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ausführlicheres Urteil an Böttiger zu ſchreiben, und warum ſollte dieſer ſonſt auf Wolfs Widerlegung neugierig ſein? Da jedoch Böttiger nur mit Mühe den mit glänzendem Scharfſinn geführten Schluß⸗ folgerungen des Freundes zu folgen vermag und nur in den Ausdrücken überſchwänglichſter Bewunderung auf Wolfs Bitte um ein Urteil zu antworten weiß, ſo kann ſeine Unterſtützung nur in derartigen Kleinigkeiten beſtanden haben.
Viel bedeutender iſt der Nutzen, den B öttiger aus dem Briefwechſel mit ſeinem„verehrungs⸗ würdigen Lehrer“ zog.
Seine ſpätere Abhandlung über die Erfindung des Nilpapyros ²³ ging nur aus Anregungen Wolfs hervor, der ihm ſogar von vornherein das Reſultat bezeichnete, zu dem die Unterſuchung gelangen müſſe. So ſchöpfte Böttiger auch ſchon vor dem Erſcheinen der Prolegomena vielfachen Stoff zu kleinen Aufſätzen aus ihrem reichen Inhalt. In den von ihm aufbewahrten Notizen über Homer, die mit den Wolfſchen Briefen zu einem Bande vereinigt ſind, finden ſich Auszüge aus den Prolegomenen über die Thätigkeit der Rhapſoden; die Bemerkung Wolfs über den Schluß des vierten Buches der Odyſſee (Prol. p. CXXXI) veranlaßten ihn, Stellen zu ſammeln, wo in ähnlicher Weiſe Spuren einer ſpäteren Zuſammenfügung erkennbar ſchienen. Von anderen Stoffen, die er bearbeiten wollte und von einer andern Abhandlung, die er ebenfalls Wolfs Anregung verdankte, wird bei dem erſten Briefe die Rede ſein. Über alle dieſe Punkte hat er ohne Zweifel geſchickt die Anſichten des Freundes zu erforſchen geſucht, wie er das ſpäterhin öfter that.
Nachrichten aus der gelehrten Welt, vor allem über Goethe, Herder und Wieland, mögen in reinem Briefe Böttigers gefehlt haben. Doch würden wir uns in das Gebiet der Vermutungen ver⸗ lieren müſſen, wenn wir darüber etwas feſtzuſtellen verſuchten. Homer und Wolfs Homerſtudien waren ſicher der Angelpunkt aller Mitteilungen, wie ſie es auch in den hier abgedruckten Briefen ſind.
²²„Ueber die Erfindung des Nilpapyros und ſeine Verbreitung in Griechenland“ im N. T. Merkur 1796, St. 2 u. 3(kleine Schriften ꝛc. Bd. III, S. 365 ff.). Seltſamer Weiſe glaubt Volkmann a. a. O. S. 97 aus der zu⸗ ſtimmenden Anerkennung dieſer Schrift den ſelbſtbewußten Ton Wolfs in den Briefen an Heyne zum Teil erklären zu
müſſen.


