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älteren griechischen Philosophen haben doch noch etwas von einem Naturphilosophen an sich, während die Physik des Aristoteles nichts anderes als dialektische Worte ertönen lässt. Auch das bewege niemanden, dass er sich in den Büchern über die Thiere, in den Problemen und anderen Tractaten häufig mit Experimenten zu thun macht. Er hatte schon alles vor- her beschlossen und zog die Erfahrung zur Feststellung seiner Meinungen und Grundsätze nicht zu Rathe, sondern, nachdem er willkührlich entschieden hatte, führte er die Erfahrung nach seinen Sützen verdreht als eine Gefangene umher. Er ist darum mehr anzuklagen, als selbst die Scholastiker, die die Erfahrung überhaupt aufgegeben haben. ¹) Gegen Aris-
toteles eifert Bacon unter allen Philosophen am meisten. Die geschichtliche Entwickelung
brachte es mit sich, dass auf denselben alle die Schläge sich entluden, welche gegen die willkührliche, abstracte Schul- und Woriweisheit gerichtet sein sollten. Er erscheint Bacon dessbalb als der schlimmste Sophist, der von unnützer Spitzfindigkeit betäubt, gewagt habe, dem Geiste die härtesten Fesseln anzulegen, eine Kunst des Unsinns zu ersinnen und uns den Worien preiszugeben. Von einem Geiste des Widerspruchs gereizt, habe er dem gan- zen Alterthum den Krieg erklärt, und nicht allein neue Kunstwörter zu prägen sich ange- masst, sondern auch die alte Weisheit zu vernichten gestrebt. Wie sein Schüler alle Natio- nen, so habe er alle Meinungen unterjochen und sich gleichsam eine Monarchie in den Gedanken gründen wollen. Denn nach Art der Sultane, die nicht glaubten sicher regieren zu können, wenn sie nicht ihre Brüder getödtet hätten, habe er mit hefiigen Widerle- gungen die, übrigen Philosophien niedergemacht und dann über die einzelnen Fragen seinen Ausspruch gethan und emschieden. So sei er zu grossem Ansehen und fast zur Diktatur in der Philosophie gekommen Denn an seinem Busen haben sich nachher alle die argen Schwätzer genährt, welche aus der sehr dehnbaren Materie seiger Vorschriften und Sätze vornehmlich, mit ruheloser Beweglichkeit des Geistes uns den zahllosen OQuark der Schulen bereitet haben. ²) In die Schriften ihres Diktators Aristoteles war ja der Geist der Scho- lastiker eben so eingeschlossen, wie ihr Leib in die Zellen ihrer Klöster. So brachten die- selben in vollster Musse, fast ohne weitere Belesenheit und grösstentheils ohne Kenntniss der Geschichte und der Natur aus geringem Stoffe mit Scharfsinn die mühsamsten Gewebe, zu Stande. Ibre Methode war dabei etwa folgende. Ueber einen jeden vorliegenden Satz bildeten sie Einwürfe, dann die Lösungen dieser Einwürfe, die aber meistens nur in Unter- scheidungen bestanden, während doch die Kraft aller Wissenschaften, wie bei dem Ruthen-- bündel jenes Greises, nicht in den einzelnen Stäbchen, sondern in der Verbindung aller besteht. Denn der symmetrische Bau der Wissenschaft, wo die einzelnen Theile sich gegen- seitig halten und stützen, ist die wahre und sichere Widerlegung untergeordneter Einwürfe und soll es sein. Kleinliche Fragen brechen die Kraft der Wissenschaften. Weder dem Aristoteles aber, noch den Scholastikern bestreitet Bacon den Ruhm grossen Scharfsinnes, er, wenn sie nicht wie die Spinnen nur Gewebe aus sich gesponnen hätten, alle Künste und Wissenschaften wunderbar hätte fördern können. ³) Tiefer aber als Aristoteles schei- nen ihm die Atomisten, namenilich Demokrit, in die Natur eingedrungen zu sein, und zwar aus der einzigen Ursache, weil sie die Endursachen ganz verbannt haben. ¹)— Die zweite Klasse der Philosophen, die Empiriker, verwendeten eine emsige und sorgfäſtige Arbeit auf wenige Experimente und wagten daraus Philosophien herzuleiten und zu erdichten, wobei sie denn alles übrige darnach wunderbar verdrehten und natürlich zu noch unförmlicheren- und abentheuerlicheren Ansichten gelangten, als jene Rationalen und Sophisten; denn die
1) N. O. I, 61—- 63. 2) lmpet phil p. 372; De augm. III. 4.(ogit et vis. p. 18 sqq. Descript globi ntellect. c. vir 3) De augm. 1, 3436. 4) De augm. III, 4. 5 1a1 4 T4 aa 1 X
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