Aufsatz 
Die Löschung des Stahles bei den Alten : (eine Erörterung zu Sophokles' Ajax 650 ff.) / Paehler
Entstehung
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III. Chronik der Anstalt.

Montag den 21. April 1884 fand die Prüfung der mit dem Beginne des Sommersemesters in die Anstalt neu eintretenden Schüler statt. Am Tage darauf wurde morgens 7 Uhr das Schuljahr durch einen feierlichen Aktus in der Aula eröffnet.

Der Gymnasiallehrer Dr. Scholz, welchem der Herr Minister behufs einer Reise nach Italien einen Urlanb vom 15. März bis zum 30. Juni 1884 bewilligt hatte(vergl. Progr. v. vor. J. S. 18), wurde in dieser Zeit durch den Kandidaten Dr. Schmitt vertreten.

Der Kandidat des höheren Schulamtes Dr. Pulch, welcher von Ostern 1883 ab an der Anstalt das Probejahr abgelegt hatte, wurde mit Anfang des Schuljahres als Hilfslehrer an das Kgl. Gymnasium in Rinteln berufen.

Der Schulamtskandidat Magnus Meister aus Bischhausen bei Eschwege, der von Ostern 1883 bis Ostern 1884 das Probejahr am Gymnasium zu Hadamar absolviert hatte, wurde durch Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums vom 21. April 1884 dem hiesigen Gymnasium zur Beschäftigung überwiesen. Am 6. Mai 1884 waren 25 Jahre verflossen, seitdem der erste Oberlehrer, Professor Otto seine Wirksamkeit am hiesigen Gymnasium begonnen hatte. Die zahlreichen Schüler und Freunde des verdienten Mannes und die Lehrer der Anstalt konnten es sich an dem Tage nicht versagen, dem Jubilar mannigfache Zeichen der Hochachtung und Verehrung darzubringeu. Da die hier erscheinenden Zeitungen ausführliche Berichte über das in jeder Hinsicht würdig und schön verlaufene Fest veröffentlicht haben, so sehen wir von einem eingehenden Referate an dieser Stelle ab. Nur die Mitteilung dürfen wir nicht übergehen, dals aus Anlaſs der Jubelfeier eine Stiftung gegründet ist, die den NamenOtto-Stiftung führt. Das Nähere über dieselbe ist in Abschnitt VI zu finden.

Am 8. Mai 1884 ernannte das Provinzial-Schulkollegium den bisher provisorisch angestellten katholischen Religionslehrer Wedewer zum ordentlichen Gymnasiallehrer. Wir teilen die folgenden bio- graphischen Nachrichten über ihn nach seinen Angaben mit.

Hermann Wedewer, Sohn des verstorbenen Professors Dr. Wedewer zu Frankfurt a. M., wurde daselbst am 30. März 1852 geboren und besuchte die Selektenschule und das Gymnasium seiner Vaterstadt. Mit dem Zeugnis der Reife entlassen, machte er im Frühjahre 1872 eine Reise nach dem Orient, studierte zu Münster bis Herbst 1875 Philosophie, Theologie und Geschichte und bestand 1874 das wissenschaftliche theologische Examen für den Eintritt in das Priesterseminar zu Münster, in welchem er von Herbst 1874 bis Januar 1876 weilte. Am 10. August 1875 empfin derselbe nach Ablegung des Diaconats- und Presbyterats-Examens die Priesterweihe und dakung darauf die Prüfung für die praktische Seelsorge. Zu Anfang Februar 1876 folgte er einer Berufun als katholischer Religionslehrer an das Kgl. Gymnasium und das Realgymnasium zu Wiesbaden ung begann daselbst den Unterricht, nachdem der Hochwürdigste Herr Bischof von Limburg ihm die Missio canonica erteilt hatte. Ostern 1876 wurde ihm auch der katholische Religionsunterricht an der städtischenHöheren Bürgerschule übertragen. Am 13. November 1876 bestand er vor der Kgl. Wissenschaftlichen Prüfungskommission zu Münster das Examen pro facultate docendi. Nachdem der Herr Minister eine ordentliche Lehrerstelle für katholischen Religionsunterricht an dem Gymnasium und Realgymnasium kreiert hatte und Wedewer durch die allgemeine Dispensation vom 9. Januar 1884 von den Erfordernissen des§. 4 der Maigesetze entbunden war, wurde er am 8. Mai 1884 zum Gymnasiallehrer ernannt und am 26. Mai 1884 vereidigt. An literarischen Arbeiten sind von ihm(aufser Rezensionen und Aufsätzen in Zeitschriften etc.) erschienen: 1)Eine Reise nach dem Orient. Mit 60 Bildern etc. Regensburg 1877 bei Manz. 2)Grundrifs der Kirchengeschichte für den katholischen Religionsunterricht in den oberen Klassen höherer Eehranstalten. Freiburg 1879 bei Herder.(2⁰ 1882. 3⁰ 1885.) 3)Thomas a Kempis, Nachfolge Christi mit Betrachtungen zu jedem Kapitel, aus dem Französischen bearbeitet, nebst Gebetbuch. Regensburg 1880 bei Manz. 4)Grundrifs der Apologetik für höhere Lehranstalten und für gebildete Laien. Freiburg 1880 bei Herder.

3 Am 21. Mai fiel mit Genehmigung des Provinzial-Schulkollegiums der Unterricht aus, da eine grölsere Anzahl von Lehrern der zu Diez stattfindenden Generalversammlung des Vereins von Lehrern an den höheren Schulen unserer Provinz beiwohnte.

Vom 31. Mai bis zum 8. Juni dauerten die Pfingstferien.