Dagegen erklärt es O. Müller, Kl. Schr. 1, 311, als„die Kunst, dem Erz und Eisen beliebige Farben zu geben“. Da die Worte aus dem Zusammenhang gerissen sind, so wird jede Deutung eine unsichere bleiben müssen, indes scheint es kaum möglich, dals 8 αα hier in dem Sinne von„Eintauchen in Wasser“ gebraucht ist, da die Wirkung dieses Eintauchens bei der Bronze und dem Eisen bezw. dem Stahle eine ganz verschiedene ist.
Taucht man nämlich Bronze glühend in Wasser, so verliert sie an Härte und Dichtigkeit, wird biegsamer und geschmeidiger, so dals auf das mit Zinn legierte Kupfer ein 8a†ρ⅔ òλυera recht wohl passen würde. Ich glaube, daſs O. Müller das Richtige getroffen hat, wenn er das Wort 8%1ℳο hier in dem Sinne von„Färbung“ nimmt, in welchem auch gaꝙff gebraucht wird(vergl. oben S. 6). Bezüglich des Eisens wie des Stahles mag man an die verschiedenen Anlauffarben denken, die beim„Anlassen“ sich zeigen(s. oben S. 18); doch ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dals die Alten dem Eisen und Stahle auch in ähnlicher Weise mannigfaltige Farben auf künstlichem Wege zu geben verstanden haben, wie man heute die sog. Feuervergoldung durch Amalgam bewirkt oder feinere Stahlarbeiten mit einer dünnen Silberhaut überzieht. Für diese Annahme fehlt es aber an jeglicher UÜberlieferung.
Über die Kunst der Alten, der Bronze beliebige Farben zu verleihen(vermutlich durch Mischung, doch wurde das Verfahren wohl geheim gehalten,) vergl. Welcker, Nachtrag zur Tril. S. 42 ¹) und O. Müller, Archäol. der Kunst 3⁰, S. 424.
Mit besonderen Schwierigkeiten ist die Erklärung des Eintauchens in Essig verknüpft, welches die Spartaner bei dem angeblich von Lycurg eingeführten eisernen Gelde angewendet haben sollen.
Plutarch berichtet darüber(vita Lyc. 9):„dEe¹ Td cd A⁶„εεαι O*ασπκιον 0⁴⁹ ν ν 19 G*ꝓτ,ιμμα ταοσεασασς ⁴εeo rhy ei rä³d³ Tpeiay aad dvA⁴νμαν, dαυeοωοσοσ νυν dοασερꝓμω ενονεμέινοεει und damit übereinstimmend(vita Lysandri 17): roνro(rò Ʒε⁵ιμ s⁶νιαασι ν ⁶α⁸ιeνηον‧ πμαοωο ͥQ ͥHldv dEeεν νπαισꝓτα⁴ασσσ⁶,εεννο ει πωσςσ, ν uνπ ‿αντε‿ναάσσενονo(nach Dindorfs Vermutung: ueraxaæενοντο) AAAd, ded rh 8.h doονμον να dàdρας„oντo. Wenn Klaiber die letztere Stelle übersetzt: „Die von Alters her gebräuchlichen Münzen waren von Eisen, das man glühend in Essig tauchte, damit es durch die Abkühlung zu weich und mürbe zum Umschmieden würde“, und wenn selbst Böckh (Staatshaushalt II, 138) die Angaben Plutarchs so auffaſst, dals man„das bessere Eisen durch eine Abkühlung der heilsen Masse in Essig weich und zum Umschmieden untauglich“ gemacht habe, so könnte es vielleicht scheinen, als ob eine 8a†ρ nach der Meinung der Alten unter Umständen doch das Eisen zu erweichen vermöge und die Stelle sich für die Beibehaltung der im Ajax überlieferten Lesart verwenden lasse.
Indes brauchen wir nach den bisherigen Ausführungen kaum mehr zu bemerken, dals der Dichter, um verständlich zu werden, bei dem Worte 8ꝙ†σ die Beziehung auf den Essig hätte hervorheben müssen, und daſs auch dann noch der Vergleich ein durchaus verfehlter gewesen wäre. Ferner widerspricht jede tech- nische Probe, wie wir nachher sehen werden, der Annahme, dals durch die Löschung in Essig das Eisen bezw. der Stahl weich werde, und endlich sagt der Schriftsteller gar nicht, daſs die Wirkung eine erweichende gewesen sei. Wollte man nämlich auch dem Worte doroννοοςο die Bedeutung„weich“
¹) Welcker übersetzt den Ausdruck xalzoĩ Saca in den Worten der Klytämnestra(Aeschyl. Agam. 589 f.): 0æ oOlda 160 1ν o“, Et-poyo ru] d*³dovu oòs dy⁴ods ιον Aalro Sς mit„Erzes Färbungt Wir können uns auf eine Untersuchung des Sinnes der merkwürdigen Stelle hier nicht einlassen, da dies nicht zu unserer Aufgabe gehört, und bemerken nur, dafs die Meinung des Scholiasten, xανον stehe für ⁶eπον—, von Welcker mit Recht verworfen wird, sowie daſs dem entsprechend auch Droysens UÜbersetzung:„des Stahles Bad“ falsch ist.
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