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so will es uns doch scheinen, als ob diejenigen das Rechte getroffen hätten, welche meinen, daſs mehrere Momente hierbei von maſsgebendem Einflufs sind und dals insbesondere Temperaturdifferenz, Wärmekapazität und die Fähigkeit der Wärmeleitung zusammenwirken. Da nun das öl eine geringere speziflsche Wärme hat als das Wasser ¹) und ein fast um das Zwölffache schlechterer Wärmeleiter ²) ist, so folgt, daſs der glühende Stahl, in öl getaucht, erheblich langsamer sich abkühlt als in Wasser. Daher ist die Wirkung des Ein- tauchens eine weniger abschreckende, und hierdurch erklärt es sich, dafs die Gefahr des Werfens und Springens sich verringert, und zwar umsomehr, wenn es wahr sein sollte, dals sich am Stahle eine dünne Kruste von Kohle bilde(s. S. 9 Anm. 2). Natürlich mufs nun auch die Härte, die auf diesem Wege erzielt wird, eine schwächere sein als bei der Löschung in Wasser, allein in keinem Falle lälst sich der Vorgang als eine Erweichung des Metalls bezeichnen, da dieses jedenfalls härter wird, als es vor dem Glühen war und als es wird, wenn es an der Luft sich abkühlt.
Einige Erklärer unserer Stelle halten die Annahme einer Erweichung des Stahles in öl nicht strenge fest, sondern suchen die Lösung der Schwierigkeit auf etwas verschiedenem Wege. So Ad. Schöll: „Feines und scharfes Eisengerät ward in der Stählung nicht mit Wasser, wodurch es spröd geworden und leicht gesprungen wäre, sondern mit öl gelöscht, wodurch es elastisch wurde, somit in seiner Schärfe zäher und brauchbarer“. Der elastisch gewordene Stahl kann durch eine äuſsere Gewalt eine erhebliche Verschiebung seiner Teile und eine Veränderung seiner Gestalt erfahren, ohne zu zerbrechen; wenn die Kraft zu wirken aufhört, so schnellt er in die frühere Lage zurück. Hiernach würde Ajax sagen:„In folge des Zuspruchs meines Weibes bin ich elastisch geworden; meine Rede hat eine andere Form angenommen“; mit dem Doppelsinn:„aber ich gebe nur für den Augenblick nach; im Grunde bleibe ich fest und hart und werde meinen Entschluſs trotzdem ausführen“.
Ein solcher Vergleich, wenn er auch etwas gesucht erscheinen möchte, würde wenigstens an und für sich denkbar sein. Indes mülſste zuerst erwiesen werden, daſs Snlνeo Sar die Bedeutung„elastisch werden“ annehmen könne. Schöll selbst zieht nicht die Konsequenzen seiner Behauptung, indem er in der UÜbersetzung&SnSn rduα durch„zeig' ich mich erweicht“ wiedergibt. Das stimmt nicht zu der aufgestellten Erklärung, weil der Vergleich„ich zeige mich erweicht, wie der Stahl elastisch wird“ eine offenbare erdaœσ et daν„vo« enthalten würde. Denn elastischer, federnder Stahl ist nicht weich, sondern hart, und weiches Eisen kehrt, nachdem es gebogen ist, nicht in die ursprüngliche Form zurück.
Sehen wir jedoch von dem in Schölls Auslegung hervortretenden, auf mangelhafter Auffassung der Begriffe„weich“ und„elastisch“ beruhenden inneren Widerspruche ab, und fragen wir, ob Snανυνοαμαι heiſsen kann„ich werde elastisch“, so muls dies verneint werden.
Die Griechen hatten für den Begriff„elastisch“ kein besonderes Adjectiv, sie benutzten dafür ursprünglich anderes bedeutende Ausefücke, wie 5„οε, ed τοοο, ve*νοeπςσ, ²vo; niemals haben sie dazu das Wort Sindbve in übertragenem Sinne verwendet.
Man wende nicht ein, dals Snxνyeo Saw auch nicht„weich werden“, sondern„weiblich, weibisch werden“ bedeute, und dals es vielfach der Frauen Art sei, scheinbar nachzugeben und dann
vermindert. Für die dünnsten Sägen bedient man sich zum Ablöschen des öles allein oder einer Mischung von Ol mit Unschlitt; es gibt für diese Gattung von Sägen genügend Härte“.
¹) Das Verhältnis ist für Terpentinöl und Wasser nach Regnault und Hirn 0,4: 1. Vergl. Wüllner, Die Lehre von der Wärme, 2⁰. S. 483 f. Andere ö6le zeigen eine geringe Abweichung.
²) Terpentinöl: Wasser= 1:11,75. Vergl. Wällner, a. a. O. S. 198. Für Olivenöl habe ich keine Angabe gefunden, aber der Unterschied kann nicht bedeutend sein.


