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Joſeph Schait, vormals Schullehrer zu Oſterſpai angeſtellt. Er empfing aus der Schulkaſſe 40 Gulden und monatlich von jedem Schüler 45 krz. Als er 1814 ſtarb, beauftragte man wie⸗ derum einen Candidaten, Frz. Joſ. Klein gegen eine Remuneration von jährlich 25 Gulden und monatlich 30 Kreuzer Honorar mit der Ertheilung dieſes Unterrichts.
Beim Beginn des Sommerſemeſters 1807 meldeten ſich zum Eintritt in die Normalſchule 49 Candidaten, von denen der Direktor Bauſch nach vorgängiger Prüfung 14 als reif bezeichnete und aufnahm.
Schon in demſelben Jahre wurde Bauſch der jungen Anſtalt durch den Tod entriſſen. Er ſtarb am 14. September 1807.
Zu der vakant gewordenen Stelle fanden ſich mehrere Bewerber, unter dieſen die Pro⸗ feſſoren Wirz und Frorath. Auf den Vorſchlag der Schulkommiſſion und der Regierung ge⸗ nehmigte der Fürſt, daß die Stelle eines geiſtlichen Beiſitzers der Schulkommiſſion vorder⸗ hand nicht wieder beſetzt werde, der Prof. Wirz jedoch die Direction des Gymnaſiums mit dem Titel„Rektor“ erhielt. Um ſeinem Mitbewerber Frorath einen Beweis der Zufriedenheit zu geben, ernannte man ihn zum Gymuaſia!⸗Bibliothekar und bewilligte ihm eine beſondere Vergütung von 50 Guldeu.— Die Gründung einer Bibliothek war nämlich in der Weiſe bewerkſtelligt worden, daß man zur Anſchaffung der unentbehrlichſten Werke ſofort eine Summe von 500 Gulden anwies, ſodann für jedes Jahr 200 Gulden einzig zu dieſem Zwecke verausgabte und alle geiſtlichen und weltlichen Staatsdiener der Provinz durch eine Cirkular⸗Verfügung veranlaßte, der Gymnaſial⸗ Bibliothek in Montabaur ein nützliches Buch zum Geſchenke zu machen.
Im Jahre 1808 wurde das Gymnaſium von 98 Schülern beſucht. Die innere Organi⸗ ſation hatte inzwiſchen bedeutende Veränderungen erfahren. Statt der beabſichtigten 2 philo⸗ ſophiſchen Klaſſen war nur eine in's Leben getreten, Philoſophia oder Logica genannt; dagegen zerfiel die Klaſſe Humaniora in 2 allerdings meiſtens kombinirte, aber doch je ein Jahr bean⸗ ſpruchende Abtheilungen: Poetica und Rhetorica. Weil der Curſus des Tirociniums in der Regel 3, zuweilen 4 Jahre erforderte, ſo brauchten die Schüler nunmehr durchſchnittlich 8 Jahre, um die Anſtalt zu abſolviren. Der erſte Organiſations⸗Entwurf baſirte im Ganzen auf dem Fach⸗ lehrerſyſteme. Allmählich und faſt unvermerkt gelaugte man zu einem freilich nicht konſequent durchgeführten Klaſſenlehrerſyſteme, indem Hisgen, Pingeler, Salker, Frorath als Ordinarien der Grammatik, der Syntaxis, der vereinigten Humaniora und der Logik erſcheinen, während Barbieux das Franzöſiſche, Wörsdorf die Geſchichte und Geographie und Wirz die Naturlehre in dieſen Klaſſen lehrten. Rethig allein docirte auf dem Tirocinium in allen Gegenſtänden.
Von der Vertheilung des Lehrſtoffes und dem Stundenplaue, welchen Bauſch eingeführt hatte, wich man nicht minder erheblich ab. Was den erſten Puunkt anbelangt, ſo forderte die Schulkommiſſion von jedem Lehrer einen Bericht über die Methode ſeines Unterrichts in den einzelnen Fächern, der bei Feſtſtellung des Lehrplans zu Grunde gelegt wurde. Nachdem dies geſchehen, erſcheint die Periode des Schwankens und Experimentirens als abgeſchloſſen und ein


