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Der Englische Empirismus hat in Bacon seine Quelle und seinen ersten Ausgangspunkt. Die Wahrheit ist nach ihm in dem Geiste nicht ursprünglich einheimisch. Dass Platon diess behauptet habe, rechnet er ihm als einen Hauptbetrug an; er ist es, der die Menschen von der Geschichte und den Dingen abgewendet hat und sie sich in die blinden und verwor- rensten Trugbilder des Geistes unter dem Namen der ideellen Anschauung versenken liess. ¹) Denn es ist eine anmassende und erdichtete Meinung, dass die Wahrheit im menschlichen Geiste ihr Indigenat habe und nicht erst anderswoher einwandere, und dass die Sinne den Geist nur anregen, micht unterrichten. ²) Kommt nun alle Wahrheit von aussen, so stammt sie entweder von Gott, oder aus der Natur. Daher findet Bacon das Wissen in Betreff seiner OQuellen dem Wasser ähnlich: der eine Theil steiget nieder vom Himmel, der andere quillt aus der Erde. So erhält auch das ganze menschliche Wissen seinen inhalt durch eine doppelte Belehrung: das eine wird von Gott inspirirt, das andere entsteht von den Sinnen aus. ³) Was bleibt aber alsdann dem Geiste? Nichis, als die Rolle eines von Haus aus absolut bedürftigen Empfängers, fähig nur das Dargebotene auf- zunehmen. Die nächstliegende und einfachste Vorstellung für ein solches Verhältniss des Gei- stes zu seinem Inhalt ist für ein Zeitalter, das, wenn magische Wirkungen nicht gelten sollten, nur noch mechanische kannte, den Geist als eine leere Tafel als eine glatte Fläche oder auch als einen ebenen Spiegel zu betrachten, der geeignet sei, die wahren Strah- len der Dinge aufzunehmen. ¹) Die Objecte des Wissens treffen aber in dreifachen Strah- len diesen Spiegel des Geistes: die Natur trifft ihn in directem Strahle, Gott wegen des ungleichartigen Mediums(der Creaturen nämlich) in gebrochenem Sirahle, der Mensch aber, indem er sich selbst zum Gegenstande macht, in reflectirtem Strahle. Darnach zer- fällt die eigentliche Wissenschaft in die Lehre von Gott, in die Lehre von der Natur und in die Lehre vom Menschen. ⁵5) Die Natur allein erkennen wir also direct oder unmittel- bar. Die Naturwissenschaft isi daher die Matter der beiden übrigen; denn die Philosophie erkennt Gott nur durch die Natur; die Wissenschaft vom Menschen ferner ist zwar allerdings der Zweck aller Wissenschaften, aber er selbst ist ja nur ein Theil der Natur. 6) Bacon spricht gleichwohl noch von einer gemeinsamen Grundwissenschaft dieser drei Theile der Philo- sophie und bezeichnet dieselbe als Philosophia prima; ²) aber dieses widerspricht seiner Ansicht von der Naturwissenschaft nicht. Das gemeinsame Band aller Wissenschaften nicht aus den Augen zu lassen, ist eine oft eingeschärfte Forderung Bacon's. Man soll allo seine Eintheilungen derselben nur so verstehen, dass er mehr kennzeichne und unter- scheide, als trenne und auseinanderreisse, damit steis die Auflösung ihres Zusammenhangs vermieden werde. Das Gegentheil sei ein Hauptgrund des Stillstandes, der Leerheit und der Irrungen in den besonderen Wissenschaften. 5) Aus der Ebene seiner Wissenschaft besteige man zuweilen die höhere Warte der allgemeinen-Wissenschaft, um einen weiteren Umblick zu gewinnen. ⁵) Aus diesem echt wissenschaftlichen interesse ist auch die Philo- sophia prima hervorgegangen. sSie hat aber keine besondere höhere Erkenntnissquelle. Vielmehr verhält sie sich zum Inhalt aller Wissenschaften(und hier ist auch die offenbarte Theologie nicht auszunehmen), wie sich die Bacon'sche Metaphysik zu den Naturwissen- schaften verhält. Bacon will darin vorzüglich diejenigen allgemeinen Axiome(nicht bloss formal-logische) niedergelegt wissen, welche nicht nur in den engeren Bezirken der ein- zelnen Wissenschaften, sondern in allen zugleich Geltung haben. Der allerdings grosse Gedanke, dass in der ganzen universitas rerum et divinarum et humanarum eine im letzten
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1) Lnp. phil. p. 373. 2) De auam. III, 1. 3) N. 0. 1, 115; 97. Inst. magn. distr. 4) De a gm. l. 1” aype augm. IV, 1. 1 6) Ib. III, 1. 7) De augm. IV,, 1. 8) Ib, 1, 44. 2 5 lis
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