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Noch muß ich meinen neulichen Wunſch nach einem A uszuge aus den Proll. zurücknehmen. Ihre erſte Idee war viel beſſer, blos die harthörigen anzurütteln. Aber eine gedrängte Reihe guter Gründe müßte doch wol dabei ſeyn. 31
Das Voſſiſche oufe zae 7aεεν iſt glimpflich, wie mich dünkt; aber die Fachen ſelbſt ſchreyen mörderlich. Wer erſt da ſo erfährt, was in dem Henyneſchen Virgil ſteht, wie mir es geht, kann ſich keinen Augenblick des Schreckens erholen.
Nach Ihrem Briefe ²6 ſcheint es faſt, als ob Sie den Text der Il. noch nicht haben. So geht es mit den fatalen Sosiis, wenn ſie eben die Meſſe in den Köpfen haben.
Zu den ſchönen Wielandianis, für deren Mittheilung ich Ihnen unendlich danke, erlauben Sie mir ein paar notulas zu adspergiren, worin ich mich, doch inscio W., mit ins Geſpräch dränge.
Ewig Ihr ergeb. Fr. u. D.
8 W.
H. 14. Jun. 95.
Auch ich bin in Gedanken noch immer bei Ihnen, und ſitze im Röm. Kayſer, dem Criticus gegen über, ohne bei Ihrer Wurſt der edeln Critic zu gedenken, ſehe das heißhungrige Pferd faſt täglich wieder ſterben, durchſpreche alle unſere behaglichen Geſpräche, beſonders die auf der höchſt ange⸗ nehmen Reiſe,s: noch einmal, und möchte Ihnen gern einen Fascikel addenda und corrigenda geben, wenn Sie hierher kämen, um eine ähnliche Reiſe wieder zu machen. Die Vossiſche nach Wörlitz iſt ein alter Plan des jungen Spalding,(der ohne Zweifel der Anzeiger der Luiſe iſt,”d) der mir aber ſo feſt in den Knieen der hyperboreiſchen Götter zu liegen ſchien, daß ich ſeiner vielleicht in Weimar nicht einmal gedachte. Beſonders wurde meine Hoffnung ſeit dem Tode des Schwagers erſt recht matt. Izt aber habe ich gar keine Nachricht, ob V. eine Reiſe in dieſem Jahre in hieſige Gegenden machen wird.
Der arme Göthe, mit ſeinem ſo proſaiſchen Auswuchs!“ Wenn er uns doch ſtatt deſſen irgend ein poëticum, was die Recenſenten Auswuchs nennen würden, hervorbrächte: Ein Aeschyleum quiddam!
Dem lieben Schütz habe ich am Sonnabend, wo ich in Lauchſtädt war, um den Livianischen Ernesti zu beſuchen, einen Zettel Wünſche auf ſein Zimmer gelegt, wo er des Tags darauf erwartet
34 Vergl. S. 14 u. n. 16. Auch die kurze Anzeige durch Böttiger unterblieb.
³s Der„Abſchied an Heyne“. Vergl. S. 13, n. 10.
** Böttiger hatte nur für ein durch Humboldt geſandtes Exemplar der Proleg. gedankt.
²* Wolf war vom 22. bis 28. Mai in Weimar bei Böttiger. Zuſammen reiſten ſie am Mittwoch nach Pfingſten, den 27. Mai, nach Gotha, wo ſie bei dem Generalſuperintendenten Joſias Löffler einen Beſuch machten.
** Georg Ludwig Spalding, Sohn des berühmten Theologen, geb. 1762, ſtarb 1811 als Profeſſor am Grauen Kloſter und Mitglied der Akademie in Berlin.— Die Anzeige von Voß' Luiſe, ſteht in der Allg. Lit.⸗Zeit. 1795 Nr. 158 vom 6. Juni(S. 500— 504).
* Böttiger an Wolf am 11. Juni:„Der arme Göthel er leidet ſeit länger als 8 Tagen an einem häßlichen tumor maxillaris und ſieht aus wie eine Kropfgans. Er iſt daher für niemand ſichtbar, ſtudiert aber deſto fleißiger Ihre Prolegomena. Da haben Sie einen großen Proſelyten gemacht, auf den man ſchon etwas ſtolz ſeyn kann.“


