Aufsatz 
Die Löschung des Stahles bei den Alten : (eine Erörterung zu Sophokles' Ajax 650 ff.) / Paehler
Entstehung
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23. werde. Hier ist doch sicherlich gedacht, daſs der Reiter, der das Rols meistert, das Rechte thut. Vergliche sich also Kreon mit einem Schmiede, der durch unvorsichtiges Hämmern den vorzüglichsten Stahl zerstört, so würde er sich der Antigone gegenüber selbst ins Unrecht setzen. Ich gebe zu, dals man hiergegen ein- wenden kann, der Vergleich dürfe nicht zu sehr urgiert, nicht bis in alle Konsequenzen verfolgt werden.

Indes mag man nun die Verse in der Antigone auf die eine oder die andere Weise deuten, jeden- falls kann aus den Worten des Kreon kein Widerspruch dagegen hergeleitet werden, dals nach der Meinung der Griechen Eisen und Stahl durch Glühen der Regel nach geschmeidig und weich, nicht spröde wird.

So glauben wir den Vorschlag wagen zu dürfen, daſs anstatt der herkömmlichen Lesart in unserer

Ajaxstelle:... 6 9 G1n00 de en

zu setzen sei.

Allerdings wird uns das Wort gaven nur durch Hesych überliefert. Das dazu gehörige mascul. 8ναννς(aνν), bezw. 8aνοο(drπανιαωνς), findet sich im Sinne von* νεανο in einem Fragment des Eratosthenes, welches man seinem Gedichte Howννn zuschreibt

òσοσν νεεμαασισο αννꝓν

Das Nähere über die Bedeutung des Wortes, das meist durch ⸗eνλιινοοε, aber auch durch xðg und xvrodmοwe erläutert wird, s. bei Hiller, Eratosthenis carm. reliquiae(1872) S. 99, wo die bezüglichen Stellen der Alten und die Auslegungen der Lexicographen gesammelt sind. Die Femininform gabon hat nach Hesych die Bedeutung ⁴eνμμιμννοοσςσ‿ mπG Q uevr ε und mag wohl speziell vom Schmelzofen bezw. Schmelz- herde der Metalle gebraucht worden sein. Demnach sagt Ajax:Ich war vorher hart und schroff, jetzt bin ich durch meines Weibes Zusprache weich geworden wie Eisen im Feuer (oder wörtlich:durch den Glühofen, da 8abvn dat. instr. ist). Die Worte der Tecmessa haben also auf den Helden gewirkt wie das Feuer im Ofen ¹) auf Eisen und Stahl. Freilich fügt Ajax hinzu:*mτ⅔αμα

mannigfaltige gewesen, wie Plinius berichtet:fornacium magna differentia est.(h. n. 34, 41). Die Abbildung der Werkstätte eines griechischen Erzgielsers, die sich in Gerhards griech. und etrusc. Trinkschalen des K. Museums zu Berlin, Taf. XII- XIII findet, zeigt uns auch einen Schmelzofen. Beck äufsert zwar(a. a. O. 462 f.), es sei fraglich, ob Erz oder Eisen in dem Ofen niedergeschmolzen werde, allein der Zusammenhang mit den üubrigen Bildern derselben Vase lälst meines Erachtens nur die Deutung zu, daſs wir es mit einem zovsurijoio Talvod zu thun haben. Über die Konstruktion herrschen Meinungsverschiedenheiten. Während Gerhard der Ansicht ist, daſs auf der Höhe des Ofens der Schmelzkessel stehe, betrachtet Beck diesen Teil nur als einen eigentümlichen Verschluſs der Gichtöffnung. Ganz unzweifelhaft haben wir aber eine Sarn 04.σp auf einem Relief im Louvre vor uns, welches den Hephaestus darstellt, wie er von Gesellen umgeben