Aufsatz 
Die alten Handschriften der Gymnasialbibliothek / Dr. Pulch
Entstehung
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Theol. fol. R. III. verzeichnet mit folgender Inhaltsangabe: Euangelia vnd Episteln mit Glossen in alter teutscher Sprach. Breff den Eussebius ssante deme byschoffe Damasso vnd Theodorico deme romeschen vorsten dar inne er beschrifft synte sommus(ſo für j'onimus) Leben u. ſ. w. Im Katalog der Gymnaſialbibliothek ſteht die Hdſchr. unter R 105 alsEin Manuſcript, die Evangelien und Epiſteln enth.(plattdeutſch.)

Daß die Handſchr. frühzeitig nach Niederdeutſchland gekommen iſt, ſcheint hervorzugehen aus folgendem Umſtand. Bl. 188b ſchließt das Evangelium zum 20. Sonntag nach Trin.: Vnde da sprach der konnig die wirtschafft ist bereit Vnde die da gladen waren die waren nijt werdig zu komen zu myner wirtschafft Dar vmbe geet in das utzerste der weghe alle die ir ffindet ladet zu der hoychtzijt d. h. das Evang.(Mat. 22, 114) bricht mit Vers 9 ab. Der Reſt, 1014, iſt nun von einer Hand des 15. oder 16. Jahrhunderts in folgender nie⸗ derdeutſchen Überſetzung am Rande zugeſetzt: vnde do gyncgen syne kneichte in de weghe vnde samelden alle se vunden bose vnde gude vnde de werschop wort vullenbracht vnde de koninck gynck dar in vmme to besende de dar eten vnde he scha dar eynen menschen de en hedde nen werschopes kliet ane do sprack de koninck vrunt wo bistu hir gekomen vnde en heues nen werschopes cleit an vnde do sweich he als of he stum hedde gewesen vnde do sprac de koninck to synen kneten byndet eme hande vnde vote vnde werpet en yn de vtwendigen duisternisse dar wesen sal wenen vnde teneklapperen wante vele is er geropen vnde venich is de vtverkoren

Im übrigen iſt die Sprache in allen Teilen der Handſchrift mitteldeutſch, 4 daß man wohl Heſſen als Heimat des Schreibers annehmen darf.

Zum Vergleich mit Benedicts Tert ſetze ich den Anfang des Hieronymus hierher. Dabei folge ich genau der Handſchrift, nur die Abkürzungen löſe ich auf und verwende ausſchließlich rundes s, während es die Hdſchr. nur am Wortſchluß hat. Die als Erſatz der Interpunktion gebrauchten, aber ſehr willkürlich geſetzten roten Striche(ſ. o.) laſſe ich unberückſichtigt.

(Bl. 247a4) DEr qdurchluchtigen fforstynnen vnde ffrauwen ffrauwen Elyzabeth margreffinen zu merhern myner gnedigen szundirlichen ffrauwen Enbiede ich johannes von gotis gnaden byschoff tzu olmunsz des romeschen keyszers kenszeler myn othmotige gebeet In deme heylgen namen des almechtigen gotis Gnedige ffrauwe sint den hohin lerer synte augustinus Dar zu die werdigen byschoffe vnde gelertin meystere synte Eusebius vnde synte Cyrillus duncket das menschen hertze menschen tzunge nijt vullen szegen vnde bedenckin mogen synte jeronimus groszen werdigkeit Da mytte yn der almechtige god so myldiglichen beghabet hat mit wylker konheit mag ich mich dan synes loues vndir wynden wanne alle myne konst Die ich bie mynen thagen geleret han eyn vnbederbe netteln kruet ist bij roszen varwe vnde ffyolen Solcher heylger lere Vnde eyn iglicher wysze mensche mach my das vur grosze torheit keren Das ich mich vnmogelicher dinghe so durstenglichen vndirwunden habe Doch so entschuldiget mich doch uwer fforstinglicher gebot Deme ich auch gehorszam syn sal Vnde wil zu allin zijden Vnde han mich dar in uff die gnade des