— 20—
welche Zahl innerhalb 3 Wochen auf 26 ſtieg. Sie waren in 3 Klaſſen Grammatica, Syntaxis, Humaniora vertheilt. Die 3 Kandidaten der Philoſophie, die ſich zur Aufnahme meldeten, wur⸗ den vorderhand gemeinſchaftlich mit den Humaniſten unterrichtet, nur daß ſie in einigen Stun⸗ den die philoſophiſchen Vorleſungen des Profeſſors Frorath hörten. Ein ausführlicher Lehr⸗ plan für alle Zweige des Unterrichts war ſchon vor der Errichtung des Gymnaſiums von dem Direktor Bauſch ausgearbeitet und durch die Regierung im Thal zugleich mit den Bemerkungen des Regierungsraths von Coll dem Fürſten vorgelegt worden. Nach dieſem Plane ſollte der Unterricht im Franzöſiſchen, im Zeichnen, in der Muſik, im Tanzen und in den übrigen Kunſtfer⸗ tigkeiten lediglich dem Privat⸗Unterricht überlaſſen werden, weil der Schulfonds zur Anſtellung von Lehrern für dieſe Fächer nicht aus reiche. Die Unterrichtszeit war für die 1., 2., 3. und 4. Klaſſe auf Morgens von 8 bis 11, Nachmittags von 1 bis 4 und Abends von 5 bis 7 Uhr
feſtgeſetzt, während die Schüler die häuslichen Arbeiten Abends nach dem Eſſen und Morgens
vor dem Gottesdienſte beſorgen mußten— eine Einrichtung, die von Coll mit der gewiß richtigen Bemerkung tadelte, daß Lehrer und Schüler über Vermögen beſchwert, dem öffentlichen Unterrichte zu viel, dem Privatſtudium zu wenig Stunden eingeräumt ſeien. In der 5. und 6. Klaſſe wollte Bauſch den Unterricht auf die Stunden von 8—11, 2—4 und 5—6 beſchränkt wiſſen. Am Dienſtag und Donnerſtag Nachmittag war bis 5 Uhr„Spieltag.“ Bei günſtigem Wetter ſollten dann die Schüler von ihren Lehrern vor die Stadt geführt und mit gymnaſtiſchen Spielen unter⸗ halten werden, von denen ſich keiner ausſchließen durfte. Wäre dieſer Entwurf genau zur Durch⸗ uhrung gelargt, ſo hätten die Schüler der unteren Klaſſen wöchentlich 42, die der 2 oberen 32 Stunden erhalten.
Was die Vertheilung der Stunden angeht, ſo ſollten in der I. Klaſſe(dem mit einer Bürgerſchule verbundenen und aus mehreren Abtheilungen zuſammengeſetzten Tirocinium) 6 Stunden wöchentlich der deutſchen Sprache, 12 Stunden dem Lateiniſchen(Morgens), 3 Stunden dem Schönſchreiben, 3 Stunden dem Rechuen, 3 St. der Geographie, 3 St.(Samſtag Nach⸗ mittags von 1 bis 4 Uhr) dem Religions⸗ und moraliſchen Unterricht gewidmet ſein, die Abend⸗ ſtunde von 5 bis 6 täglich der Lectüre zur Bildung des Geiſtes und Herzens und von 6 bis 7 ſchriftlichen Uebungen in den Sprachen dienen. Auf der II. Klaſſe(Grammatica) war der Stun⸗ denplan urſprünglich ſo eingerichtet, daß 12 Stunden auf Latein und Deutſch, 6 Stunden auf Griechiſch verwendet wurden, während auf die übrigen Fächer die gleiche Stundenzahl wie im Tirocinium kam. In der III. Klaſſe(Syntaxis) war der Lectionsplan dieſer: Latein 6 St., Deutſch und Schönſchreiben 6 St., Griechiſch 6 St., Mathematik 3 St., Lectüre und Declamiren 3 St., Geographie und Geſchichte 3 St., Religions⸗ und moraliſcher Unterricht 3 St., ſchriftliche Uebungen in den fremden Sprachen 12 St.(von 5 bis 7 Uhr.) IV. Klaſſe(Humaniora): 6 St. Latein, 6 St. Deutſch und Schönſchreiben, 6 St. Griechiſch, 3 St. Lectüre in ſchönen Wiſſen⸗ ſchaften, 3 St. Mathematik, 3 St. Geographie und Geſchichte, 3 St. Religions⸗uUnterricht, 12 St. ſchriftliche Uebungen in den fremden Sprachen(5 bis 7 Uhr Abends). V. Klaſſe (Philoſophia): 15 St. Philoſophie, 6 St. Philologie, 3 St. Mathematik, 6 St. Geſchichte und


