Aufsatz 
Zur Geschichte der Gegenreformation in Nassau-Hadamar.
(Verhandlungen wegen Annahme der Augsburger Konfession in den Ottonischen Landen 1628 und 1629.)
Entstehung
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Si commode et dextre omnia intelliguntur, non est ullus in ea articulus, ne illo quidem de sacra coena excepto, quem non libenter recipiamus. Neque nos ii sumus, qui Eecle- siarum, quas conjunctione contra communes hostes munire theologos inprimis decet, Schismata augere aut fovere velimus.

Und das iſt unſer ſämblicher auf fürgehaltene Frag die meine(sic!) resolution und Antwort. Zu deren mehrerer Erläuterung und beſſerem Verſtand unſerer Meinung von der Auſp. conf. und allen Punkten, ſo darin begriffen ſein, ſo bekennen wir uns gleich unſern Vorfahren zu der Auſp. confession:

Erſtlich, da ſelbige allenthalben nach der h. Schrift, als der einigen Regel und Richtſchnur, unſeres Glaubens, verſtanden und erkläret worden. Dann wir ſonſten geſtehen und bekennen müſſen, daß ein und andere Punkten und Reden, ſonderlich in der erſt übergebenen confession geſetzt ſein, welche ohne vorgehende Erklärung nach dem h. Wort Gottes von uns ſo simpliciter, pure et absolute nicht können gebilligt werden. Derowegen auch wir die confession in allen und jeden puncten nicht können annehmen in dem Verſtand, darin ſie an⸗ fenglich von Kaiſer Carlen und den bäpſtiſchen Theologis iſt angenommen worden. So iſt auch offenbar, daß etliche Evangeliſchen etliche Articull weit anderſt deuten und auslegen als die Uuſerige, daß alſo durch ſolche interpretation wir der Wahrheit nicht prejudiciren laſſen können. Zweifeln ſonſten nicht, wie von unſern lieben Vorfahrn vormals geſchehen, in maßen oben ausgeführet und angedeutet worden, es können alle und jede Punkten, die etwa möchten für ſtreitig gehalten werden, alſo erkläret werden, daß daran alle Friedliebende ein herzliches Genügen haben und unſere Gewiſſen gerühiget werden können.

Darumb denn auch vors ander, ne veritatis cursum sistamus, wir uns an die Wort der confession nicht können binden laſſen alſo und dergeſtalt, daß wir dadurch nicht ſollten Freiheit haben, nnch Gottes Wort ſowohl die puncten, ſo in der confession verfaſſet, zu erklären, als andere, ſo darin nicht angereget, nach demſelbigen Wort Gottes auszuführen und zu erklären, doch daß dem, was in der confession verglichen, nichts zu wieder gelehret werde. Derowegen wir uns hierin ziehen auf die Declararation Kaiſer Carles des fünften auf dem Abſchied anno 41. Derſelbe wird citiert; er erlaubt ausdrücklich den Augsb. Konfeſſions⸗ Verwandten die Kirchengebräuche, Ordnungen und Ceremonien zu ändern.Alſo daß wir nit hoffen, daß wir derentwegen ſollen geferet werden, bevorab da wir erweiſen können, daß unſere Ceremonien mit der Einfalt der h. Apoſteln und deren Schriften ganz genau übereinſtimmen.

Vors dritte, ob wir nach unſer vorigen Declaration uns keine Beſchwerung machen, die erſte ohn⸗ geenderte Auſp. conſ. zu underſchreiben, ſo können wir uns doch der verbeſſerten und von den Ständen approbirten editionen nicht begeben, allerdings nach dem Schluß der Chur- und Fürſten auf dem Tag zu Naumburg anno 61, davon ſie ahn Kaiſ. Mtt. under anderm alſo geſchrieben. Es folgt dieſes Schreiben, in dem geſagt wird, daß anno 40 und 42obgemelte Confession etwas ſtattlicher und ausführlicher wiederholet, aus Grund heiliger Schrift erkläret und gemehret iſt. Und ſpäter wtrd darin verſichert, daß die Stände mit Unterzeichnung der erſten Ausgabe doch von der zweiten nicht abweichen wollen.Dieſer der Chur- und Fürſten Erklärung nehmen wir auch allerdings als unſer ahn.

Vors vierte iſt bekannt, daß nachdem die Religionspuncten zwiſchen den Theologen heftig ge⸗ trieben worden, ſie hernach weit beſſer, reiner und der Schrift gemäßer erklärt werden, als zuvor. Daher kann kommen, daß die Confession und deren Apologie unterſchiedlich mal geendert worden, welches für eine Gnade Gottes zu erkennen, als welcher ſeine Gaben nicht uf einmal alle und allen gibt, derowegen mich, wie Calvinus epistolarum folio 182 ahn Martinum Scallingium, wie obgedacht, ſchreibt, daß er die Auſp. conf. under⸗ ſchrieben habe, nachdem dieſelbige der author ausſaget. Alſo haben wir uns auch dieſes Vortheils, ſonderlich bei den Lutheranern, nicht zu begeben.

Dannoch vors fünfte iſt wohl und fleißig in Acht zu nehmen, was in der Auſp. Conf. vor Lehr und Reden geführt werden, welche wir ſo absolute sine declaratione nicht annehmen können. Welches wir nicht der Urſachen halben ſetzen, als wollten wir Jemanden von der subscription gedachter Confession aͤbſchrecken, ſondern nur allein darumb, damit man in einer ſolchen hohen wichtigen Sach prudenter verfahre. Derowegen auch dieſes nicht alſo ſoll verſtanden werden, als wann ſolches mit unſer vorgeſetzter Meinung ſtreite, ſondern vielmehr, damit man deſto beſſer verſtehe, wie und warumb wir nicht absolute sine adhibita declaratione underſchreiben können. Damit wir nun aufrichtig, wie chriſtliebenden ſonderlich Theologis gebührt, hierin ver⸗ fahren, ſo wollen wir unſere Meinung und Urtheil von jedem articul kürzlich ſetzen.

Der 1. Artikel wird gebilligt und dann zurückgewieſen, als ob die Reformierten lehrten, Gott ſei nicht allenthalben nach ſeinem Weſen zugegen und ohnermeßlicher Güte und Barmherzigkeit. Nirgends findet ſich ſolche Gottesläſterung bei uns.