Aufsatz 
Die alten Handschriften der Gymnasialbibliothek / Dr. Pulch
Entstehung
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almechtigen gotis wyllichlichen geszat In groszer hoffenunge das myne gebrechen ir vult werdin des gudes vnde der vullenkomenheit die mit synes eygen crefften allir werlde ffinsternisse irluchtet Da von durchluchtige fforstynne Vnde gnedige ffrauwe So han ich in dosseme buche gearbeydet mit rechtin truwen Vnde mit(247b) ernstlicheme vliesze zu werdicheit deme almechtigen gote synte jeronimo zu eren Vnde zu getruweme dienste uwern fforstinglichen gnaden was ir dar gutes jnne vynden Des danket gotlichen gnaden was ir auer gebrechens dar jnne ffynden Das komet von myner gebreche wegen zu wanne ich so gelart nijt en byn das ich werdich sij solche grosze ding zu beszynnende Vnde zu dichtende.

Dytz ist die erste breff Den Euszebius szante Deme byschoffe Damasso Vnde Theodonio deme romeschen vorsten Dar jnne er beschribet synte jeronimus lebin vnde syne achtber lare Die er gelernet had syne brudere jn der lesten zijt synes thodes Vnde syne grotze andacht Die er gehat had Do er gotis lichamen entffan wolde Vnde syn andechtige gebeth Das er vur gotis lichame gesprochin had Vnde auch etliche grotze tzechin Die geschan in den tzijden synes todes Dar zu so claget er auch synen tod mit suchten vnde mit Clagebern wortin

Vnde Diesz Ist Das Erste Capittel

Die Predigten des erſten Teils unſerer Handſchrift ſchließen ſich alle eng an das be⸗ treffende Sonntagsevangelium an und legen es in klarer, einfacher Weiſe aus. Eine Anrede findet ſich nirgends, immer nur:wir ſollen merken. Die Dispoſition iſt überall ſehr überſichtlich. Als Autoritäten werden außer der heiligen Schrift die Kirchenlehrer, wie Auguſtin, Hieronymus, Gregorius angeführt. Beiſpiele ausdem Buche der Altväter kommen ſehr oft vor, einmal wird auch Freidank citiert. In der Predigt am dritten Sonntag nach Oſtern heißt es auf Bl. 119b: Also auch ffriedang spricht die wiszen das sin gotis kint die andern alle doreicht sint(Vgl. Grimms Ausgabe p. 78, 11 und 12. Vor doreicht ſind die Buchſtaben torh durchgeſtrichen.)

Im Anzeiger für deutſches Alterthum u. d. L. II. p. 224 veröffentlicht Steinmeyer im Anſchluß an eine Beſprechung von Wackernagels altd. Predigten einige Bruchſtücke aus einem Pergamentblatt des 14. Jahrhundert. Da dieſelben bis auf dialektiſche Verſchiedenheit mit den entſprechenden Teilen unſerer Hdſch. wörtlich übereinſtimmen, will ich zur Vergleichung mit Stein⸗ meyers Text und zur Ergänzung desſelben die betreffenden Stücke hier folgen laſſen. Die über den Predigten ſtehenden Evangelientexte ſtimmen weniger genau, auch ſcheint die Handſchrift, aus der Steinmeyers Blatt ſtammte, nur Evangelien und Predigten zu den Sonntagen enthalten zu haben, nicht, wie unſere, auch die Lektionen für die Wochentage und die Epiſteln.

(Bl. 155a) Die nugde suntag*) paulus(Rom. VIII 12 17) Brudere wir sin schuldiger nijt dem ffleische Das wir nach dem ffleische leben

*) Der 9. Sonntag nach Pflingſten. 24