Aufsatz 
Franz Bacon's Standpunkt und Methode / von Polack
Entstehung
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17.

dern beständig gelenkt werde. ¹) Alles beruht darauf, dass wir die Augen des Geistes nig von den Dingen selbst wegwenden und ihre Bilder ganz wice sie sind aufnehmen. ²2) Denn wenn der menschliche Verstand unverwandt auf den Stoff gerichtet ist, in dem er die Na- tur der Dinge und die Werke(ottes betrachtet, so ist er thätig nach Maassgabe des Stoffes und wird auch von demselben bestimmt; wenn er aber auf sich selbst hingewendet ist, dann ist seine Thätigkeit unbegrenzt und erzeugt allerdings gewisse Gewebe von Lch- ren, durch Feinheit des Fadens und des Geflechtes bewundernswerth, aber zum Gebrauche untauglich und eitel. ³) Daher darf dem Scharfsinn und der Vortrefflichkeit des Geistes nicht viel überlassen werden; vielmehr, fügt er hinzu, müsse alles nach den sichersten Regeln und Beweisen vollbracht werden, so dass seine Methode die Geister ſast gleich mache. Was ein Lineal oder ein Zirkel für die Hand, das sei die wahre Melhode für den Geist. 4) Denn der sich selbst überlassene Verstand schlägt theils aus angeborener Begierde den falschen Weg ein und verschmäht nach kurzem Verweilen die Erfahrung, theils hat er goch, wenn

er auch einmal in einem nüchternen, geduldigen und ernsten, Kopfe den rechten Weg versucht, geringen Erfolg; ³) die blosse Erfahrung aber, die, nur sich folgend, um- herschweift, ist ein reines Tasten, das die Menschen mehr betäubt, als unterrichtet. 6) Eine solche, sicher leitende Methode der-Wissenschaften will Bacon in seinerwahren ünd ge- setzmässigen Inductjon aufstellen; es sei auch eine Logik, Wwas er in seinem Organum be- handle; aber sie lehre den Verstand, nicht mit den schwachen Schlüsseln des Geistes nach Abstractionen zu haschen, wie die gemeine Logik, sondern die Natur wirklich zu zerglie- dern und die kKrälte und Thäligkeiten der Körper, sowie ihre materiell bestimmten Gesetze zu finden, so dass diese Wissenschaft nicht allein aus der Natur des Geistes, son- dern auch aus qer Natur der Dinge fliesse. ²)* Den Unterschied zwischen der bisherigen Logik und der seinigen klar auseinander zu setzen, ist Bacon auf alle Weise bemüht. Dessen ungeachtet hat er keineswegs verächtliche Vorstellungen von der Logik im Allgemeinen. Seine Aeusserungen darüber sind für seinen Standpunkt nicht ohne Bedeutung Die Logik und Rhelorik gehören nach ihm, wenn man die Sache recht erwäge, zu den allerwichligsten Künsten; denn sie sind die Künste der Künste, die eine für das Urtheil, die andere zur Zierde; ja, sie enthalten die Regel und Norm, die Dinge und den vorliegenden Stoff theils zu ordnen, theils zu erläutern. 8) Die Logik insbesondere, als die Lehre vom Gebrauche des Verstandes und der Vernunft, ist gradezu der Schlüssel zu den übrigen Wissenschaften. Dem Geschmack und Gaumen der Meisten ist sie freilich weniger angenehm; ihr trockenes Licht belästigt und senget gleich- sam'schlaffe und verwässerte Köpfe, und sie scheint ihnen nur eine Schlinge dorniger Sub- tilität zu sein. Denn wiewohl man mit Recht sagt, die Wissenschuft sei eine Seelenspeise: so haben doch die Meisten im Verlangen nach dieser Speise den Gaumen der Israeliten in der Wüste empfungen, und es gefallen ihnen jene Wissenschaften besser, welche, wie die Fleischföpfe Aegyplens, eine zum Genuss reizende Beimischung haben, z.. Geschichte, Poſitik elc. 2) In der That aber eignet sich dieselbe auch, ebenso wie die Rhetorikk, mehr für Vorgerücktere, als fuür Knaben und Jünglinge. Machen Unwissende und Unerfahrene, die noch nicht das, was Cicero silva el supellex nennt, gesammelt haben, nämlich den Stoſf,

den Anfang mit diesen Wissenschaften: so ist das so. viel, als ob jemand Wind abwügen.

oder ausschmücken wollte, und es erzeugl wahrlich nichis underes, als dass die sehr ausge- dehnte Bedeutung und Mirkungskraft- dieser Künste fast verachtet darniederliegen, und

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1) N. O. pracf. p. 20. 2) Inst. magn. disfr. p. 17. 3) De angm. I, p. 37. 4) N o. I, 61. 122. 95) 1b. 20. 21. 6) Ib. 100. 7) 1b. 52. 8) De augm. 1, p. d6. 9) De augm. V, I.