Aufsatz 
Die Löschung des Stahles bei den Alten : (eine Erörterung zu Sophokles' Ajax 650 ff.) / Paehler
Entstehung
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13.

vollkommen unmöglich ist. Schon Lobeck erkannte, wie bedenklich dieselbe sei. Er bemerkt: Aut ad primam illam interpretationem(wonach 8αρρ σ. 6 zum Vorhergehenden zu ziehen) revertendum est, quae verborum ordinem invertit, aut sumi debet Sophoclem nomine vig 8ρ†ρμͥͥ totam ferri cudendi fabricam significasse, qua ferrum non solidatur solum sed etiam ad tractandum aptius, hoc est flexile et elasticum redditur(s. oben S. 10 ff.) ademta per aquam ferrariam naturali eius asperitate. Lobeck citiert dann zum Belege Plato de Rep. 411. B. und Plut. Numa 8. Von der ersteren Stelle haben wir schon oben S. 4 f. gehandelt. Mit dem in ihr benutzten Bilde von der Erweichung des Eisens im Feuer stimmt der Vergleich in der Plutarchischen Lebensbeschreibung des Numa überein, von dem gesagt wird, daſs er durch Pflege der Religion den harten Sinn seines Volkes zu erweichen und die Neigung zum Kriege in die Liebe zum Rechten umzuwandeln suchte. Nonudeς xexeipen ri 6Aty doεο σ⁴ꝓιο rAng ld oAen³² αμλκαριαόυπααινισ σπαόαασσόσðᷣᴵOal ααιταεςαν. Lobeck fährt fort:Quod Statius dicit Achill. I, 429. ‚ferrum laxatur ad usus innumeros' illud ipsum est uald᷑π̈terat bvsrat quamquam hoc non efficitur rij Ba†f, quae proprie ita dicitur, sed post eam ferro calefaciendo. Betrachten wir zunächst die Stelle aus Statius, so kann darüber kein Zweifel sein, dafs auch hier nur an die Erweichung des Eisens im Feuer gedacht ist, wie Lobeck selbst einräumt. Seltsam ist, dals er glaubt, die Gacp sei diesem Prozesse vorausgegangen. Er meint, man habe dem Eisen durch Eintauchen in aqua ferraria vorher seine natürliche Sprödigkeit genommen und das Metall dann erst verarbeitet. Diese Auf- fassung beruht auf einem Milsverständnis. Die Alten legten bei der Verarbeitung des Stahles groſsen Wert auf die Beschaffenheit des Wassers, in dem die Löschung geschah. Plinius berichtet(h. nat. 34, 41) über die groſse Verschiedenheit in den Eisensorten und erörtert die Ursachen dieser Mannigfaltigkeit, wobei er die wichtigste Ursache in dem Wasser findet:

Summa autem differentia in aqua, cui subinde candens immergitur. Haec alibi atque alibi utilior nobilitavit loca gloria ferri, sicuti Bilbilim in Hispania et Turiassonem, Comum in ÜItalia, cum ferraria metalla in iis locis non sint.

Bereits Hausmann(0. Müller, Kl. Schr. I, 311) hat bemerkt:Die Alten schrieben offenbar dem Wasser eine zu groſse Wirkung auf die Härtung des Stahles zu, wenn es gleich wahr ist, daſs weiches und hartes Wasser, Salze u. dergl. auf den Härtegrad Einfluls haben. Noch bestimmter sagt Beck(a. a. 0. S. 507), Pliniusgehe von der irrigen Hypothese aus, daſs die Härtbarkeit nicht von der Qualität des Eisens, sondern von der Qualität des Wassers, in welches das Eisen getaucht wird, bedingt sei. Diese falschen Ansichten haben sich von Generation zu Generation fortgepflanzt, vielfach mit neuen Zuthaten versehen. Welch abenteuerliche Vorstellungen im Mittelalter über das beste Härtewasser geherrscht haben, ersehen wir z. B. aus einer Mitteilung des Benediktinermönches Theophilus Presbyter, der ein technisches Werk Schedula diversarum artium in drei Büchern geschrieben und nach Ilgs Ansicht um 1100 im Kloster Helmershausen an der Diemel gelebt ¹) hat. In dem von der Verarbeitung der Metalle handelnden dritten Buche berichtet er cap. 20. vom Härten des Stahles, den man glühend in Wasser lösche, und erzählt in cap. 21. das Folgende:

Fit etiam ferramentorum aliud temperamentum, quibus vitrum inciditur et molliores lapides hoc modo. Tolle hircum triennem, et liga eum intus tribus diebus sine cibo, quarta da ei filicem comedere et nihil aliud. Quem cum diebus duobus comederit, sequenti nocte cooperi eum in dolio inferius perforato, sub quibus foraminibus pone aliud vas integrum, in quo colligas urinam eius. Qua duabus vel tribus noctibus tali modo sufficienter collecta emitte hircum, et in ipsa urina ferramenta tua tempera. In

¹) Vergl. die Einleitung(S. XLIII) zu der von Albert IIg veranstalteten Ausgabe des Theophilus, welche im 7. Bande der von Eitelberger v. Edelberg herausgegebenen Quellenschriften für Kunstgeschichte

erschienen ist.