An und für sich genommen dürfte das erstere Verfahren wohl das richtige sein. Im prak- tischen Unterricht aber thut man besser sich für das zweite zu entscheiden. Der Lehrer wird nämlich finden, dass gewisse Laute den Schülern viele Schwierigkeiten machen,— ich erinnere nur an die Nasalvokale in Norddeutschland, an die v-, s-, z-, S-, 2-, p-, b- u. s. w. Laute in Mittel- und Süddeutschland— so dass im Klassenunterricht immer eine grössere Anzahl von Stunden erforderlich sein dürfte, bis die fremden Laute der Mehrzahl der Schüler zu fester Gewöhnung geworden sind. Einzelne Schüler werden selbst nach vielen Wochen noch Schwierigkeiten finden. Wollte man nun längere Zeit hindurch weiter nichts treiben als Einübung der Einzellaute, so fürchte ich, wird auch bei dem regsamsten und geschicktesten Lehrer die Schüler ein Gefühl der Langweile und Teilnahmlosigkeit überschleichen. Die Schüler verlangen Inhalt, die Form kann sie auf die Dauer nicht packen.
Ich habe daher in zwei Stunden vorbereitende UÜbungen angestellt und habe dann zur weiteren Einübung der Laute als Einzellaute und in ihrer Verbindung mit anderen ein kleines Gedicht durchgenommen, das zugleich singbar war; dann folgten kleine Erzühlungen. Zu dieser weiteren Einübung wird man auch anderes heranziehen können. So
scheint mir der Vorschlag Dörr's*), die Zahlen zuerst einzuüben, sehr beachtenswert; ebenso
erscheinen kleine
*) In dem Vortrage auf der III. Nouphilologen-Versammlung
2zu Dresden über„die Reform des neusprachlichen Unterrichtes.“


