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Grunde gleiche, wenn auch sehr verschieden modificirte Gesetzmässigkeit herrsche, soll hier eben so seinen besonderen Ausdruck finden, wie auch in der Metaphysik nach Bacon's Begriff die Grundaxiome der allgemeinen Gesetzmässigkeit der Natur im engeren Sinne enthalten sein müssen. hie letztere ist, was die Naturwissenschaften betrifft. zugleich die nothwendige Vorarbeit für die Philosophia prima. Werden auch die psychologischen und ethischen Grundaxiome in gültigster Allgemeinheit aus ihren natürlichen Grundlagen auf inductivem Wege wie die Naturgesetze hervorgearbeitet sein; werden die Entwickelungsgesetze der Weltgeschichte auf gleiche Weise erkannt sein; wird endlich die Theologie das Ihrige durch Vertiefung in den wahrhaften Inhalt der Offenbarung und ihrer absoluten Gesetze gethan haben: dann wird die Phil. prim. nach Bacon's Auffassung hoffen dürfen, auf Ach- tung gebietende Weise sich als die systematische Fundamentalwissenschaft zu constituiren. Wenn irgend ein Gedanke Bacon's ihn frei spricht von flachem Haschen nach anwendbarer Praxis und irgend einer die grossartige Weite dieses Geistes an den Tag legt: so ist es der Gedanke der Phil. prim., für welche er freilich nur einige geistreiche Analogien aus verschiedenen Gebieten zusammenstellen konnte. Aber wenn nun auch die Phil. prim., sowie die Metaphysik abstracte Wissenschaflen sind, so sind sie darum keine idealistisch erzeugte, keine auf einem anderen Erkenntnissprincip als dem der Erfahrung beruhende: sie sind das feinste und reinste Destillationsproduct des aus der Erfahrung gewonnenen Stoffes der anderen Wissenschaften. Für die Phil. prim. kommt nur ausser der menschlich-natür- lichen Erfahrung noch die göttlichsübernatürliche, die Inspiration, hinzu.
Soll der menschliche Geist etwas wissen, so muss er einen Inhalt haben, da er ja selbst eine tabula rasa ist; soll er diesen haben, so muss er Erfahrungen machen; soll er Erfahrungen machen, so muss er seine Sinne gebrauchen, diese Emissäre des Geistes, deren es vielleicht mehr als fünf gibt. ¹) Die Sinne aber eröffnen uns nur die grosse Welt der Natur ausser uns. So ist die Natur der lebendige Mutterleib der Wissenschaften, von dem sie, ohne zu verdorren; so wenig losgerissen werden dürfen, alà die Pflanzen von ihren Wurzeln. ²) Hier liegt der Grund zu dem oft wiederholten und heftigen Widerspruch ge- gen die Meinungsmenschen und Intellectualisten, die, abgewendet von der Natur, ihren Verstand anbeten und für erhabene und göttliche Philosophen gehalten zu werden pflegen. Diese tadelte schon Heraklit ganz richtig mit den Worten: Die Menschen suchen die Wahr- heit in ihrem Mikrokosmus, nicht in der grösseren Welt. Sie verschmähen das ABC der Natur und die erste Lehrzeit in den Werken Gottes. Denn, wenn sie das nicht thäten, hätten sie vielleicht schrittweise und allmälich nach dem Buenslabiren und Syllabiren zum fertigen Lesen des Textes und des ganzen Buches der Schöpfung aufsteigen können; da- gegen aber drängen sie in beständiger Aufregung ihren Geist und rufen ihn gleichsam an, dass er ihnen weissage und Orakel spreche, darch die sie dann nach Verdienst schön be- trogen werden. ³) Alles also ist von den Sinnen zu entnenmen, wenn man nicht lieber unsinnig sein will. 4) Nur das Individuelle aber erreget den Sinn; die Bilder des Indivi- duellen oder die ersten Sinncseindrücke werden dann in dem Gedächiniss befestigt und gehen in es über, von Anfang gleichsam unversehrt, ganz eben so wie sia uns begegnen. Diese nimmt nachher die Scele wieder vor und überdenkt sie auf's Neue, entweder um sie einfach zu durchmustern, oder um sie gleichsam spielend nachzuahmen oder um sie durch Verbinden und Trennen zu verarbeiten. Das erste ist das Werk des Gedächtnisses, das zweite das der Phantasie, das dritte das der Vernunft. Auf diese Art entstehen durch die dreifache Behandlungsweise des durch die Sinne gegebenen Stoffes drei verschiedne Ge-
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1) Silvae Silv. VII, p. 694.U 2) N. O. 1, 74. 3) De augm I, p. 44. 4) Inst. wagn. distr.
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