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haben wir uns auch der Apologiae halben gnugſamb erkläret, als die der confession Auslägerin und Schützerin iſt.“
Faſt alle Artikel werden nun ohne weiteres angenommen.
Beim 4. wird geſagt:„Der 4. wird von uns gehalten, daß er ſei cor Ecclesiae, dann er helt in ſich die Lehr von der Gerechtigkeit, die für Gott gilt, welche Lehr gleichſamb das formale iſt, welches die Evan⸗ geliſchen von Bapſttumb ſcheidet und billig ſie ohnauflöslich zuſammen verbinden ſollte.“
„Den 7. wird niemand in Zweifel ziehen, der den 3. Artikel des Chriſtlichen Glaubens bekennet, und möchten wir wohl wünſchen, daß von allen würde in Acht genommen, was ſelbiger Artikel ſagt, daß nemlich zu wahrer Einigkeit der Chriſtlichen Kirchen eben nicht von Nöten ſei die Gleichformigkeit deren von Menſchen eingeſetzten Ceremonien.
„Mit dem 8. Artikel glauben wir auch, daß die Kraft der Sacramenten durch des Dieners Unwürdig⸗ keit nicht aufgehoben werde, und haben unſere Lehrer ſich jederzeit bemühet, daß der Herr der Sacramenten mit ſeiner Kraft und die Diener der Sacramenten mit ihrer Verrichtung gebührlich underſcheiden würden nach dem Spruch Matth. 3 v. 11.“
„Der 10. Artikel ſchmeckt ſtark nach der Transsubstantiation, wie ihn auch Karl V. annahm. „Aber alle Evangeliſche Kirchen haben den Verſtand auf dieſe Weis niemals gebilliget, dann wer hett gelehret, auch under den, die ſich zwar vor uns der confession rühmen, daß das Brot und Wein nach Ausſprechen der Worten hoc est corpus meum das Weſen des Brots und Weins verliere und nur accidentia Brots und Weins verbleiben? Niemand, dann ſie lehren allzumal, daß das Brot da ſein und bleibe und kraft des Worts Chriſti. Gleichwie nun darumb dieſe nicht wollen von der conf. ausgeſchloſſen ſein, daß ſie von dem päbſtiſchen Verſtand etlicher Worten weichen, alſo bleiben wir auch Verwandten dieſer Conf. ob wir ſchon die formalia nach päbſtiſchem Verſtand nicht ahnnehmen und auch in die consubstantiation nicht verwilligen wöllen. Dann der Artikel iſt denen zugegen geſetzt, die die wahre Gegenwart Chriſti im Abendmahl nicht glauben, wir aber glauben und bekennen auch ein ſolche sacramentliche Vereinigung der Zeichen und bezeichneten Gütter, wie die⸗ ſelbige in concordia Wittenbergensi anno 1536 zwiſchen Luthero und Bucero aufgerichtet beſchrieben wird, welche concordia iſt zu dem End aufgerichtet, daß ſie wer ein Band der ſambtlichen protestirenden. Zudem ſollen uns auch die Wörter under der Geſtalt, sub specie nit ärgern, wann species ſoviel iſt als figura oder aber signum das Brot, und wenn species figurae und signa ſeind des Leibs und Bluts Jeſu Chriſti, und daß dieſer Verſtand nicht ſei frembd geweſen von dem Gemüt deren, ſo die conf. geſtellet, bezeugen ſie im 13. articulo, da ſie die Sacramenta definiren, daß ſie Zeichen und Zeugnuſſen ſeien Göttliches Willens gegen uns, unſern Glauben dardurch zu erwecken und zu ſterken. Das Wörtlin figura, welches mit dem Wort specie große Verwandtſchaft hat, wird gebraucht von Tertulliano lib. 4 contra Marcionem: Acceptum panem et distributum discipulis corpus suum illum fecit. Hoc est corpus meum, id est figura corporis mei.“ Ebenſo bei Ambrosius de sacram. lib. I. 4 cap. 5.
„In summa wir bekennen hier, daß uns mit dem Zeichen Brots und Weins Chriſti Leib und Blut wahrhaft überreicht und von uns wahrhaftig empfangen werde.“——
18.„Dieſen nehmen wir durchaus ahn, denn darin wird fundiret unſer Lehr de praedestinatione, welche vor Zeiten Augustinus mit eben den Worten geführet hat, damit wir ſie führen, wie zu ſehen iſt, de fide ad Petrum cap. 28, 29, 30, 31, 32 und Lutherus trefflich vertheidigt im Buch wieder Erasmum de servo arbitrio.———
Den 24. nehmen wir auch ahn, und irret uns das Wörtlein Meß ganz nichts, welches die authores der conf. nach damaliger Art zu reden, gebraucht haben, dann ſie erkleren ſich ſelbſt, daß ſie meinen communionem, das iſt des Herrn Abendmahl, dann der Name communion nicht neu iſt, wie der Name Meß gewiß weder in h. Schrift noch bei uralten Kirchenlehrern zu finden iſt. Es möchte auch Jemands ge— denken, wir weren aus dem termino dieſer confess. geſchritten, weil allhie in dieſem Artikel ſtehet, es ſei kein merkliche Verenderung der Ceremonien bei der Meß geſchehen, heutiges Tags aber in unſern Kirchen eine merk⸗ liche Verenderung zu ſehen iſt. Hierauf iſt die Andwort, daß der Artikel rede von denen damals gebreuch⸗ lichen Ceremonien, als die confession iſt übergeben worden. Es haben ſich aber die Augsp. conf. ver⸗ wandte Stände niemals verpflichtet alle Ceremonien alſo zu laſſen, ſondern deren Verenderungen in dem zu Augsp. anno 1555 confirmirten Religionsfrieden austrücklich vorbehalten, und können uns alſo nichts mehr beſchultigen, als auch andere Ständ, bei welchen in den Ceremonien merkliche Verenderungen ſeind vorgangen.


