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lälst es zusammen sich langsam abkühlen. Will man dagegen stahlartiges Eisen härten, so läfst man es nach dem Erhitzen rasch kalt werden. Die Mittel, die man heutzutage anwendet, um die schnelle Ab- kühlung zu bewirken, sind sehr verschieden. Am häufigsten taucht man den glühenden Stahl in Wasser; aber man benutzt auch wohl die Luft, indem man den Stahl z. B. mit groſser Kraft durch dieselbe hin- und herschleudert. Bei feineren Stahlwerkzeugen wird zur Löschung vielfach Ol gebraucht u. a. m. Aller- dings ergeben sich, je nachdem man die verschiedenen Mittel anwendet, auch verschiedene Härtegrade. Allein obgleich der Stahl durch Ablöschen z. B. in warmem öl weniger hart wird als in kaltem Wasser, so kann man doch keinesfalls sagen, dafs auf jenem Wege das Metall erweicht werde; es wird gehärtet, aber nur in geringerem Malse. Dies ist eine feststehende Thatsache, die wir bei der Erklärung der Sophocles- stelle zu berücksichtigen haben, da selbstredend nicht angenommen werden kann, daſs im Altertum das öl auf den Stahl eine andere Wirkung geübt habe als zu unserer Zeit.
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Wir werden im weiteren Gange der Abhandlung Veranlassung haben, den Zweck der Benutzung des éles und andere in unsere Frage einschlagende Einzelheiten zu erörtern, hier haben wir zunächst die Zeugnisse der alten Schriftsteller zu prüfen, auf die man sich zum Schutze der aufgestellten Erklärung beruft.
Bei Plato de Republica III, 411 B. spricht Socrates von der richtigen Erziehung durch Pflege der Gymnastik und Musik. Er fordert, daſs die beiden den Menschen von Gott gegebenen Künste in der Weise geübt werden, daſs sie miteinander in Einklang kommen. Eine harmonische Bildung kann der Mensch nicht erreichen, wenn er einseitig nur die eine oder die andere Kunst betreibt. Die Gymnastik ohne Musik führt zur Härte und Rohheit(dνραες und eναναπε), Musik ohne Gymnastik zu übermälsiger Weich- lichkeit und Milde(ueƷσαel, und uegone). Und da sagt denn Socrates bezüglich desjenigen, der aus- schlieſslich die Musik pflegt und sich von ihren süfsen, weichen und wehmütigen Klängen fort und fort die Seelo füllen lälst: oöro ro v G roy, e re oe⁸& eTey, derε ν εᷣμ ανoαᷣse aal Todœιμον εε dνοσασσον ναν σσϑνφν⁵οο εσπαυσεμνε α§‿ Eε ν α¶õcew⁸, deνeλ nνſ, rbo era ro⁵‿o nèn rüxer α!*ν lεiel, Eoeᷣ dy ærien rdy Sdy e. kærés doreg veuga er vig ogne o! xounoy uανλ˙ιαάνν aiμπντιν. Socrates meint also: Ein solcher Mann erweicht anfangs, wenn etwas Zornmütiges sich in ihm regt, es wie Eisen und macht es brauchbar, da es zuvor unbrauchbar und spröde war; wenn er aber die Beschäftigung mit der Musik ohne Aufhören übertreibt, so bringt er es zum Schmelzen und Zerflielsen, bis er allen Mut herausgeschmolzen, die Sehnen der Seele gleichsam herausgeschnitten und sich zu einem„schwächlichen Streiter“(Anspielung auf Ilias 17, 588) gemacht hat.— Das Bild besteht aus zwei Teilen. Der erste ist so klar, daſs er kaum der Erläuterung bedarf. Das Eisenerz ¹), das spröde und zu menschlichen Zwecken unbrauchbar ist, wird im Schmelzofen weich gemacht, und das infolge davon gewonnene Eisen ²) lälst sich
¹) Das Wort 70„0oc wird sowohl vom Eisenerz wie vom ausgeschmolzenen Eisen gebraucht. Die Aus- drücke eroæᷣ ν⁶σeν und Gν⁶ιιντε 1⁴νοοσ gehören erst einer späteren Zeit an.
²) Wie Dr. Beck in seinem trefflichen Buche„die Geschichte des Eisens“(I, Braunschweig bei Vieweg, 1884), auf welches wir besonders aufmerksam zu machen nicht verfehlen, S. 17 bemerkt, hing es nach der Art, wie der Schmelzprozefs in alter Zeit geführt wurde, vom Zufall ab, ob ein härteres oder weicheres Eisen, ob Stahl oder Schmiedeeisen dargestellt wurde.(Wir wollen hier übrigens an die bekannte Thatsache erinnern, daſs die Alten sich nur der„direkten Eisendarstellung“ bedient und den Wert wie die Fabrikation des geflossenen Roheisens nicht gekannt haben. Beck sagt darüber a. a. 0. S. 16:„Die Alten stellten das Roheisen niemals absichtlich dar und kannten seine Verwendung weder zum Zwecke des Gieſsens noch zur Stahl- und Schmiedeeisenbereitung.. Ja, es dauerte Jahrtausende, bis man allmählich durch Erfahrungen und Beobachtungen die Wichtigkeit des Roheisens erkannte; dals man es nicht nur zu vergieſsen lernte, sondern auch fand, dals sich der Stahl und


