Aufsatz 
Die Löschung des Stahles bei den Alten : (eine Erörterung zu Sophokles' Ajax 650 ff.) / Paehler
Entstehung
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19 Sprünge und Risse eingetreten sein, so daſs der Schaden nicht wieder gut zu machen war; es wäre daher wohl denkbar, dafs der Dichter sagen wollte, der härteste Stahl breche, wenn bei dem Ablöschen nicht richtig verfahren werde. Allein der Umstand spricht gegen diese Erklärung, dals Soph. dann in seinem Vergleiche ein Glied übersprungen und gerade denjenigen Vorgang unerwähnt gelassen hätte, in dem die eigentliche Ursache des SHανισεπ ναάυνα ßund pοννπαν liegt.

Auch führt eine genaue Betrachtung der Worte r r ς παεοοοσνεκναν zu der Annahme, dals der Dichter an denjenigen Zustand des stahlartigen Eisens gedacht hat, da es glühend aus dem Feuer kommt und dann geschmiedet werden soll. IIegroxe«ſ aber steht prädikativ zu ôrr; der Stahl ist in der Weise örrrdc, daſs er rreouονu,ringsum ausgedörrt, d. h. an unserer Stelle:durch die Hitze verbrannt ist. Der Fehler, der dem Metalle die Geschmeidigkeit genommen, hat also bei der Erhitzung stattgefunden.

Um völlig verstehen zu können, wie dies möglich gewesen sei, müſsten wir die Art und Weise, in der die Griechen Eisen und Stahl bereitet haben, genau kennen. Es sind uns jedoch nur sehr dürftige und zum Teil nicht ganz klare Mitteilungen darüber aus dem Altertume überkommen. Von besonderer Wichtigkeit ist eine Stelle, die sich bei Aristoteles(Meteorologica IV, 6, 9 ff.) findet:

Tijxera* s*ν el⸗ναρσρμιμννο σemνπνιοσ, ο νρον᷑α̈ νε˙dα lαd dνν iρνννυνοσα Kal r ꝓτονμυνμσασπτηϊ oαυυοοσh οëντνπα dioοeπσσαπααι*ν droxdᷣalgeratr ν σeωαυνυεα drαmν ϑ roAAdæus lαν νανιααοςσ έμνντιαι, τονπτο‿σ⁶ιμιομμμα νεᷣα. Od rO⁴ονοσιοιhðð⁵ οQμ⁴ἀͥει αινν d 18 drοvoαeν σινερ α ποινQeν εαα τον σσσνιρμνιν νἀριμιιο σποιαεασοενονᷣ εðασπαι'eνεεtνοων εs 6 A6r LEG dοςιαρσνφ.

Wie der hier beschriebene Prozels der Stahlbereitung technisch zu erklären sei, hat Beck, dessen Auffassung uns richtig scheint ¹), a. a. O. S. 460 darzulegen versucht. Die Alten betrachteten den

¹) Weniger können wir seiner Erklärung einer anderen hierher gehörenden Stelle zustimmen, die sich in der angeblich aristotelischen Schrift de mirabilibus auscultationibus c. 48 findet. Dort wird die Stahl- erzeugungsweise des in der Landschaft Pontus wohnenden Volkes der Chalyber beschrieben.(Diese nach Xenoph. anab. V, 5, 1 dm ⁴eεscæ lebenden Chalyber sind bekanntlich wohl zu unterscheiden von dem in Armenien ansässigen kriegerischen Bergvolke der Chalyber, die mit den Armenochalybes des Plinius(H. n. VI, 4 und 11) identisch sind, und über deren Bewaffnung und Sitten Xenophon IV, 7, 15 ff. Näheres mitteilt.) Der Verfasser der genannten Schrift berichtet:

Agyεr ν⁵⁶ιαdτν uxSueν ο⁶ςmσοον ον Xæ⁴νενον ε Auοανονε συιαισσννεααο, d p I6yοvνmν, rijs dνμιμοω rijs æ᷑ταρννομμεένναmεν/Lnννποτπιν. Tauντ νι Ʒν emν³ςα εφαέα Auncvras‿νμιμινεvεν, 01 rI dr6ααν τενονε̈ᷣνυν εν νᷣ νπ‿έ̈αι Qνυνεσαρσν σννναsενν rOειέεέισ³ε τντQπ ι uαemον ναάα‿ουμεμνον εεςοωνQ'ῦↄ,ſch' u i IO& 04uv. 0 ‧r0 d* Gt*0οσ τ τ̈ν dνν νvεᷣ:ati tev. El d ½ ui ey uu zuute rdtero, 05dey dy, s*νε, diεεεοεε rdονννιοον Mörον σeε †αρν aντοιν deννιαιατον ενα, o, n01luεσνσσα.

Beck macht zwar(S. 264 ff.) mit vollem Recht darauf aufmerksam, dafs mit diesen Mitteilungen die Schilderungen eines neueren Reisenden(Hamilton) übereinstimmen, der die alte Eisenindustrie im Chalyber- lande wieder auffand; auch darin ist ihm beizupflichten, dals unter dem ⁊αι⁴⁴ον ⁴ο keinSpiegel- eisen, sondern nur Stahl gemeint sein könne, sowie dals der Stein aνοιααο, den die Chalyber beim Schmelzen als Zuschlag verwendeten, gewifs weiter nichts als ein Schlacken bildendes Flufsmittel gewesen sei(S. 460); allein wenn er den Satz el ϑε νμν‿ειαςρνι⁶ον(S. 263) übersetzt:Wenn diese Art Eisen nicht blofs durch ein Feuer und in einem Herde gereinigt wird, ähnelt es dem Silber und auf S. 264:Wenn solches nicht durch ein Feuer allein ausgeheizt wurde, so unterschied es sich, wie es schien, gar nicht von dem Silber so dürfte das grammatisch nicht möglich sein, da der Konditionalsatz irrealen Sinn hat. Beck nimmt an, daſs die Chalyber den Stahl in sorgfältiger Weise wiederholt ausgeheizt hätten. Davon ist in dem ganzen Kapitel nichts gesagt, denn rolMldzis bezieht sich nur auf a⁄2 ννοεέααν, nicht auf guνναεν, ja der irreale Bedingungssatz spricht für das Gegenteil. Was die Beziehung auf das Silber anlangt, so dürfte nur an das Blinken zu denken sein, wie die Beschreibung zeigt, die Plutarch(Alex. 32, 4) von dem stählernen Helme Alexanders des Grofsen gibt: 15 τ⁴νο ν έιν ⁶αςισιοοmν τ186 Gε˙εο r⁴⁷ ,ννιοο*ααρσε,νον 060%ον. Einen solchen Grad des Glanzes hat der chalybische Stahl bei all seiner Trefflichkeit nicht erreicht.