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treben die Worte hré Blendwerke üben einen so verführerischen Zauber aus, dass die feierlichen Disputationen der Gelohnten oft in reine Wortstreitigkeiten ausgehen. Definitiov- nen aber, wie sie die Mathematikern anwendéèn, heilen in den Naturwissenschaften das Uebeb nicht. Diese selbst bestehen aus Worten, und Worte erzeugen nur Wonte! Diese aber lieb gewinnen heisst gegen eine Statue entbrönnen, denn die Worte sind nur die Bilder der Dinge. ¹) Zu den besondenen Dingum also und ihren Reißen und Ordnungen muss man zurückkehnen, demüthig und mit Ehrfüncht das Buch der Sehöpfung aufschlagen, dabei vere weilen und darüber nachsinnem Hier ist jene Roi und Sprache, die in alle Gebiele der Erde ausgegangen ist und jene Babylonische Verwirpung nicht erlitten hat 2) 910191 Wie in der Lekre von den idola tribus der principielle Gegensatz Bacon's gegen den abstrakten Intellektualismus seinen Ausdruck gesucht hat, so tritt in den id. wheatri der historische Gegensatz des Reformators der Wissenschaften in den Vordergrund. Wie jene Reformatoren des f0ten Jahrhunderts die Kirchliche Tradition verwarfen und nur das, was der erneuerten Prufung Stand Halte, annehmen zu wollen erklärten, so verwarf Bacon die Philosopkische Tradition. Wohl ist die Wahrheit die Tochtet der Zeu, aher nicht der Au- ioritat. 3) Die Fabemn der Theorien und verkehrte Beweisführungen haben sich in den Ver- stand der Menschen eingeschlichen. Viele gieht es schon und weit mehr kann und wird' es vielleicht dereinst noch geben. Deun hätten nicht Religion und Theologie viele Juahrhunderte Hindurch die Geister ganz in Auspruch genommen, und wären ferner die Re- gierungen gegen solche Neuerungen auch in Theorien nicht so abgeneigt gewesen, dass man nur mit Gefahr und Verlust seines Vermögens sich denselben hingab, Altr allein von aller Belohnung entblösst, sondern auch der Verachtung und dem lfasse preisgegeben: so wären viel mehn phlosophische Schtlen und Theorien, ähnlich jenen, die in S0 grosser Mannigfaltigkeit bei den Griechen gebluht haben, eingefübrt Worden. Was hindert auch üher die Erscheinungen die verschiedenartigsten Meinungssysteme zu ersinnen, die dazu moch den Vorzug mit den Theaterstücken der Dichter gemein haben, duss sie weit harmo-
mischer und feiner abgerundet sind, als die Wirklichkeit, kur⸗ grade s0, wie sie nur jemand
wünschen mag. 4, n in eine Widerlegung der philosophischen Systeme will sich, wie wir schon oben he-
merkten, Bacon nicht einlassen, Den Alten kann ihre Ehre bleiben; denn nichts wird ihnen-
entzogen, da es sich überhaupt um den rechten Weg handelt. Und da wird auch ein Him- kender auf dem Wege, wie man sagt, vinen Läufer ausserhalb des Weges überholen..
Die vorschiedenen Arten der Philosophien und Theorien charakterisirt Bacon nun auf folgonde Weise. Im Allgememen wird der Inkalt der Philosophie auf eine zu enge Grund- lage der Erfahrung gegründet, indem man entweder Vieles aus Wenigem, oder zu Weniges aus Vielem ommimmi. Die rationalen Philosophen nämfich haschen nach Muncherlei und Gewonlichem, und auch das ist weder sicher in Erfahrung gebracht, noch genau geprüft and erwogen; das Uebrige setzen sie in das Denken und in die Thätmg- keit des Geistes, Dahin gehört besonders Aristoteles. Er verdarb die Philosophie der Natur durch die Dialektin, erbaute die Welt aus Kategorien, that physikalische Fragen mit der frostigen Unterscheidung von actus und potentia ab und bürdete der Natur Unzühliges nach seiner Willkühr auf, überall mehr durum besorgt, wie jemand mit Antworten sich heraus- wickenn und etwas in Worten festsetzen Römne, als um die imnere Wahrheit der Dinge. Die
1) De augm. p. 32. 2) Hist. ventor. praef; N. O. 1 59; 60 de augm. V, 4. 3) N. 0. 1, 84. 4


