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staltungen desselben: die gedächtnissmässige oder die Geschichte; die phantasiegemässe, die Poesie; die vernunftmässige(rationelle), die Wissenschaft oder Philosophie.) Die Geschichte steht nach Bacon, wie man sieht, noch nicht auf der Stufe der Wis senschaft; sie schreitet nur auf dem Boden derselben einher und verwaltet da mehr nur das Amt eines Führers; des Lichtes der Wissenschaft ist sie nicht theilhaftig. 2) Die poe- tische Bearbeitung des Stoffes ist aber nur eine erdichtete Geschichte, gleichsam ein Traum der Wissenschaft. Erst die dritte Bearbeitung, in dem sie die Verknüpfung und Trennung dessen erforscht, was nach dem Gesetze der Natur verkrüpft und getrennt ist, erhebt sich zu der reinen Höhe des Wissens und der Philosophie empor. Wie unzulänglich auch eine solche Betrachtungsweise sein mag, soviel leuchtet ein, dass Bacon's sensualistische Auf- fassungsweise ihn grades Weges zu der Natur hinführte. Von dorther nur konnte er den Inhalt zu emplangen hoffen, den er der Wissenschaft wieder zuführen wollte. Die Natur- wissenschaft musste ihm die Grundwissenschaft auch für alle übrigen werden; denn kommt der Geist nur vermittelst der Sinne zu einem gehallvollen Denken— und diess war Ba- con’s letzte theoretische Absicht: so müssen die Grundaxiome aller Wissenschaften von den Sinnen aus gewonnen werden Das Reich der sinnlichen Welt aber ist die Natur. Die physikalische Erklärung der Erscheinungen wird also der Charakler und der Zweck aller wis- senschaftlichen Forschung in jedem Gebiete sein. Daher verlangte auch Bacon schon eine physikalische Erklärung der Seelenkrüfte, ³) und eine physikalische Begründung für die Ethik deutete er wenigstens an. Ganz consequent sagt er: Niemand erwarte einen grossen Fort- schritt in den Wissenschaften, wenn nicht die Naturwissenschaft zu den einzelnen hinge- leitet, und diese wieder auf jene zurückgeführl sein werden. Daher kommt es, dass nicht nur Astronomie, Optik, Musik, Mechanik und selbst die Medizin, sondern auch(worüber mancher sich mehr wundern mag) Moral, Polii und Logik keine Tiefe haben, sondern nur über die Oberfläche und die Munnigfalligkeit der Dinge hingleiten, weil sie nicht mehr von der Naturwissenschaft genährt werden, welche ihnen aus den Quellen und wahren An- schauungen der Bewegungen, Strahlen, Töne, der Textur und inneren Gestaltung der Körper, der Affecte und der intellectuellen Wahrnehmungen neue Kräfte und Erweiterungen hätte mittheilen können. 4) Das Uebersinnliche aber fällt nicht in den Pereich der so be- gründeien menschlichen Wissenschaft; daher schliesst Bacon auch die Lehre von Gott und der anima rationalis, im Unterschied von der anima sensibilis, von derselben aus und weiset beide der Theologie zu.—
Aus zwei Factoren bildeb sich das Product des menschlichen Wissens: die Sinne lie- fern vermittelst der ersten Eindrücke des Individuellen dem Gedächiniss das erste Material zur Geschichte; der Verstand interpretirt dasselbe ex lege nalurae et ipsarum rerum evi- demia; das wissenschaftliche Verslündniss ist errungen, wenn die im Geiste abgebildete Welt der besonderen Dinge und ihre Reihen und Ordnungen in demselben Zusammen-
hange gedacht und dargestellt wird, welcher zwischen den Urbildern der Dinge selbst und
ihren Keihen und Ordnungen stattfindet. Aber nur aus dem ühnlichen Abbild lassen sich die Züge des Urbilds erkennen. Soll daher die Wissenschaft möglich sein, so müssen die Sinne eine richtige Absehrift der Natur liefern; der Verstand aber muss die ihm unter- breütete ohne alles Vorurtheil, mit gewissenhafter Hingebung an den Inhalt zu lesen und zu verstehen suchen. Kann diess der sieh selbst überlassene Sinn und Verstand des Men- schen? fragt Bacon. Vielleichn wenn jemand mit veinem Sinne und gereinigtem Geiste in reilerem Alter sich zu der Erfahrung und zu dem Einzelnen von Neuem hinwendeie, würe
1) D. Mgm. H. 4. 2) 1. II, 1.) De augm. IV, 3. 4) R 0. 1, 30.


