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Wolf machte Bekanntſchaft mit dem gelehrten Biſchof Nemis in Antwerpen. Durch ihn hofft er mit der Vermittelung des Cardinals Filangieri, des Herausgebers des Appollonius Rhodius, einen in Rom ſelbſt ganz verborgen ſteckenden Codex“ vergleichen laſſen zu können, der eben ſo viele Scholia anecdota über die Odyſſee enthält als der Villoiſonſche über die Ilias. Welche Freude müßte es ihm dann gewähren, das, was W. jetzt aus Conjektur ſchließt: ſo muß Ariſtarch an dieſer Stelle der Odyſſee geleſen haben, nun durch die Ausſage der Scholien bekräftigt zu finden. Uebrigens glaubt Wolf dieß jetzt ſchon bei 100 Stellen der Odyſſee gewiß e coniectura beſtimmen zu können, und über⸗ haupt überal den reinen Ariſtarchiſchen Text zu liefern.
Wolfs Randgloſſen zu den Geſprächen Wielands(S. 35—38).
¹ Ganz doch nicht. Das ſoll u. kann er auch nicht. Dichtkunſt izt u. D ichtkunſt da⸗ mals ſind ein paar gewaltig verſchiedene Dinge: ſchade daß nur die Namen noch dieſelben ſind. dc.
² die er großentheils mit allen beſſern Köpfen ſeiner nation gemein hatte. Der ganze Stoff der ſogenannten Poeſie war damals ganz anders vorbereitet als izt dc. dc.
3 Consensi semper. Aber wenn auch Ein Homer Ilias u. Odyſſee an-⸗ u. progreſſiv fort⸗ geſungen hat, wie ich ſogar für gewis halte(neml. das an u. fort: nur nicht Ein Homer!), ſo lehren innere Gründe, die nicht lange ausbleiben ſollen, daß an XI Bücher von beiden Werken von andern Verff. ſind, lehren es ſo befriedigend, als man zeigen kann: die u. die Rede iſt nicht v. Demosthenes, ohne doch jünger als Dionys. Ha l. zu ſeyn ꝛc. Wie, wenn ich bei meinem itzigen Experiment dieſe blos philologiſch⸗-kritiſche Mine zuerſt hätte ſpringen laſſen, da ich ſie izt ſo verſteckte?
¹ So giengs bei Klopſtocks M. eſſias] auch. Skizzen haben, meyn ich, gute Dichter nie anders als im Kopfe u. zwar dunkel gehabt. Darauf kommts aber bei unſern Fragen nicht an.
5⁵ Ohne Zweifel ebenſo, wenn nicht, wenn nicht ꝛc.
6 ein Zeitalter, das nie längere 45α hatte, kannte, hörte, als ſolche, die etliche Stunden höchſtens dauerten. Da konnte, weeil durchaus allemal der menſchliche, auch der höchſte, faſt göttliche Verſtand eine Baſis haben muß, auf die er bei ſeinen Erfindungen tritt, da konnte Niemandem einnfallen, ein ſo langes Werk zu machen: ein verflochtenes wol: z. Ex. Hom. hätte wirklich Ulyßens ganze Geſchichte, ſo wie ſie izt in der Odyssee iſt, vor⸗ tragen können, aber höchſtens in 6—7 Büchern itziger Länge.— Basis, basis alſo iſts, die, ſobald die Schreibkunſt wegfällt, auch einſtürzt. Man konnte ſo wenig Iliaden machen, als man Logarithmen ohne Schreibkunſt oder Papiermaſſen machen könnte. Alſo nicht können! Aber es iſt anmaßend ꝛc. v. mox.
Jonier. Aber grade die Jonier haben ſonſt, u. noch saecula post Hom, keine toöota ähnlicher Art gemacht, wie IIl. u. Od. Das lehrt der ſogenannte Hesiodus, wie ihn die Alten
* Die Nachricht über dieſe Handſchrift verdankt er Voß. Derſelbe ſchreibt am 14. Sept. 1794:„Münter aus Kopenhagen iſt eben bei mir. Er erzählte mir, in dem Collegio Romano in Rom ſei ein ähnliches Exemplar von Homers Odyſſee(er meint Odyſſee), wie das venetianiſche, das Villoison abgedruckt, mit kritiſchen Zeichen und vielen Scholien..... Es ſteht in dem hinterſten Zimmer, linkerhand an der Thüre.“


