Aufsatz 
Die Löschung des Stahles bei den Alten : (eine Erörterung zu Sophokles' Ajax 650 ff.) / Paehler
Entstehung
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Stahl als ein geläutertes Eisen und glaubten, er entstehe durch fortgesetzte Reinigung des Eisens, indem durch wiederholtes Schmelzen und jedesmal darauf folgendes Schmieden des aus den Eisenerzen hervorgehenden Metalls ein immer vollkommeneres Produkt sich ergebe, da stets mehr Unreinigkeit in den Schlacken abscheide.

Wie oft das Ausheizen vorgenommen worden sei, sagt Aristoteles nicht; auch verstehen wir aus seiner

Das hat Schnitzer richtig erfaſst, aber er verfehlt in anderer Beziehung den Sinn, indem er übersetzt:Wenn dieses Eisen nicht mit dem Stein in einem Ofen zusammen geschmolzen würde, so würde es, wie man glaubt, (an Glanz) dem Silber nicht nachstehen. Hier ist&xαtε̈ο= Guwerαdero, uu᷑= Ii Mrn gefalst und angenommen, der Zusatz des aνοααᷣοςᷣ habe die Erzeugung des vollkommensten Stahles gehindert. So hatte bereits Heyne (zu Beckmanns Ausg. der Schrift 1788, S. 414) erklärt:Si pyrimachus non cum ferro coqueretur, sed ferrum solum, fore ut ab argento hoc parum differat. Diese Auffassung ist, von allem anderen abgesehen, schon aus technischen Gründen zu verwerfen, weil zur Stahlerzeugung der Zuschlag geradezu notwendig war. Im Ver- gleich zu solcher Auslegung handelte Beckmann weise, indem er(a. a. O. S. 97) sagte:quid sibi velint haec Aristotelis verba ei-ewctezo, hoc me ignorare profiteor. Die übrigen Deutungen früherer Erklärer finden sich bei Hausmann(de arte ferri conficiendi veterum inOomm. soc. reg. Gotting. 1820, S. 39 ff.); sie sind sämtlich ver- fehlt, wenn man J. G. Schneider ausnimmt, welcher(Anal. ad histor. rei metall. vet. 1788, S. 27) bemerkt: Equidem verba ita puto explicanda, ut ferrum dicatur colore prorsus simile argento futurum fuisse, si repetita fuisset eius coctio metallumque semel fusum purgatumque fornaci ignique redditum. Schneider scheint das Richtige gefühlt zu haben; leider erläutert er seine Ansicht nicht weiter.

Aber wir wollen jetzt unsere eigene Auffassung der Stelle darlegen. Die Chalyber gewannen die Eisenerze aus dem Gerölle der Flüsse.(So die Mitteilung unseres Buches! Dafs sie auch Eisen geschürft und Bergbau getrieben haben, wird sich aus den weiter unten folgenden Nachrichten der Alten ergeben.) Uber die Behandlung der Erze gab es zwei Angaben. Nach der einen hätten die Chalyber das Erz einfach ausgewaschen und in Herden geschmolzen; nach der anderen hätten sie mehrfache Auswaschungen mit dem Erze vorgenommen und die Rückstände unter einem Zusatze des sog. Pyrimachussteines ausgeschmolzen. Die zweite Meinung ist gewilſs die richtigere, wie auch der Verfasser der Schrift anzunehmen scheint. Das so gewonnene Metall(Stahl) war glänzender und besser als die an sonstigen Orten fabrizierten Eisensorten, vermutlich wegen der guten Qualität der Erze und der geschickten Arbeit der chalybischen Schmiede. Als besondere Eigenschaft wurde an dem chalybischen Stahle gerühmt, dafs er allein nicht roste, d. i. wohl in weit geringerem Grade roste als anderes Eisen; doch war hinsichtlich der Quantität das Ergebnis des Ausschmelzens der Erze kein bedeutendes. Hätten die Chalyber die Ausheizung wiederholt, wie dies anderswo geschah, so würde in folge der Raffinierung sich das Produkt(namentlich wenn es poliert wurde) von Silber gar nicht haben unterscheiden lassen. Allein sie wgollten wenigstens um die Zeit, da die Schrift de mir. ausc. entstand, keine fertigen Stahlwaren her- stellen, sondern begnügten sich damit, ein zu weiterer Verarbeitung geeignetes ausgezeichnetes Rohmaterial zu erzeu- gen, welches sie verkauften; sie verfuhren demnach in diesem Punkte ähnlich wie die Eisenschmelzer auf der Insel Aethalia(Elba), von denen uns Diodor V, 13 erzählt(vergl. Becks Auslegung dieser Stelle a. a. O. S. 475 ff. u. S. 536.), und wie es wohl auch die Schmiede der etruscischen Stadt Populonia gemacht haben(s. Blümner, Gewerbl. Thätig- keit S. 108). In den gröfseren Städten Kleinasiens und der Balkan-Halbinsel wurden dann die chalybischenRoh- luppen verarbeitet, und tüchtige Fabrikanten schmiedeten aus dem Stahle die vorzüglichen Werkzeuge(namentlich für die Zimmerleute, efr. Stephan. Byz. s. v. Aaue dαααυνι αᷣ⁴νε⁶ιννν ei 1 rsxrovtd..., ¶◻ Aaluaνοο).

. 3 Bestätigt wird unsere Erklärung durch Eudoxus ap. Steph. Byz. 8. v. Xddußes; Eu rije Xalu⁵ν Na Oaæs o 91191009 6 801 1 groνιμμανα œudοεᷣνος εεμ εᷣεαάz. Dasselbe sagt Eustath. ad Dionysii Te0**νναιν,ν'. 768. Vergl. auch Vergil Georg. I, 58: At Chalybes nudi ferrum(sc. mittunt). Apollonius Rhod. II 1007 ff.(Merkel) beschreibt die Thätigkeit der Chalyber: àll ασ⁶σοοοπ οιντιυνμιέμιη‿ ενα Paroonres 4 ο c⁴ε⁵εοeνντασ Bioοον, und der Scholiast bemerkt hierzu: Oi Xdauges uεαε˙ε̈νοντες ϑ φ 2 10 50, zal 09TG, d Lnurhdeu. N00ovrct. Strabo XII, cap. 3,§. 19 meldet vom Lande der Chalyber: e rije pie 1d εαλ⁴α,"Sv use 040†οου ο τεεοον ςμ νααά oςρνιςον... Jetnerado O Aera levrade 8u 106 ulεᷣ⁴νν lo. Cfr. noch Catull 66, 48 ff. Dafs die Chalyber nur die Verarbeitung der Erze zu Rohluppen und Halbfabrikaten betrieben, lälst sich auch aus den Worten bei Valer. Flacc. IV, 611 f. schliefsen: duris patiens cui(sc. genti Chalybum) cultus in arvis, et tonat adflicta semper domus ignea massa. Massa bedeutet hier ganz dasselbe, was Vergil(Aen. VIII, 421) unter den stricturae Chalybum versteht, nämlich den aus dem Feuer gekommenen glühenden Eisenklumpen, der mit dem Hammer bearbeitet wird(Luppe).

Mannert(Geogr. der Gr. u. Röm. VI, 2, S. 431) sagt zwar, dafs die Chalyber auchgrolse Manufakturen