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als durch Gehorsam können wir die Natur besiegen. Denn nur dadurch bringt der Mensch Wirkungen hervor, dass er die natürlichen Körper zu einander oder von einander bewegt; das Uebrige vollbringt die Natur von innen(intus). Alchymisten, Aerzte und Anhänger der Magie pflegen sich zwar in das Werk der Natur einzumischen, aber mit geringem Erfolg. Wissen und Macht der Menschen fallen also in eins zusammen, weil das Nichtkennen der Ursache die Wirkung vereitelt. Denn was für die Betrachtung als Ursache gilt, erscheint in der Praxis als Regel. ¹) ne au Ans Das Reich des Menschen(regnum hominis), welches auf die Wissenschaflen gegrün- dei wird, setzt Bacon also gleich mit der Herrschaft desselhen über die Dinge(imperium in res). ²) Sein altes, von Gott verheissenes Recht über die Natur soll er wieder zu gewinnen suchen. Es steht ihm desshalb fest, den Versuch zu machen, ob er wirklich für die Grösse und Macht der Menschen festere Grundlagen legen, die Grenzen seiner Herrschaft weiter vor- rücken könne. ³) Auf die Naturwissenschaft im weitesten Umfang ist Bacon's Hauptaufgabe zuerst gerichtei. Gelingt sie ihm, so erreicht er sein nächstes Ziel, Die Wissenschaft wird eine wohlihätige Macht im Leben der Völker; der Mensch macht sich die Nothwendigkeit der Natur selbst zum Diener seiner Zwecke; was Geschenk des Zufalls war, wird beab- sichtigier Erfolg des erkannten und angewandten Geselzes; rohe Erfahrung geht über in bewusste Kunst; in Künsten und Wissenschaften hallet alles gleichsam wie in Bergwerken wider von neuen Werken und weiteren Fortschritten 4)— das Zeitalter der höchsten Kul- tur ist angebrochen. ts Aber nur derjenigen Kultur, welche auf der Beherrschung der äusseren Natur beruht. Ist nun Bacon'’s Reform der Naturwissenschaft nur hierauf beschränkt? Nein, antwortet er, die Naturwissenschaft ist die grosse Mutter aller Wissenschaften, ausgenommen der Theo- logie. Denn alle Künste und Wissenschaften, von diesem Stamme losgerissen, können viel- leicht verfeinert und zum Gebrauche ausgebildet werden, aber kaum noch etwas wachsen. ⁵) So weit reichend ist also doch Bacon's Plan der Reform, der zunächst nur für die äussere hulnar berechnet schien. Es führt uns diess zugleich zu den principiellen Voraussetzungen con's. 24 . Es wäre zu ausserlich, das Unternehmen desselben nur aus seinem Verlangen, die Wis- senschaft zu einer productiven Kulturmächt zu erheben, oder aus seinen praktischen Neigungen erklären zu wollen. Es scheint mir nicht richtig, die Grundfrage Bacon's so zu stellen: wie macht man die Wissenschaft praktisch? Wohl liegt ihm alles daran, dass sie ein rei- ches Arsenal der Hülfsmittel und Regelm für die Praxis werde; aber sie sollte desshalb kein blosses Mittel zum Zweck sein, keine blosse Anweisung zum sichersten und kürzesten Verfahren für irgend eine Operation. Wenn sie die rechte ist, wird sie auch diesen Dienst erweisen. Sie spendet den Fragenden ibre Orakel; aber sie ist zugleich die Priesterin des Coites. Die Grundfrage Bacon's war vielmehr: wie erhält die Wissenschaft einen Inhalt; wie befreit man sie von ihrer bodenlosen Abstractheit; wie wird sie ein Bild des Seins und dadurch ein Bild der Wahrheit; wie wird sie aus einem Traum unserer Phantasie, was sie bis jetzt war, das Modell der Welt, die Kopie des Originals; wie wird das mensch-. liche Ideal der Wissenschaft, welches jeizt verehrt wird, von der göttlichen Idee der Wis- senschaft verdrängt? Dazu möge Goti uns gnädig seine Gunst verleihen, dass wir eine Apokalypse und wahre Vision von den Spuren und Siegeln des Schöpfers in den Geschöpfen schreiben mögen. 6) Der philosophische Grundtrieb des Menschen: von dem Denken zum
¹1) X. O. 1, 1-5. 2) H. 0. 1, 68; 129. 3) N. 0. 1, 1t6. 4) 1. 99. 5) Ib. 79. 6) Inst. m.


