Aufsatz 
Zur Geschichte des alten Gymnasiums zu Montabaur
Entstehung
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Lehrplan in Geltung, der im Weſentlichen für die folgende Zeit maßgebend geblieben iſt. Der Unterricht dauerte im Winter von 8 bis 11 Uhr Morgens und Nachmittags von 1 bis 4 Uhr. Um 7 ½ Uhr wurden die Schüler zur h. Meſſe geführt. Im Sommer begann man Morgens um 7 Uhr, Nachmittags um 2 Uhr. Die Stunden von 5 bis 7 Uhr Abends, welche nach der Anordnung des Direktors Bauſch für jeden Lehrer als regelmäßige Lehrſtunden galten, erhielten eine andere Beſtimmung. Die Candidaten der Philoſophie waren Abends auf ihr Privatſtudium angewieſen. Für die Zöglinge der Grammatica, Syntaxis, Poetica, Rhetorica richtete man ein Silentium in der Anſtalt ein, und zwar der Art, daß ſämmtliche Schüler dieſer Klaſſen Abends von 5 bis 7 Uhr unter der Aufſicht ihres Ordinarius die nöthigen ſchriftlichen Arbeiten anfertig⸗ ten. Von dem Beſuche des Gymnaſiums wurde in dieſen Stunden nur derjenige dispenſirt, welcher in Gegenwart eines eigenenInformators zu Hauſe ſtudirte. Für dieſe Mühe wurden die Klaſſenlehrer von ihren Schülern beſonders bezahlt, während abgeſehen von den Neben⸗ zahlungen fürHolz, Kerzen und Prufungsblätter der Unterricht Morgens und Nachmittags auf allen Klaſſen mit Ausnahme des Tirociniums unentgeldlich war. Auf dem Tirocinium unterrichtete Profeſſor Rethig Morgens von 8 bis 11, Nachmittags von 1 bis 4, und Abends von 5 bis 7 Uhr für das feſtgeſetzte Schulgeld(ſ. S. 22). Abweichend von dem urſprünglich aufgeſtellteu Lectionsplane waren hier 24 Stunden dem Lateiniſchen und Deutſchen, 4 Stunden dem Schön⸗ ſchreiben, 4 St. der Geographie, 2 St. dem Rechnen, 2 St. dem Franzöſiſchen, 2 St. der Na⸗ turlehre, 1 St. der bibl. Geſchichte, 2 St. der Chriſtenlehre, 1 St. dem deutſchen Auſſatze ge⸗ widmet. Auch Griechiſch wurde ſpäter hinzugefügt. Die häuslichen Aufgaben mußten Abends nach 7 Uhr oder Morgens vor dem Unterrichte gelernt werden. Die auf den anderen Klaſſen glücklich beſeitigte Ueberbürdung der Schüler und Lehrer blieb auf dem Tirocinium beſtehen, da man von der Anſicht ausaing, daß die jüngſten Knaben der meiſten Unterrichtsſtunden bedürften. Vom Jahre 1809 ſowie von 1810, 1811 und 1812 liegen mir gedruckte Programme

des Gymnaſiums vor, deren Inhalt ſich außer der namentlichen Aufzählung der Schüler darauf

beſchränkt, daß die vorgenommenen Lehrpenſa eingehend mitgetheilt werden. In dem nachſtehenden gedrängten Auszuge dieſer Jahresberichte habe ich mich dem Ori⸗

ginale rückſichtlich der Ausdrucksweiſe möglichſt nahe angeſchloſſen.

1) In der Religion wurde auf der l. Klaſſe(dem Tirocinium) abgehandelt: a) der chriſtliche Glaube. 1. Gottes Daſein, Schöpfung, Beſtimmung des Menſchen ꝛc. 2. Jeſus Chriſtus, ſeine Lehre, Wunder ꝛc. 3. Der h. Geiſt. Lehraut der Kirche. b) Die chriſtliche Hoffnung c) Die chriſtliche Liebe. Lehrbuch: Der Katechismus von P. Aegidius Jais. Auf der II. Klaſſe(Grammatica) über natürliche und geoffenbarte Religion, über Göttlichkeit, Quellen, Nothwendigkeit derſelben, Erblehre, Kirche. Auf der Ill. Klaſſe(Syntaxis) nach Joh. Friedr. Batz Lehrbuch der chriſtkatholiſchen Religion: die Lehre von den Sakramenten, von dem Zuſtande nach dem Tode, vom allgemeinen Weltgerichte. Darauf Tugend⸗ und Sittenlehre. Pflichten gegen Gott. Die Klaſſe IV.(Poetik), V.(Rhetorik) und VI.(Philoſophia) waren in der Religion

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