— 15—. wovon man freilich eher das Gegenteil erwarten sollte“. In dieser Darlegung ist zunächst auffallend, dals O. Müller die Bedeutung, welche Lobeck dem Worte 8ac† an unserer Stelle beilegt, mit keiner Silbe berührt und noch viel weniger diese Auslegung„unterstützt und näher begründet“. Er scheint vielmehr eine von Lobecks Auffassung abweichende Ansicht zu haben und spricht denselben Gedanken aus, den ein anderer Rezensent Lobecks(Chiffre W. T. M.) bereits vor ihm in der Hall. Allgemeinen Lit.-Ztg.(April 1837) S. 534 ff. aufgestellt hatte. Dieser bemerkt nämlich, dals 8*†ρ einen durchaus anderen Sinn habe als Lobeck annehme, und fährt fort:„Vielmehr ist unter 8o†ρ irgend ein künstliches Mittel zu verstehen, wodurch man das Eisen bei der Bearbeitung durch die Hand des Toreuten weich und geschmeidig machte. Bei der Skulptur in so hartem Metalle wie Eisen bedurfte man notwendig eines Mittels dasselbe zu erweichen, um die Instrumente nicht zu zerbrechen“. Es ist charakteristisch, dals O. Mäüller schreibt:„es muſs ein Verfahren gegeben haben“ und der Rezensent W. T. M. von„irgend einem“ Mittel spricht, dessen man „notwendig“ bedurft habe. Daraus geht doch wohl hervor, dals sie beide fühlen, wie unsicher der Boden ist, auf dem sie sich bewegen, und dals sie die Sophoclesstelle mit Dingen erklären wollen, von denen wir nichts wissen. Der Verfasser der Rezension für die Hallesche Lit.-Ztg. beruft sich darauf, dafs die Alten auch das Elfenbein zu erweichen vermocht hätten, und dafs wir nicht wülsten, worin die Mittel bestanden, da die Kunst verloren gegangen sei; indes wenngleich diese Thatsache wohl allgemein als richtig anerkannt wird (vergl. Blümner, Technologie und Terminologie der Gewerbe und Künste bei Gr. u. R. II, 368 ff.), was folgt daraus für die Toreutik des Eisens? Zwar berichtet uns Strabo XIII, 4, 17: 1010„ T bp„ Kißuν(Lydien) xν τν*σερναοων τενεασ˙εαά§5αασσ, allein ob diese Kunst in Griechenland einigermafſsen gepflegt worden sei, ist doch fraglich, wie schon der Ausdruck 101„ zeigt.
O. Müller nimmt Bezug auf den eisernen(genauer: stählernen) Untersatz des nach Herodot I, 14 vom lydischen Könige Alyattes in Delphi gestifteten silbernen Mischkruges. Dieses urozgnrnoidtov war ein Werk des Glaucus von Chios. Pausanias, der es gesehen hat, beschreibt es ausführlich X, 16, 1 und hebt hervor, daſs jeder Teil mit dem andern nicht durch Spangen oder Stifte, sondern einzig durch Lötung(àν αονοισ 0⁴˙ο) verbunden sei, wie denn auch Herodot dem Glaucus die Erfindung der Lötung des Eisens zuschreibt. Die Form des Untersatzes war die eines von unten nach oben spitz zulaufenden Turmes. Die Seiten waren nicht durchgehend geschlossen, sondern bestanden aus eisernen Querstreifen, gleich den Stufen einer Leiter. Die aufrecht stehenden Stäbe waren am oberen Ende auswärts gebogen, und das war der Platz für den Mischkrug. Von kunstvoller Ciselierung erwähnt Pausanias nichts, aber Athenaeus(V, 5, p. 210, b u. c) berichtet, dals Ornamente von Tieren und Pflanzen das allgemein bewunderte Werk geschmückt hätten.
O. Müller scheint die bei Plut. de def. orac. 47 sich findende Angabe über die Herstellung desselben für unrichtig zu halten, und Welcker bestätigt dessen Bedenken in der 3. Aufl. zu Müllers Archäol. der Kunst§. 311, Anm. 2, 8. 433 f.; aber es liegt gar keine Schwierigkeit vor, da man auch vom Stand- punkt der heutigen Technik nicht das Gegenteil des Berichteten, sondern ganz genau dasselbe erwarten mufs. Plutarch setzt auseinander, wie bei einem Kunstwerke die Uberlegung des schaffenden Künstlers wichtiger sei als die Materie, deren derselbe sich bediene. Zum Belege für seine Ansicht verweist er auf das Hypo- kreteridion des Glaucus. 1
Olov euSdg d eε ν το sντανα oðν ρτυσ da ld 4Gνιρα, 1„ H9G o og dũrorprn- 91 νeρμ⁵ιασεν A*επαμας εeν εeονπυος ¹) dAuα‿ πν νœα σιεισοω νυχά0 ,½Mν⁄αάέόαι¶qmò nr v90,*ν υμνσααάασαοασ
¹) Das zu*οατειοος gehörende Néovros enthält eine Ungenauigkeit oder eine Korruptel. Man erwartet gyoudæ(zu 0 G„ ⁊α 3σαις) oder igoy(zu dmνοτκρτηνι⁶ον). Bährs Uebertragung:„So hat z. B. der berühmte Untersatz und das Gestell des Mischkruges, wovon Herodot spricht, allerdings materielle Ursachen“, ist in der Sache richtig; die lateinische Übersetzung der Didotschen Ausgabe:„materiales hic crater habet causas“ hält an der Beziehung des Participiums zu zorzioos fest, gibt aber einen falschen Gedanken, weil nur der Untersatz von Stahl war und das Mischgefäls selbst aus Silber bestand.


