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Daß dieſes gn. Hr. unſere beſtendige und gründliche Meinung ſei, thun wir mit Hand subscription hiermit bekennen. So geſchehen im Jahre 1629 den 20. April. E. Gn. underthänige Pfarrherrn.
M. Laurentius Wagner, Pfarrer zu Laſſen. Jacobus Rhugius, Pfarrer zu Arfeld. Wilhelmus Wunderlich, Pfarrer zu Ferdingen. Melchior Sonnenborn, Pastor zu Weidenhauſen. Johan Finck, Pastor Elsoffensis.
Johannes Porta Imgarten, Pontanus. Albertus Wagnerus, Pastor Fischelbacensis. Philippus Heyden, Diaconus Lasphensis.
21) Kaſſeliſches Bedenkten, durch Sekretär Daum 27. April von Dillenburg nach Hadamar überſandt; Kopie.
Wan ein Kayl. Commiſſarius bei einem oder andern Stand der Evangeliſchen Reformirten Religion ankommen und aus dem Grund, daß man des Orts im Religionsfrieden nit begriffen ſeie, kraft Kayl. ins Reich ausgeleſenen Befelchs die Clöſter ein zu ziehen, oder auch wohl gar unſere chriſtliche Religionsübung, wie ſie itzo Gottlob in Schwang gehet, nieder zu legen ſich anmaßen ſollten, ſo können und mögen die Stände meines wenigen unvorgreiflichen Vermeſſens zu vorderſt in ge⸗ mein ſich dahin vernehmen laſſen, nachdem ſie nechſt göttlicher heiliger Schrift und den allgemeinen Haubtsymbolis ſich zur Auſpurgiſchen Confession mit Mund und Herzen bekennen, auch keine andere Religion in ihren Kirchen anſtellen laſſen und dann in dem zum Beſten gemeinen Vatterland Teutſcher Nation geſtiften und ſo hochbetheuerten Religionsfrieden austrü klich verſehen, ge⸗ ſetzt und verordnet ſei, daß kein Stand der Auſpurgiſchen Confession durch Mandat oder in einiger ander Geſtalt beſchweret werden ſoll, ſo widerfahre dieſes des Commissarii Anbringen ihnen ganz unverſehen, in mehrerer Betrachtung daß ſie Stände zum Theil immediate von K. M., zum Theil mediate von den vornehmſten Reichsſtänden theils in eigener Perſon bei dieſen Zeiten in eben dem Stand der Religion, darinnen ſie itzunder noch ſind, als gehorſame Reichs⸗ auch Reli⸗ gions⸗ und Prophansfriedens Stände ſeind belehnet worden. Darumb ſie dann zum höchſten wundert, von welchem und durch wen der Kayl. Mtt. ſeither dero geſtalt, als ob ſie von der Auſpurgiſchen Confession abgefallen weren, eingebilt worden ſein möchte, itzo zu geſchweigen, daß dieſe procession im h. Reich teutſcher Nation neu, ungewöhnlich und unerhört ſeye. Man ſehe die Heſſen Kaſſeliſchen Kirchen ahn, als nach welchem ſich umbliegende Herrſchaften und Ständen mehrerer Theil gerichtet, auf, deren Schulen und hohen Schul ſie ihre ſtudirende Jugend mehrer Theils informiren laſſen, ob ſie nit blieben ſeind bei der Auſpurgiſchen Confession, wie die bei Herr Landgraf Phiiips chriſtſel. dem Eltern Andenkens in die heſſiſche Kirchenordnung ſeinmal eingerücket, ob ſie nit mehrgedacht confession in Kirchen und Schulen getrieben, alle Prediger daruff examenirt, beſtellet, eingeführet und nechſt Gottes Wort ſtark verbunden hat. Sie wüßten ſich an das Wort der ungeenderten Confeſſion, welches zwar in die Kayſ. Erklerung eingezogen werden wollen, gleichwohl aber weder in Religionsfrieden ſich beſinde, noch jemals uff einigen Reichstag in offentliche gemeine Berathſchlagung kommen, viel weniger von den ſämbtlichen Ständen Auſpurgiſcher Confeſſion dißfalls Erklärung geſucht, begehret oder ſubmittirt, nit ebenſo ſtracks zu verſtehen, ſondern ohne einige Enderung, bei dem gemeinen Namen der Auſpurgiſchen Confession, darbei die Stände in Reichsverſammlung allezeit gelaſſen, zu verbleiben oder aber in ſolches Wort nicht anders als dero geſtalt einzulaſſen, daß ſie die erklärte Confession, welche Chur⸗ und Fürſten in offendlichen Reichsverſamblung unterſchiedlich vorgetragen, behaubtet und darvon im geringſten nit zu weichen ahn die damalige Kayl. Mtt. ohne deren einige erfolgte Einrede aus Naumburg im Jahre 1561 in Schriften ſich erkläret, hiermit nicht verwerfen wöllen, dardurch ſie ſich dann von den klaren Buchſtaben des Religionsfrieden abtringen laſſen müſſen. Als aber die Sach ſehr hochwichtig ausſehen, auch der Nachfolg halben alle Evangeliſche Stände höchlich berüre, und dahero zumal bei ibiigen leidigen kriegeriſchen und jämerlich zerrütteten Zuſtand des Reich niemand darmit zu übereilen ſei, wie ſie Stände dann urbietig ſeien, bei allerhöchſt gedachten Kayl. Mtt. ihre Norturft und Entſchuldigung dem nechſten unterthenigſt einzuführung(sic!) alſo ſtünden ſie in der guten Zuverſicht feſtiglich, nach dem kein gemeiner Mann und geringſter Unter⸗ than, auch nicht der ärgſte Uebelthäter, ungehörter Ding und ohne ordentliche Erkentnuß verdambt werden, ſo werde die Rom. Kayſ. Mtt. gegen gehorſamen Reichsſtänden von einer erſt hochbeſchwerlichen Execution, die ihrige und der Ihrigen zeitlich und ewige Wohlfahrt berühre, ihrer ungehört anzufangen, vil weniger begehren oder endlich entſchloſſen ſein, ſondern vielmehr gar gehorſamer Stände wahrhafte Entſchuldigung allergnädigſt aufnehmen, erwegen und damit in Kayl. Gnaden zufrieden ſein, auch


